Samuel Fischer

Verleger

 

1859 - 1934

 

 

 

 

 

Poststempel von Liptó Szent Miklós/Liptau-Sankt-Nikolaus,

dem Geburtsort von Samuel Fischer, auf Freimarkenausgabe

 der österreichischen Serie Doppeladler vom 1. Juli 1863 .

 

 

 

Samuel Fischer wurde am 24. Dezember 1859 als Sohn eines Kaufmanns in Liptó Szent Miklós geboren. Das war ein kleiner Marktflecken mit überwiegend slowakischen Einwohnern in Oberungarn, der von deutschsprachigen Juden kulturell geprägt wurde. Fischer ging dort zur Schule und auf ein jüdisches Privatgymnasium. Im Jahr 1874 fuhr er, allein und fast mittellos, nach Wien und begann eine Lehre in einer Buchhandlung. 1880 übersiedelt er nach Berlin. Dort fand er eine Anstellung als Buchhändlergehilfe in der Buchhandlung von Hugo Steinitz. Hier erlebte er dann seine unvergleichliche Laufbahn als Verleger.

 

 

 

Der historische Absenderfreistempel nach einer Zeichnung

von Otto Eckmann "Fischer mit Netz" aus dem Jahr 1895 war das Verlagssignet.

 

 

 

Fischer wurde 1883 Teilhaber bei Steinitz in der Friedrichstraße. 1885 wurde er in die Corporation der Berliner Buchhändler aufgenommen; für ihn als Ausländer von besonderer Wichtigkeit. Im Jahr 1886 erfolgte dann die Gründung  des eigenen Verlags. Das erste Buch mit dem Impressum "S. Fischer, Verlag" wurde am 28. Januar 1887 ausgeliefert. Es war das Schauspiel "Rosmersholm" von Henrik Ibsen. Fischer erkannte zu seiner Zeit, daß im "Jüngsten Deutschland" ästhetisches Wollen und Können doch allzuweit auseinander klafften. Er verlegte weniger berühmte und berüchtigte Autoren; mit Erfolg. Neben Ibsen sind weitere hochrangige Namen im Register des Verlags enthalten:

 

Gerhard Hauptmann, Artur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Gerhard Hauptmann, Jakob Wassermann, Hermann Hesse, Bernard Shaw u.v.a., darunter spätere Nobelpreisträger. Mit Geschick konnte S. Fischer den Tücken der Zeit trotzen. Sitz der Firma wurde im Herbst 1897 Berlin, Bülowstraße 90/91. 1893 heiratete Fischer Hedwig Landshoff. Aus der Ehe ging die Tochter Brigitte hervor. Diese heiratete 1926 Gottfried Bermann, der Fischers Nachfolger wurde, da dessen Sohn bereits 1913 verstarb.

 

 

 

 

  

Absenderfreistempel aus der Zeit der "Arisierungsphase"

 

 

 

Mit den Nazis begann für Samuel Fischer und sein Unternehmen die schwierigste Zeit. Der Verlag wurde geteilt, ein Teil ging an Suhrkamp, der andere Teil ging mit Tochter und Schwiegersohn ins Ausland. Samuel Fischer erlebte das Drama nicht mehr. Er starb am 5. Februar 1934 in Berlin.

 

 

 

Absenderfreistempel mit dem Verlagssignet "Fischer mit Netz" auch bei

S. Fischer Nachfolger Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

 

  

"Der Monat" warb über den Freistempel für eine Sachbuchreihe.

Ab 2000 wurden die Freistempel auf Blau umgestellt.

 

 

 

Quellen:

Neues Lexikon des Judentums

Verlagsmaterial S. Fischer

Belege Eigenmaterial