Horneburg

 

Kreis Recklinghausen

Post und Historie

 

 

 

Horneburg ist ein alter Flecken im Vest  Recklinghausen (heute Kreis Recklinghausen). Das Schloß ist seit 1332 nachgewiesen. Erbauer der Horneburg war Heidenreich von Oer. Horneburg ist ein Dorf ohne Bauerschaften. 1818 lebten hier 325 Einwohner, 1938  gerade mal 815. Auf dem Schloß, heute Eigentum des Kreises Recklinghausen, wurde 1896 eine landwirtschaftliche Schule eingerichtet und 1904 eine Kreismusterwirtschaft.  Zur Zeit ist in dem Gebäude ein Internat untergebracht.

 

 

Briefhülle aus der Zeit des Großherzogtums Berg um 1810

mit handschriftlichem Aufgabevermerk in rot „Horneburg“ nach Dortmund an:

Seine Excellenz den Prefecten (Landrat) des Rhur Departements (Ruhr - Kreises)

Freiherrn von Romberg Hochwohlgeboren zu Dortmund, nebst ein beyliegendes Röllchen

worin 34 Franc, frey - Prefecten/Landrats-Sache (portofreie Dienstsache).

 

 

Schloßansicht um 1899

 

Der „Große Kurfürst“ richtete 1649 eine Postlinie Berlin-Kleve ein. Seit dieser Zeit war Horneburg  Poststation. Hier residierte der kurkölnische „Oberkellner“, in etwa mit  einem heutigen Landrat vergleichbar, der regen Schriftverkehr hatte. Mehrere Jahre lief seit 1671 die Fahrpost (mit Personenbeförderung) Berlin-Düsseldorf  über Lünen-Horneburg-Recklinghausen.

 

Einige  Postmeister oder Postwärter sind für Horneburg namentlich erfaßt. Ab 1689  war Wilhelm Planckermann Postwärter in Horneburg, 1748 bis 1750 hießen diese Tacke und Hildebrandt und von 1756 bis 1802 war ein Wesener Postmeister. Im 18. und zu Anfang des 19. Jahrhundert erscheint das preußische Postamt Horneburg  noch regelmäßig in den preußischen Staatskalendern, was auf regen Postverkehr schließen läßt. 1803 wird  dann wieder  ein Posthalter Wesener erwähnt, der im gleichen Jahr eine Baumwollspinnerei eröffnete.

 

Auch Horneburg durchlebte die politischen und postalischen Wechsel nach 1802. Als Napoleons Macht erlosch und die wichtigen Postkurse nach 1813 verlegt wurden, war Horneburg nur ein bedeutungsloses Postwärteramt. Zum 30. Oktober 1817 bekam die Post in Horneburg den Status eines preußischen Postwärteramtes und war dem Post-Amt Dortmund unterstellt, ab 1. Juli 1825 Aufwertung zur  Postexpedition und Zuteilung zum Post-Amt Dorsten, 1847 dann dem Post-Amt Bochum unterstellt.

 

 

 Aufgabestempel „Horneburg“ (zweite preußische Stempelform) um 1843 auf Briefhülle nach Dorsten.

Doppelt verwendeter Brief; innen ist ein Zweikreisstempel von Ahsen abgeschlagen.

Dieser absolut rare Ahsener Poststempel (s. Abb.) ist bisher nur zweimal bekannt, einmal auf

dem vorliegendem Brief und zum anderen auf dem Brief mit dem Nummernstempel Ahsen 8 (a.a.O.).

 

 

Einladung zu einer Kreistagssitzung 1863

signiert vom Vorsteher Sindern in Horneburg

 

Aufgabeort Recklinghausen Zweikreisstempel mit Jahreszahl

 

 

Als Post-Comptoir und zur OPD Münster gehörend, wurde die Post in Horneburg am 1. April 1850 geschlossen. Postalische Belege  mit  einem Briefstempel sind entsprechend selten. Der Landbriefträger aus Datteln besorgte danach lange Jahre die Briefbestellung. Erst 1884 wurde in Horneburg wieder eine Postdienststelle eingerichtet, die zum Postamt III. Klasse in Datteln gehörte und in ihrer Art bis zur Neuordnung der heutigen Post AG Bestand hatte.

 

 

Postzustellungsurkunde 1901 nach Horneburg

 

  Postzustellungsurkunde an den Wirt Wilhelm Benke in Horneburg,

Unterschrift "Fleitmann" für die Aushändigung der Urkunde.

 

 

 

Schloß Horneburg mit Landwirtschaftlicher Winterschule und Haushaltungsschule.

 

 Rückfront mit Kirche, links Hauptstraße mit Fachwerkbauten,

Feldpostkarte 1915 nach Stuttgart - Einkreisstempel Horneburg (Westf.).

 

Horneburg den 10.1.15 Feld-Post-Karte

Frau Mathilde Schief Stuttgart Dobelstr. No. 7 Württemberg

Meiner lieben Alle! Ihr werdet erstaunt sein daß ich hier schon im Lazarett liege.

Ich wollte bei einem Sturmangriff länger bleiben u. bin in ein Loch gefallen u. konnte erst abends hervor geholt werden,

verunglückte schwer. Sind mir alle Glieder verstaucht worden. Mir geht es jetzt wieder besser, ich bin direkt auf den Kopf gefallen.

Pfeil: hier liege ich. Absender Lazarett Horneburg i, W.

 

 

           

Schloß Horneburg "Bäuerliche Werkschule und Landwirtschaftliche Haushaltungsschule" Ansichtskarte 1937.

Rechts Foto Schloß Horneburg Rückfront 1960.