S I R   L U D W I G   G U T T M A N N

 

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Sporthilfemarke zu den Paralympics 2004 in Athen,

Abbildung Rollstuhl-Tennis mit motivgleichem Sonderstempel

 

Ludwig Guttmann wurde 1900  in Tost/Oberschlesien geboren. Sein Vater betrieb dort eine Branntweinbrennerei. Der Ort liegt im oberschlesischen Kohlenrevier nahe Königshütte. Dort besuchte er die Schule und war Mitglied im Synagogen Chor. Nach der Schulzeit studierte Guttmann Medizin und Wundheilkunde in Freiburg/Breisgau. Später ging er nach Breslau in die Neurologie zu Professor O. Förster. Für einige Zeit war Ludwig Guttmann in der psychiatrischen Abteilung der Hamburger Universität beschäftigt, kehrte aber an die Universität nach Breslau zurück. 1933 verzichtete er aus Protest über die Nazischikanen gegen jüdische Bürger auf seinen Posten.

 

Von 1933 – 1939, sechs Jahre lang, war Guttmann Direktor der Neurologie am Jüdischen Hospital in Breslau. In dieser schwierigen Zeit nahm er seine Pflichten mit großem Mut wahr. Einigen verfolgten Juden konnte Guttmann während des schrecklichen Pogroms 1938 im Hospital Unterschlupf bieten. Allerdings konnte er seine Familie nicht schützen. Sein Vater kam in Theresienstadt und seine Schwester und ihre Familie in Auschwitz/Oswiecim zu Tode.

 

Seine eigene  Familie, Frau und zwei Kinder konnten im März 1939 nach England emigrieren. Ludwig Guttmann fand eine Anstellung in Oxford. Fürderhin widmete er sich den Behinderten der Gesellschaft und deren Förderung. 1948 gründete Dr. Guttmann die jährlichen Stoke Mandeville Games, auch als Rollstuhl Olympiade bekannt. Weltweit wirkte er für die Behinderten und setzte sich für Verbesserungen ein.

 

Für seinen Einsatz wurden ihm unzählige Ehrungen zuteil. In Holland wurde ihm zu Ehren eine Straße benannt. Die englische Königin schlug ihn 1966 zum Ritter. Hochgeehrt starb  Sir Ludwig Guttmann 1980. Die Times schrieb anläßlich seines Todes: „Er schützte tausende Behinderter  und machte deren  Leben wertvoller. Es ist einfach unmöglich, die Summe seiner Verdienste zu nennen!“