J O S E P H          J O A C H I M

  

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Briefmarkenausgabe "100 Jahre Hochschule für Musik Berlin"

vom 12. September 1969. Joseph Joachim war 1. Direktor der Schule.

Die Briefmarke zeigt Joseph Joachim nach einer Kreidezeichnung

des Maler und Graphikers Adolph von Menzel (1815-1905).

 

 

Joseph Joachim wurde am 28. Juni 1831 in Kitsee bei Preßburg (Slowakei) geboren. Seine Eltern übersiedelten 1833 nach Pest (Ungarn). Dort übernahm der polnische Konzert-Meister an der Pester Oper, Stanislaus Serwczynski, den  Unterricht des Fünfjährigen. Opernbesuche weckten weiter das Interesse des Knaben. Joseph Joachim, später der bedeutendste Violin-Künstler und Pädagoge seiner Zeit, gab mit acht Jahren eines seiner ersten Konzerte. Die örtliche Tageszeitung in Pest rühmte ihn als zweiten „Vieuxtemps und Paganini“ (Vieuxtemps/Belgien 1820-1881 und Paganini/Italien 1782-1840, beides Violinvirtuosen von Bedeutung).

 

Als Neunjähriger wurde er nach Wien gebracht. Georg Hellmesberger d. Ä. wurde sein erster Lehrer in Wien. Joseph Böhm vermittelte dem Wunderknaben eine freie, elegante Führung der rechten Hand. Die Reinheit der Intonation wurde durch planvolles Duettspiel gesteigert.  Als Violinspieler verfügte Joachim über einen Reichtum des Klangregisters, der sich mit einer seltenen Perfektion in der Technik der linken Hand verband. Gegenüber der älteren Virtuosengeneration  (Paganini, Ernst, Ole Bull) war sein Ton weit farbiger und kräftiger. Als erster spielte er die Solosonaten von  J.S. Bach ohne den damals noch üblichen Continuo (fortlaufender Baß als Begeleitungsform). Rasch wuchs Joseph Joachim über die virtuosen Modestücke hinaus. Bezeichnend für seine Werktreue  ist der Satz: „Es gibt einen Grad der Technik, der zu Geist, weil zur Vollkommenheit wird“.

 

Der Kreis seiner Schüler an der Berliner Hochschule wird auf etwa 400 geschätzt. Joseph Joachim war u.a. bekannt mit Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johannes Brahms. Stationen seiner Laufbahn  waren das Leipziger Gewandhaus, das Londoner Drury-Lane Theater, Hannover und letztlich Berlin, um nur wenige Stationen zu nennen. In Berlin war Joachim von 1869 - 1907 Primarius der Quartettvereinigung. Er starb am 15. August 1907 in Berlin.  Die Bundespost Berlin widmete Joseph Joachim 1969 eine Briefmarke anläßlich des Jubiläums „100 Jahre Hochschule für Musik“

 

 

Quellen

Die Juden in Deutschland: Könemann 1997

Beleg: Judaica Sammlung