Jan   Kiepura

 

1902 - 1966

 

Polnischer Tenor

 

 

 

Jan Kiepura

Briefmarkenausgabe 1990

 

 

 

Jan Kiepura wurde am 16. Mai 1902 in Sosnowiece, damals Rußland, im Haushalt eines Bäckers geboren. Nach der Grundschule besuchte er eine Handelsschule. Sein Gesangstalent fiel schon früh auf. Er schrieb sich nach dem Abitur auf Wunsch seines Vater erst einmal als Jurastudent in Warschau ein, bekam aber gleichzeitig Gesangsunterricht. Dieses führe 1924 zu einem ersten Engagement an der Warschauer Oper. Sein gefeiertes Debüt aber hatte Jan Kiepura 1925 in Lemberg, heute Ukraine, als Faust in der gleichnamigen Oper von Charles Gounod.

 

 

 

    

Links Fotokarte mit eigenhändiger Signatur von Jan Kiepura aus 1930,

rechts Rollenfoto der Ciné-Allianz-Tonfilm 1932, beide Aufnahmen Ross-Verlag.

 

 

 

Ein Jahr später begann in Wien seine internationale Karriere. Bis 1930 sang er auf allen großen Opernbühnen Europas. Die ersten Tonfilme ab 1930 mehrten seinen Erfolg. Nach Berufung an die Berliner Staatsoper 1934 wurde er zum umjubelten Star in Deutschland. Für sein Publikum, das seinen Vorstellungen aus Platzgründen nicht beiwohnen konnten,  gab er nach seinen Bühnenauftritten vor den Häusern Zugaben vom Autodach im Frack, Zylinder und weißem Schal. 1937 heiratete er die ungarische Sängerin und Schauspielerin Martha Eggert (a.a.O.) in Katowice/Polen. Obwohl Jan Kiepura eine jüdische Mutter hatte und mit der Jüdin Martha Eggert verheiratet war, setzten ihn die Nazis auf die damalige Liste der besonders begünstigten ausländischen Kunstschaffenden. 1938 aber flüchteten beide in die USA. Dort standen sie gemeinsam auf der Operettenbühne und drehten Filme.

 

 

 

"Ein Lied für Dich" entstand 1932/33. Drehorte waren Wien und Neapel. Regie führte Joe May (a.a.O.),

die Liedtexte stammen von Ernst Marischka und Fritz Rotter. Neben Jan Kiepura sang Theresa Gerson.

Die Handlung: Irrungen und Wirrungen eines liebenden Paares.

   

In "Ich liebe alle Frauen" spielt Jan Kiepura 1935 eine Doppelrolle. Regie führt Carl Lamac,

die Musik ist von Robert Stolz. Produzenten sind Arnold Pressburger und Gregor Rabinowitsch (a.a.O.).

Beide Absenderfreistempel sind von "Francotyp".

 

 

 

 

Filmprogramm von 1952

 

 

 

Jan Kiepura unterstützte während des zweiten Weltkriegs aktiv die Gegner Hitlers und wurde 1953 amerikanischer Staatsbürger. Bei einem Auftritt im nunmehr kommunistischen Polen im Jahre 1958 wurde er wie ein Nationalheld gefeiert. Im Sommer 1966,  am 15. August,  geht sein Leben nach einem Herzversagen in New York zu Ende. Er wurde gemäß seinem letzten Willen in Polen beerdigt. Die letzte Ruhestätte fand er in der Ehrenallee des Warschauer Friedhofs Powązki.

 

Die Geburtsstadt Jan Kiepuras liegt ca. 10km von Katowice/Kattowitz entfernt im oberen Schlesien. Die Stadt blieb bis zur dritten polnischen Teilung 1795 polnisch. Danach wurde es zeitweise preußisch und seit dem Vertrag von Kalisch 1813 faktisch russisch. Mit der Neugründung Polens im Zuge des ersten Weltkriegs wurde es wieder polnisch.

 

 

 

Polnische Sonderpostkarte zum 100. Geburtstag von Jan Kiepura,

links Darstellungen seiner verschiedenen Paraderollen, im Hintergrund

Theaterplakat der Metropolitan Opera New York, mittig Kiepuras Signatur.