E M M E R I C H          K Á L M Á N

 

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Eigenhändig von Emmerich Kálmán in München geschriebene Postkarte

an den später bedeutendsten Kunstkritiker der Weimarer Zeit,

Hofrat Dr. Max Deri nach Mönnichkirchen in Niederösterreich.

 

 

Leseabschrift: Lieber Max! Meine Wünsche kommen wahrscheinlich zu spät, so daß ich nur noch nachholen kann, es möchte Euer längerer Aufenthalt in Mönnichkirchen einen sehr angenehmen Verlauf genommen

haben. Mit freundlichen Grüßen an Dich und der lieben Ada von uns beiden. Wir hoffen Euch wohl. Es geht uns gesundheitlich und auch sonst recht gut

 

8.7.1918                                             Kalman

 

 

Emmerich (eigentlich Imre) Kálmán wurde am 4. Oktober 1882 in Siófok am Balaton geboren. Er verstarb in Paris am 30. Oktober 1953. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Budapest. Eine Lähmung an der Hand vereitelte eine Pianistenlaufbahn, worauf der junge Mann, der sich auch mit dem Studium der Rechtswissenschaften befaßt hatte, das Musikstudium weiterführte.

 

 

Tonfilmwerbung  Westfälische- Landeszeitung

Rote Erde Groß-Dortmund - Donnerstag 20. Dezember 1935

 

Obwohl sich Martha Eggert als Jüdin bekannte,

war es wohl dennoch möglich, Filme zu zeigen,

in denen sie mitwirkte. Das galt auch für ihren

Ehemann Jan Kiepura, der auch in einer

Duldungsphase lebte und wirkte, bis beide

dann 1938 ins Ausland emigrierten.

 

 

Kálmán komponierte zu Beginn seiner Laufbahn wie viele andere Künstler zunächst ernste Musik und gewann 1907 den Franz-Joseph-Preis der Stadt Budapest. Schon damals wandte er sich der Komposition von Operetten zu und konnte bereits im folgenden Jahr (1908) mit seinem Erstlingswerk „Ein Herbstmannöver“ einen beachtlichen Erfolg erzielen. Von nun an lebte  Kálmán vor allem in Wien, wo er seine Hauptwerke „Die Czardasfürstin“, „Gräfin Mariza“ und die „Zirkusprinzessin“ herausbrachte.

 

 

   

Sonderstempel Niederösterreichischer-Operettensommer auf Schloß Haindorf

zu Aufführungen von Emmerich Kálmáns Operetten "Gräfin Mariza" (2002)

„Zirkusprinzessin“ (2004) und "Die Csàrdàsfürstin" (2008). Die Sonderstempel des Briefmarken-

sammlervereins Langenlois wurden vom Maler Professor Peter Klitsch gestaltet.

 

 

Wegen seiner jüdischen Abstammung mußte er 1938 Wien verlassen und ging zunächst nach Paris und dann 1940 in die USA, wo er sich als Dirigent und Komponist amerikanisch gefärbter Unterhaltungsmusik bewährte. Nach dem Zweiten Weltkrieg   ließ sich  Emmerich Kálmán in Paris nieder.

 

 

  

Ersttagsbriefe mit  Portraitmarke von Emmerich Kálmán zum 100. Geburtstag 1982: links Zudruck

von Figurinen zu „Gräfin Mariza“, rechts mit Motiv aus Csardasfürstin.  Die Österreichische Post

ehrte ihn damit als einen der Begründer der  „silbernen Wiener Operettenära“.

 

 

Emmerich Kálmán war ein introvertierter stiller Charakter, der sich am ehesten in den schwermütigen, jedoch nie ins Sentimentale abgleitenden Melodien  seiner wichtigsten Werke widerspiegelt. Seine Bedeutung in der Geschichte der Operette ist eminent: Zusammen mit Lehár war er es, der nach dem unerreichbar scheinenden Erfolg der Strauß-Dynastie der Kunstform Operette ein neues Gewand zu verleihen wußte.  Kálmán verstand es in besonderem Maße, echte Schlager zu erfinden, die das Publikum bald auswendig konnte und die bis heute  gesungen werden.

 

 

 

Sonderstempel 1994 Operettenfestspiele Bad Hall

zur Aufführung der Operette "Die Zirkusprinzessin".

Das Einschreiben zeigt neben div. Marken auch Sondermarken

von Leo Fall und Egon Friedell, die a.a.O. besprochen werden.

 

 

 

Quellen

 

Biographie FDC Text

Belege Eigenmaterial

Zu Ganzsache Bayern 7 1/2 Pfg. mit Bandstempel München 2:

Bayerische Postwertzeichen konnten noch bis zum 30. Juni 1920 aufgebraucht werden (Bayern P 103).