H I R S C H L A N D B A N K      E S S E N 

 

 

 

  

Firmenbrief mit Absenderfreistempel Frankotyp A und alten Wertziffern,

erste Wertstelle ein Stern, portogerechte 42 Rpfg. Frankatur:  12 Rpfg. Briefporto und  30 Rpfg.

für die Sonderleistung Einschreiben. Rückseitig aufgeklebte Siegeloblate

der Hirschlandbank  und der Poststempel des Ausgabepostamtes Berlin 8.

 

 

Die Hirschlandbank in Essen wurde 1841 von Simon Hirschland (1807-1888) gegründet. Neben dem Bankhaus Samuel Oppenheim & Co war es die bedeutendste rheinische Bank. Die Hirschlandbank war maßgeblich  am Aufbau und an der Modernisierung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes beteiligt. Vor allem unter Isaac Hirschland wirkte das Bankhaus durch die Finanzierung des Bergbaus an der industriellen Erschließung des Ruhrgebietes mit.

 

 

 

5 Rpfg. Drucksache der Hamburger Hirschlandfiliale, Postfreistempel mit Achteckrahmen.

Gem.  Beschluß des Weltpostvereins-Kongresses 1920 in Madrid durften Freistempel

ab 1. Januar 1922 auch im internationalen Postverkehr verwendet werden.

Es mußte aber der Landesname im Wertrahmen einbezogen werden.

 

 

Hauptkunden der Privatbank waren die führenden Industriellen des Ruhrgebietes (Friedrich Grillo, Matthias Stinnes, R.M. Dinnendahl und die Firma Krupp). Darüber hinaus beteiligte sich die Hirschlandbank an zahlreichen Industrieunternehmen, Banken und Gesellschaften. 1938 wurde das Bankhaus im Zuge der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen von der Kommanditgesellschaft Burkhardt & Co übernommen. Nach 1945 war die Familie Hirschland wieder als Kommanditistin in die Firma eingetreten. Das traditionelle Bankhaus Hirschland wird seit 1971 durch Trinkaus & Burkhardt weitergeführt.

 

 Absenderfreistempel  der Kommanditgesellschaft Burkhardt & Co.,

die 1938 die Hirschland Bank übernahm.

Mit der Familie Hirschland verbindet sich für das Ruhrgebiet ein überaus beachtlich kulturelles und soziales Engagement (u.a. Gründung des Folkwangmuseums, des „Vereins  zur Förderung des Handwerks unter den Juden“ und des Isaac und Henriette Hirschland-Hauses, eines Kinderhortes). Die Gründung der „Reichsvertretung der deutschen Juden“ am 17. September 1933, der ersten zentralen jüdischen Organisation überhaupt, geht auf die Initiative von Georg Hirschland zurück.

 

 

Die bayrische Postverwaltung führte am 1. Februar 1910 die Barfreimachung von Massensendungen durch Frankiermaschinen ein. Die Post bediente sich dabei der ebenfalls zur Briefmarkenentwertung verwendeten Langstempel ohne Landesnamen, indem sie jeweils einen der beiden Ortstempel in der Maschine durch einen Wertstempel ersetzte. Auch bei mehrmaligem Abdruck des Wertstempels wurde der Portobetrag für das Poststück nur einmal erhoben. Portostufe 3 Rpfg. für Drucksachen bis 50 Gramm lt. Posttarif vom 1. Juli 1906.