H E N R I C H E N B U R G

 

 

 

 

 

Bis 1802 stand Henrichenburg unter der Oberhoheit der Kurfürsten von Köln. Im Zuge der Säkularisierung gingen die geistlichen Güter an den Herzog von Arenberg. 1811 folgte dann das Großherzogtum Berg und der Ort gehörte zur Mairie (Bürgermeisterei) Waltrop. Mit dem Ende der Napoleonischen Zeit übernahm 1816 Preußen das Vest und band es in die preußische Provinz Westfalen im Kreis Recklinghausen ein. Mit der Bildung des Amtes Waltrop 1857 verblieb Henrichenburg bis zum 31.Dezember 1974 bei Waltrop. Im Zuge der kommunalen Neugliederung erfolgte die Eingemeindung zum 1. Januar 1975 nach Castrop-Rauxel.

 

Der Ortsname geht zurück auf die Henrichenburg. Der Gemeinde Henrichenburg wurde 1937 das oben abgebildete Wappen verliehen. Drei goldene Rauten auf schwarzem Balken beidseitig gerahmt von schwarzen Booten. Rauten und Balken gehen auf die Herren von Düngelen zurück, die 1382 die Burg von den Herren von Oer übernahmen. Die Boote versinnbildlichen das Schiffshebewerk.

 

Der Ort entwickelte sich aus Ansiedlungen  des Hauses Henrichenburg. Im Jahre 1263 wird erstmals ein „Arnold von Henrikenburg“ als Besitzer erwähnt; rund 30 Jahre später die Lambertuskirche. Das Haus wechselte über die Jahrhunderte oft den Besitzer. U.a. war es im Besitz derer von Westerholt-Gysenberg, einem hier weitverbreiteten Namen. 1775 wurde das Gut Henrichenburg vom Freiherrn von Boenen an die Fürstäbtissin von Essen verkauft. Diese stiftete das Gut mit der Ruine dem katholischen Waisenhaus in Steele. Es mußte 1781 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. An gleicher Stelle wurde ein gutshofähnlicher Bau errichtet (s. Abb.).

 

 

 

Haus Henrichenburg 1910

 

 

    

Auch  nach Abriß des Hauses Henrichenburg blieb der Grund  im Besitz des Waisenhauses Steele.

Das machte den Direktor des Waisenhauses landtagsfähig. Zu den Stände-Sitzungen bekam er eine Einladung.

Portofreie Stände-Sache (1863), Kastenstempel Steele, heute Essen-Steele, Unterschrift: Bickenbrock. 

 

 

Die Gemeinde Henrichenburg lag im südöstlichsten Teil des Kreises Recklinghausen und bildete vor der Eingemeindung nach Castrop-Rauxel im Jahre 1975 das südliche Grenzgebiet des Regierungsbezirkes Münster. Nunmehr ist die Stadt Castrop-Rauxel der südlichste Zipfel des Kreises. Zum Dorf gehörten die Bauerschaften Becklem, Beckum und Borghagen.  1818 lebten dort 611, 1938 rund 2320 Einwohner.

 

 

Einkreisstempel der Post in Henrichenburg

auf Postzustellungsurkunde (PZU) aus 1901

 

 

Die PZU war an den Gemeindevorsteher Clemens Schulte-Strathaus gerichtet.

Die Zustellung bestätigte der Postbote Prein.

 

 

1944 hatte der Ort eine Poststelle II und 1970 eine Poststelle I. 

  

  

 Kreisstegstempel mit Bogen oben von Henrichenburg 1931 und 1941.

 

 

 

Poststempel Henrichenburg mit Postleitgebietszahl 21a

auf Einlieferungsschein aus 1957, ohne Unterscheidungsbuchstaben (UB);

der gleiche Stempel mit aptierter 21a aus der Zeit der Umstellung

auf dreistellige Postleitzahlen (1963) auf Ganzsachenausschnit mit Fluoreszenzbalken.

 

 

 

 

Neue Postleitzahl 4351 im Absenderfreistempel als 000 Stempel-Muster zur Vorlage bei der Post.

Darunter Tagesstempel 4351 aus 1969 mit vorderseitig verklebter Vignette

"50 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge 1919-1969".

 

 

 

Stempeldokumentation zur Umstellung

von 4351 Henrichenburg  auf 4620 Castrop-Rauxel 9.

 

Zusammengestellt von Sammlerfreund Horst Hanke+.

Vollständig nachzulesen in der Ausarbeitung

"Vest Recklinghausen Postalische Heimatgeschichte"

von Karl Heinz Mainczyk (1999)

 

 

 

Quellen

Dorider, Adolf Das Vest Recklinghausen

Beck/Fleitmann Postgeschichtliche Blätter Münster

Hans-Joachim Anderson Die Bezeichnung der Poststempelformen

Bebilderung Eigenmaterial