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Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag, Österreich-Ungarn, geboren.

Er war ein deutschsprachiger Schriftsteller, der aus einer Kaufmannsfamilie stammte.

 

 

Der heute weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus bekannte Erzähler fand zu Lebzeiten vergleichsweise wenig Beachtung. Ein  kleiner Kreis - zu ihm gehörten u.a.  Hermann Hesse und Kurt Tucholsky - würdigte allerdings schon damals die eine oder andere der vor 1924 erschienenen Dichtungen Kafkas: „Betrachtungen“ (1912), die Erzählungen „Der Heizer“ (1913), „In der Strafkolonie“ (1919) und den Band „Ein Landarzt. Kleine Erzählungen“ (1920). Sein Hauptwerk bilden drei Romane und zahlreiche Erzählungen.

 

 

 

Erinnerungsplakette am Geburtshaus von Franz Kafka in Prag

Fotos: Mainczyk 1999

 

 

Nach dem Tod des Dichters 1924 gab dessen Freund, Max Brod die zwar nachgelassenen, vom Autor aber zur Vernichtung bestimmten Schriften nach und nach heraus. Es waren zunächst die Fragment gebliebenen Romane „Der Prozeß“, „Das Schloß“ und „Amerika“, eigentlich „Der Verschollene“ (1925 -1927).

 

 

Zwischen 1933 - 1945 wurde Kafka von den Nazis als Erzeuger von "schädlichen und unerwünschten Schriftgut" verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg stuften ihn die Kommunisten in der Tschechoslowakei als "dekadent" ein, und nach dem Prager Frühling 1968 wurden seine Werke wieder verboten. Beide Male wohl aus dem Grund, daß er ausschließlich in deutscher Sprache publizierte, obwohl er bekannte: „Deutsch ist meine Muttersprache, aber das Tschechische geht mir zu Herzen“! Neben ernsthaften Bewegungen, die sich um die Werke Kafkas bemühen, veranstaltet Prag mit dem Namen Kafka heutzutage vielfältigen Touristenrummel.

 

 

 

Links Kafka auf einer Ansichtskarte "Jüdisches Prag" -

rechts seine Grabstätte auf dem Neuen jüdischen Friedhof Prag-Straschnitz.

  

 

Eine Gesamtausgabe der Werke Kafkas kam Mitte der dreißiger Jahre heraus. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kafka durch Neuauflagen in weiten Kreisen bekannt. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. Für die starke Wirkung des Dichters gibt es zahlreiche Erklärungen: Eine davon ist, daß kaum ein anderer Autor unseres Jahrhunderts die Erfahrung der Angst und der existenziellen Not des Menschen in seiner Zeit so eindringlich vor Augen zu führen vermochte wie Kafka.

 

 

 

 

Die Briefmarke der Bundespost zeigt rechts oben über dem Namenszug des Dichters die Türme der gotischen Teynkirche in Prag. Im Schatten dieser Türme wuchs Kafka auf. Er studierte an der Karls-Universität Prag und arbeitete in Prag als Beamter einer Versicherungsanstalt.  Israel widmete ihm einen Platz auf einem Briefmarkenblock mit weiteren jüdischen Persönlichkeiten. Krankheitshalber verließ er immer wieder Prag zu längeren Aufenthalten in Sanatorien, innerlich blieb er seiner Heimat- und Geburtsstadt zeit seines Lebens treu. Kierling war vormals ein beliebter Erholungsort für Lungenkranke, weshalb Franz Kafka auf Grund einer Lungenkrankheit seine letzten Monate dort verbrachte. Er verstarb am 3. Juni 1924 in Kierling bei Klosterneuburg in Österreich. Ein österreichischer Sonderstempel erinnert an die Aufenthalte seines posthum weithin bekannt gewordenen Gastes.

 

 

Franz Kafkas Roman "Der Prozess"  wurde 1962 unter der Regie von Orson Welles verfilmt.

Darsteller waren u.a. Anthony Perkins und Romy Schneider. Der Brief der Privatpost Amberg

mit Sonder-Werteindruck erinnert an den 50. Jahrestag der Uraufführung am 21. Dezember 1962 in Paris.

 

 

 

Quellen:

Neues Lexikon des Judentums

Chronik Handbuch

Bernt Engelmann: Deutschland ohne Juden

ETB Bundespost - Filmportal

Bebilderung Eigenmaterial