H I R S C H L A N D B A N K      E S S E N

 

 

 

Anmerkung zur Familie des Adressaten

 

Kaufmann Emanuel Hoffmann, verheiratet mit Caroline Piners, eine Tochter Maria Anna Carolina Aloysia, geboren am 27.10.1859, getauft am 29.10.1859. Schon im jugendlichem Alter übernahm sie das väterliche Geschäft. Verheiratet war sie mit dem Kaufmann Rudolf Randebrock und brachte 4 Kinder zur Welt. Wohnte späterhin Hausnummer 20 Breite Straße 3 lt. Häuserbuch von 1895.

 

 

 

Einschreiben des Recklinghäuser Kaufmanns Emanuel Hoffmann 1862 an die Bank Simon Hirschland in Essen.

Frankiert ist der Brief mit einer 3 Sgr. Freimarke, Ausgabe 1. Oktober 1859, Zeichnung Preußischer Adler  im Oval.

Das Porto setzt sich zusammen aus 1 Sgr. für Briefe bis 1 Loth bis 10 Meilen (preußisch) und 2 Sgr. für das Einschreiben.

 

 

 

Die Hirschlandbank in Essen wurde 1841 von Simon Hirschland (1807-1888) gegründet. Neben dem Bankhaus Samuel Oppenheim & Co war es die bedeutendste rheinische Bank. Die Hirschlandbank war maßgeblich  am Aufbau und an der Modernisierung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes beteiligt. Vor allem unter Isaac Hirschland wirkte das Bankhaus durch die Finanzierung des Bergbaus an der industriellen Erschließung des Ruhrgebietes mit.

 

 

 

   

Firmenbrief mit Absenderfreistempel Frankotyp A und alte Wertziffern,

erste Wertstelle ein Stern, portogerechte 42 Rpfg. Frankatur:  12 Rpfg. Briefporto und  30 Rpfg.

für die Sonderleistung Einschreiben. Rückseitig aufgeklebte Siegeloblate

der Hirschlandbank  und der Poststempel des Ausgabepostamtes Berlin 8.

 

 

 

Hauptkunden der Privatbank waren die führenden Industriellen des Ruhrgebietes (Friedrich Grillo, Matthias Stinnes, R.M. Dinnendahl und die Firma Krupp). Darüber hinaus beteiligte sich die Hirschlandbank an zahlreichen Industrieunternehmen, Banken und Gesellschaften. 1938 wurde das Bankhaus im Zuge der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen von der Kommanditgesellschaft Burkhardt & Co übernommen. Nach 1945 war die Familie Hirschland wieder als Kommanditistin in die Firma eingetreten. Das traditionelle Bankhaus Hirschland wird seit 1971 durch Trinkaus & Burkhardt weitergeführt.

 

Mit der Familie Hirschland verbindet sich für das Ruhrgebiet ein überaus beachtlich kulturelles und soziales Engagement (u.a. Gründung des Folkwangmuseums, des „Vereins  zur Förderung des Handwerks unter den Juden“ und des Isaac und Henriette Hirschland-Hauses, eines Kinderhortes). Die Gründung der „Reichsvertretung der deutschen Juden“ am 17. September 1933, der ersten zentralen jüdischen Organisation überhaupt, geht auf die Initiative von Georg Hirschland zurück.