Schloß Löhringhoff

Datteln

 

 

 

 

In der Bauerschaft Hagem, gegenüber dem ehemaligen Zechengelände Emscher-Lippe 1+2, lag das Schloß Löhringhoff. Es war ein Wasserschloß und wurde seit dem 11.Jahrhundert als adliges Rittergut geführt. Das Geschlecht gleichen Namens ist urkundlich schon  1234 erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert war es von der Familie Vrydach (Freytag) op den Lorynkhove bewohnt. Von 1850 bis 1961 gehörte Schloß Löhringhoff der Familie des Grafen von Westerholt-Gysenberg zu Schloß Arenfels bei Hönningen am Rhein. Hönningen, heute Bad Hönningen, liegt zwischen Linz am Rhein und Andernach. Schloß Arenfels kam 1849 durch Kauf in den Besitz der Familie von Westerholt-Gysenberg. Zu den Sitzungen des Kreistages hatte der Graf immer einen langen Anfahrtsweg.

   

 

 

 

Signatur des Grafen Westerholt-Gysenberg zu Arenfels am Rhein,

vormaliger  Besitzer des Schlosses Löhringhoff,

der mit diesem Grundbesitz kreistagsfähig war

gem. preußischem Dreiklassenwahlrecht.

 

 

 

Das Herrenhaus war ein rechteckiger, zweigeschossiger Backsteinbau, dem ein quadratischer Turm angefügt war. Der Haupteingang mit Freitreppe befand sich an der Nordwestseite. Die Eingangstür beeindruckte durch ihre barocke Umrandung. Einige Räume waren holzvertäfelt. Um das Gut herum war noch Anfang des letzten Jahrhunderts ein schöner Hochwald. Er wurde von der Firma Krupp angekauft zur Grubenholzgewinnung. Der Wald war 72 Morgen (rund 18 ha) groß und bildete eine Perle unter den vielen schönen Waldteilen des Rittergutes Löhringhoff.

 

Als der Datteln-Hamm-Kanal gebaut wurde, mußte der Graf von Westerholt einige Ländereien an die Kanalbehörde abtreten. 1911 wurde schon ein Enteignungsverfahren eingeleitet, da eine Einigung über den Verkauf zunächst nicht zustande kam. Von Luftangriffen getroffen, die der Zeche Emscher-Lippe während des II. Weltkrieges galten, verfiel die Ruine in den 50er  und 60er Jahren immer mehr. 1961 verkaufte der Besitzer die Reste an die Stadt Datteln. Die hatte nichts besseres im Sinn, als den Abbruch zu verfügen.

 

Alte Briefe,  Bilder oder Postkarten, ein Bauernhof, neben dem sich das Schloß befand und ein Straßenname sind die wenigen Erinnerungen an das frühere Wasserschloß.

 

 

 

Brief von Schloß Löhringhoff nach Rheinberg, doppelt austaxiert, erst unfrei rot,

dann frei in blau, mit preußischem Doppelkreisstempel ohne Jahr vom 14.4.(1856),

rückseitig Aufgabestempel Rheinberg, zweiter Bestellgang. Die Laufzeit des Briefes war ein Tag.

 

 

 

Zum Inhalt des Briefes von Schloß Löhringhoff nach Rheinhausen:

 

Löhringhoff,  13. Februar 1856

 

Lieber Gerhard!

 

Deinen lieben Brief und Geld empfing ich seiner Zeit, jedoch nicht die Erbsen und Blumensamen und möchte Dich deshalb bitten, mir dieses doch gefl. bald zu senden, da ich mir schon einige Beete mit Erbsen angelegt und auch für diese das Land zurechtgemacht habe und zugleich bitte mir zu bemerken, was der wilde Kleesamen kostet.

 

Besondere Neuigkeiten weiß ich Dir jetzt nicht mitzutheilen. Du wirst jetzt im Samengeschäft wohl viel zu thun haben, da jetzt wohl die schlimmste Zeit ist. Hier muß ich schließen, da ich augenblicklich so wenig Zeit habe, werde nächstens mehr schreiben.

 

Hoffentlich, daß Du Dich noch im besten Wohlsein befindest, grüßt und küßt Dich herzlich  - 

 

Dein Reinhard - 

 

Auch an Tolm Derpmann meinen besten Gruß.

 

 

 

 

Ansicht aus dem Jahr 1920

 

 

Brief mit Sonderstempel vom bewirtschafteten Haus Löringhof:

Post Waltrop i.W. - Fernruf Datteln 148 - Bahnstation Datteln.