W E R N E R   R I C H A R D      H E Y M A N N

 

 

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Werner Richard Heymann wurde am 14. Februar 1896 in Königsberg geboren. 1912 kam er nach Berlin und komponierte in jungen Jahren zunächst ernste Musik, wie so viele seiner Berufskollegen. 1918 wurde seine „Rhapsodische Sinfonie“ von den Wiener Philharmonikern unter Felix Weingartner aufgeführt.

 

Gemeinsam mit Friedrich Hollaender hat er 1918/1919 die musikalische Leitung von Max Reinhardts Kabarett „Schall und Rauch“. Als dritten Pianisten und Komponisten engagierten sie Mischa Spoliansky. Anfang der 1920er Jahre wechselt Heymann als musikalischer Leiter zu Trude Hesterbergs „Wilde Bühne“. Hier vertont er insbesondere Texte von Walter Mehring und Fritz Grünbaum. Seine Interpreten sind Trude Hesterberg, Kate Kühl und Kurt Gerron. Heymann schreibt auch Bühnenmusiken, u.a. zur Uraufführung von Ernst Tollers „Die Wandlung“.

 

 

 

Absenderfreistempel “Francotyp”, Wertrahmen Rechteck,

hochstehende Zählziffer, Einkreisortsstempel Berlin SW 68 mit UfA – Filmwerbung.

 

 

"Bomben auf Monte Carlo" - Regie: Hanns Schwarz. Produzent: Erich Pommer.

Dreharbeiten in Dalmatien und Nizza. Uraufführung: 31.08.1931, Berlin, Ufa-Palast am Zoo.

Musik und musikalische Leitung: Werner-Richard Heymann - Liedtexte Robert Gilbert.

Neben Hans Albers und Heinz Rühmann spielten u.a. Kurt Gerron,

Peter Lorre, Otto Wallburg und die Comedian Harmonists.

Filmhandlung: Ein unbesoldeter Kapitän verspielt im Casino ein Vermögen und will

dieses Geld unter Androhung von Kanonenbeschuß zurück. Da hilft nur

die Königin des maroden Balkanstaates aus der Verlegenheit.

 

 

Seit 1923 aber wendet er sich mehr und mehr dem Metier Film zu. Zunächst Assistent bei der UfA, wird er 1926 Nachfolger von Generalmusikdirektor Erno Rapeé. 1929 komponiert er die Musik zum ersten Ufa-Tonfilm „Melodie des Herzens“. Weitere zahlreiche Filmmusiken folgen, so auch „Ein blonder Traum“ (siehe Abb. Absenderfreistempel der Ufa vom 13.10.1932), "Ich bei Tag und Du bei Nacht" (1932), "Bomben auf Monte Carlo" u.v.a. mehr.

 

 

Absenderfreistempel “Francotyp”, Wertrahmen Rechteck,

hochstehende Zählziffer, Einkreisortsstempel Berlin 19 mit UfA – Filmwerbung.

 

 

 

Ein Blonder Traum – Regie: Paul Martin. Buch: Walter Reisch, Billie Wilder.

Kamera: Günter Rittau, Otto Wecker, Konstantin Tschet.

Musik: Werner Richard Heymann

Liedtexte: Robert Gilbert, Walter Reisch und Werner Richard Heymann

Darsteller: Willi Fritsch, Willi Forst, Lilian Harvey, Hugo Döblin (Bruder von Alfred Döblin) u.a.

Filmhandlung: Zwei Freunde streiten um eine Frau.

 

 

1933 emigriert Richard Werner Heymann aus dem nationalsozialistischen Deutschland. In Paris schreibt er Operetten, macht mit Maurice Chevalier in London den Film „The beloved Vagabond“ und kommt 1936 nach Hollywood. Dort entstehen Musiken zu den Filmen von Ernst Lubitsch. In den USA hat er in den Jahren 1937 - 1950 insgesamt  44 Filme vertont.

 

 

 

Absenderfreistempel “Francotyp”, Wertrahmen Rechteck,

hochstehende Zählziffer, Einkreisortsstempel Berlin 19 mit Ufa – Filmwerbung.

 

 

 

"Ich bei Tag und Du bei Nacht" - Regie: Ludwig Berger

Musik: Werner Richard Heymann - Liedtexte: Werner Richard Heymann & Robert Gilbert

Gesang: Comedian Harmonists & Leo Monosson - Produzent: Erich Pommer

Aufnahmen Ufa-Ateliers in Neubabelsberg, Außenaufnahmen Schloß Sans Souci/Potsdam.

Uraufführung: 18.11.1932, Hamburg, Ufa-Palast; Aufführung Berlin:  29.11.1932, Gloria-Palast

Filmhandlung: Komödie um ein zweifach vermietetes Zimmer. Zahlreiche Missverständnisse

der beiden Mieter führen dennoch zu einem glücklichen Ende.

 

 

 

Tonfilmwerbung Westfälische - Landeszeitung - Rote Erde

Groß-Dortmund-Donnerstag 20.12.1935

 

 

1951 dann kehrt Heymann nach Deutschland zurück. Neben Filmmusiken schreibt er Bühnenmusik und Chansons. In vierter Ehe heiratet er die Schauspielerin  Elisabeth Millberg. Aus dieser Ehe entstammt die Tochter Elisabeth. In München verstarb Richard Werner Heymann am 30. Mai 1961. Sein künstlerischer Nachlaß wird von der Musikabteilung der Stiftung der Akademie der Künste in Berlin verwaltet.

 

 

 

 

Marschlied aus der Tonfilm – Operette „Die Drei von der Tankstelle“

© bei Ufaton - Verlagsgesellschaft 1930

 

 

 

 

Quellen:

Chronik des Deutschen Films, Verlag B. Metzler 1994

filmportal

Eigene Recherchen

Bildmaterial: Sammlung M

AFS Beschreibung: Dürst/Eich, Die deutschen Post- und Absenderfreistempel 1996