Haus Niering

 

 

 

Haus Niering ist das einzige Herrenhaus auf  Recklinghäuser Stadtgebiet mit wechselvoller Vergangenheit.

Die Torburg und der Nordflügel wurden vor vielen Jahren abgerissen. Einzig der Südflügel des Herrenhauses hat noch Bestand.

In den letzen 200 Jahren gab es zwei Besitzer des Hauses, den Grafen von Herten und die Familie Schulte-Kurig.

Kürzlich hat es wohl einen weiteren Besitzwechsel gegeben. Von der Pracht und Schönheit dieses Anwesens

ist durch Herabwirtschaftung nicht viel übriggeblieben - einzig die Erinnerung, dem Zweck des Aufsatzes.

 

 

 

Schriftverkehr Steuern und Landtagsfähigkeit von Haus Niering

 

 

Das mir brevi manu*  mitgetheilte

Schreiben des Landraths Devens

ist mir auffallend, daß die Landtags-

Fähigkeit des Hauses Niering

derweilen noch in Zweifel gezogen

werden zu wollenden Gründe, die ich schon

im Jahr 1828 nachgewiesen habe,

auch unterm 31ten Juli 1838 wir

von der landräthlichen Behörde ein

Zeugnis über die geforderte Aufnahme

des Hauses Niering in die Matrikel**

der landtagsfähigen Güter der Provinz Westphalen

ausgestellt ist.

 

Indeßen ist es Ew. Wohlgeboren

bekannt, daß ich vom Haus Niering

von Prinzipalgrundsteuer mehr

als 62 Thaler, 6 Pfg. ggf. ich zu zahlen

habe, indem auch von der sonst steuer=

frey gewehrten geforderten Partien Zinsen, als

a von Niering, welches der Müller

Fromm eingebracht hatte

und der in der Forstkarte begründete

 

Kotten

b. des Kuküen

c. des Bönte sive Christian

d. Berse sive Lürken

e. Jägers Bals

nunmehr Steuern entrichtet werden.

 

Nebstderer habe ich noch von Niering den Zins

f. über der Gemeinde Börste und

g. über Gemeinde Oer, oder Sinsen

zu den Steuern Contribieren****.

 

Mit Einfluß deren, die auch

vorhin über den Steuergenannten

des Hauses Niering schon aufgeführt

wurden, unter jenen 62 Thalern

6 Pfge. aber nicht begriffen sind,

wird es sich ergeben, daß die Prin=

zipalgrundsteuer sich höher als

75 Thaler ertrage.

 

Niering am 26ten März 1831

Böhmann

 

An den Steuereinzieher Bracht*****

Wohlgeboren

zu

Recklinghausen

 

 * Brevi manu = kurzer Hand

** Matrikel = Stammrolle

*** Prinzipalsteuer =

**** Contribieren = beizutragen

 

*****Johann Franz Anton Bracht (1773-1862)

war Beamter und Politiker.

Er studierte Rechtswissenschaften

und war kurkölnischer Hof- und Regierungsrat.

Auch nach dem Übergang des Vestes Recklinghausen an Arenberg

blieb er in vergleichbaren Positionen tätig.

Im Großherzogtum Berg und bei Preußen

war er Steuereinnehmer  und Landwirt.

 

 

Ansichtskarte Südflügel mit Torhaus aus 1901

und Foto von 2014.

 

 

 

Quellen:

Vestischer Kalender 1989

Foto Mainczyk 2014-Brief Vorlage Kopie

Ansichtskarte Eigenmaterial

Torburg Dari 1928