Die Bevölkerungsstruktur von Flaesheim entwickelte sich wie folgt: 1817: 318, 1927: 574 und 1938: 615 Einwohner. Die früheste Erwähnung stammt aus der Zeit um 800 als „Flaversheim“ in einer Urkunde des Klosters Werden.  Das Dorf beherbergte einen begüterten Damenstift vom Orden der Prämonstratenser, welcher 1555 in ein freiweltliches Damenstift umgewandelt wurde. Aus der Klostergründung entstand Flaesheim. Der Herzog von Arenberg hob das Stift und zugleich die Leibeigenschaft der Dorfeingesessenen auf.

 

Das Wappen zeigt einen in blau und silber geteiltes Schild. Unten liegen drei rote Sparren und oben zwei silberne Wellenbalken. Diese sind Hinweis auf die beiden Flaesheim durchziehenden Wasserläufe. Per Erlaß des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen erhielt Flaesheim 1939 das Recht, ein eigenes Wappen zu führen.

 

 

 

   

 

Die Stiftskirche St. Maria-Magdalena im Ortsteil Flaesheim war Teil eines Klosters. Das Kloster in Flaesheim war eine Stiftung des Grafen Otto I. von Ravensberg. Es wurde nach den Regeln der Prämonstratenser geführt. Im Unterschied zu Mönchsorden verbanden die Prämonstratenser aber das Mönchsleben mit der pfarramtlichen Seelsorge. Norbert von Xanten gründete den Orden 1120 in Prémontré bei Laon in Frankreich. In Holland und Belgien werden Prämonstratenser auch Norbertiner genannt. Durch Verzicht von Graf Otto II. von Ravensberg ging der Stift Flaesheim in den Besitz des Erzbischofs von Köln über. Die Pfarrkirche, Abbildung im Sonderstempel und Fotos außen und innen, ist romanischen Ursprungs und wurde im 14. Jahrhundert erbaut.

 

Als Napoleon 1803 das Rheinland besetzte, ging der Besitz des Stiftes an den Herzog von Arenberg. Bis 1961 nahm die Familie noch Einfluss auf die Bestellung eines neuen Pfarrers in der Stiftskirche. 
 

 

Landpoststelle Flaesheim

 

Verwaltungsmäßig gehörte Flaesheim von 1811 bis 1964 zu Datteln, postalisch aber zu Haltern. Fast ein Drittel der Bodenfläche wird landwirtschaftlich genutzt. 1931 zählte Flaesheim zur Ortsklasse C und hatte als Bahnstation den 3km entfernten Bahnhof in Haltern. Alle 8 Gemeindevertreter gehörten zu jener Zeit dem Zentrum an.

 

Die guten Quarz- und Bausande ließen langlebige Firmengründungen in den 30er Jahre entstehen. 1944 hatte der Ort Flaesheim eine Poststelle II. 1970 war der Status aufgebessert in eine Poststelle I. Das Dorf Flaesheim liegt ca. 13 km von Recklinghausen entfernt in waldreicher Lage zwischen Ahsen und Haltern. Früher gehörte die Bauerschaft Westleven zum Dorf. Heute ist der Ort Stadtteil von Haltern. Durch die guten Autobahnanbindungen ist der Ort samt Umgebung an den Wochenenden ein gefragtes Erholungsziel.

 

 

Am 1. Dezember 1938 wurde in Haltern die Landpostverkraftung mit 16 Poststellen durchgeführt. Flaesheim war eine der Poststellen. Bis zum 13. August 1939 wurden diese Poststellen und Postagenturen werktags zweimal und sonntags einmal von der Landkraftpost angefahren. Mit Beginn des Krieges wurde die zweite werktägliche Anfahrt der Poststellen eingestellt. Die sonntägliche Versorgung wurde aber noch bis Februar 1943 beibehalten. Dann kam es aus Kriegsgründen zum Fortfall. Nach Kriegsende kam der gesamte Postverkehr zum Erliegen. Am 6. November 1945 erfolgte die Wiederaufnahme des Landkraftpostverkehrs.

 

 

 

Suchdienstbrief mit 24 Pfg. der II. Kontrollratsausgabe vom 1. März 1947. Gültig waren die Marken

der Alliierten Besetzung bis zum 22. Juni 1948, dem Tag der Währungsreform.

Entwertung der Marke mit Poststempel Haltern ohne Postleitgebietszahl vom 2. 6.48,

18 Tage vor der Währungsreform. Daneben der Landpoststempel Flaesheim mit Postleitgebietszahl 21.

 

Rechts Postkarte im Fernverkehr mit einer Notopfermarke Berlin, die vom 10. Januar 1949

bis zum 31. März 1956 als Zwangszuschlagsmarke auf den meisten Postsendungen verklebt werden mußte.

Entwertet wurden die Marken mit einem Einkreisstempel Haltern mit Postleitgebietszahl 21a.

Daneben der unveränderte Landpoststempel Flaesheim mit alter Postleitgebietszahl 21.