A L F R E D    H E R M A N N        F R I E D

 

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Als die Nobelpreisträger des Jahres 1911 bekannt gegeben wurden, war der Österreicher Alfred Hermann Fried unter ihnen. Er hatte sich maßgeblich „für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Veranstaltung und Förderung von Friedenskongressen“  eingesetzt. Es war der Friedenspreis, der an Fried verliehen wurde.

 

Fried wurde am 11. November 1864 in Wien geboren. Er war von Kindheit an pazifistisch geprägt.  Mit neunzehn Jahren ging er nach Berlin, wo er sich bald als  Betreiber eines Kleinverlages einen Namen machte. Er gab mit Berta von Suttner  eine Zeitschrift pazifistischer Art heraus und gründete 1892 die „Deutsche Friedensgesellschaft“  in Berlin.

 

1901 gab Alfred Hermann Fried in einer Sammlung seine unzähligen  Publikationen, Übersetzungen, Beiträge, Artikel und Aufsätze, Aufrufe, Glossen und Leitartikel   „Unter der weißen Fahne - Aus der Mappe eines Friedensjournalisten“  heraus.  Hier spiegeln sich Frieds unermüdliche Bemühungen, der Friedensidee Sprecher und Sprachrohr zu sein - im wilhelminischen Deutschland ebenso wie in der Habsburgermonarchie.

 

Der Erste Weltkrieg traf Fried schwer. Er sah sich nun von jener Barbarei eingeholt, der sein vorausschauender Widerstand gegolten  hatte. Unermüdlich war auch seine Arbeit nach dem Krieg. Fried starb am 5. Mai 1921 in Wien, noch mitten in jenem Atemholen der europäischen Geschichte, das sich als ein Atemholen vor dem Zweiten Weltkrieg herausstellen sollte. Franz Werfel merkte einmal an, daß Fried dem Ansehen Österreichs in der Welt besser gedient habe als sämtliche Diplomaten und Generäle.

 

 

 

Oben österreichische Sondermarke zum 125. Geburtstag von Fried. „Die Friedenswarte“,  ältestes Publikationsorgan in Sachen Friedenssicherung im deutschsprachigen Raum, Wiedergabe einer Ausgabe aus dem Jahr 1913. Briefmarkenblock der Republik  Togo aus dem Jahre 1995 zum Jubiläum  „100 Jahre Nobelpreis“. Abgebildet sind von oben nach unten/von links nach rechts:

 

Elihu Root/Jurist-Politiker

Friedensnobelpreis 1912

 

 

Alfred Fried/Pazifist-Schriftsteller

   Friedensnobelpreis 1911

 

 

Henri Moissan/Chemiker

   Nobelpreis 1906

 

Charles Glover Barkla/Physiker

Nobelpreis 1917

Rudolf  Eucken/Philosoph

     Nobelpreis 1908

 Carl von Ossietzki/Journalist-Pazifist

 Friedensnobelpreis 1935

 

Sir Edward Victor Appleton/Physiker

Nobelpreis 1947

 

     Camillo Golgi/Physiologe

     Nobelpreis 1906  

   Wilhelm Conrad Röntgen/Physiker

        Nobelpreis 1901

                                  

                                                

 

Quellen

Biographien zur Deutschen Geschichte

Belege eigene Sammlung