E D M U N D    E Y S L E R

 

1 8 7 4   -   1 9 4 9 

 

 

 

Edmund Eysler (eigentlich Eisler) wurde am 12. März 1874 in Wien geboren. Schon mit 16 Jahren wurde er Schüler des Wiener Konservatoriums. Er erteilte nach dem Studienabschluß in Wien Klavierstunden, komponierte Opern und konnte mit 29 Jahren seinen ersten großen Erfolg als Operettenkomponist mit dem „Bruder Straubinger“ erringen. Seine Liebe zu Wien zeigt sich nicht nur darin, daß die meisten seiner Operetten diese Stadt verherrlichen, er lebte auch fast ständig dort, wo er die meisten seiner Werke schrieb und herausbrachte. Insgesamt schrieb Eysler neben drei Opernversuchen sechzig Operetten, von denen viele erfolgreich waren und aus denen man noch heute zahlreiche Meldodien kennt, oft ohne zu wissen, aus welchem Werk und von welchem Komponisten sie stammen. Wer weiß schon, daß das Wienerlied „Fein, fein schmeckt der Wein“, aus dem „Lachenden Ehemann“, oder das berühmte „Mutterl-Lied“ aus der 1905 entstandenen „Schützenliesel“ stammt? Aber auch die Melodie „Küssen ist keine Sünd“ ist über den „Bruder Straubinger“ hinaus so etwas wie musikalisches Volksgut geworden, auch über die Grenzen Österreichs hinaus.

 

 

Die Bedeutung Edmund Eyslers in der Historie der leichten Muse liegt darin, daß es ihm gelang, den Stil der klassischen Operette ohne nennenswerte Veränderungen über die ganze „silberne“ Operettenära und darüber hinaus, fortzusetzen, ohne ein plumper Nachahmer zu werden. Insbesondere seine Walzermelodien sind von einer beneidenswerten Eigenständigkeit und Einfallskraft. Die Operettenbühnen in Österreich nehmen sich seiner Werke an (siehe oben abgebildeten Sonderstempel).

 

Obwohl seine Werke auf dem Index der Nazis standen, flüchtete er nicht. Diese Zeit verbrachte Eysler bei Verwandten und Freunden. Ein gewisser Schutz war auch der Titel "Bürger ehrenhalber der Stadt Wien". Nach dem Krieg erhielt er den Ehrenring der Stadt Wien. Auch die von den Nazis entfernte Gedenktafel an seinem Geburtshaus in der Thelemanngasse wurde wieder angebracht. 1947 erzielte mit der im Burgtheater aufgeführten Operette "Wiener Musik" eine letzten großen Erfolg.

 

Der Komponist starb am 4. Oktober 1949 in seiner geliebten Heimatstadt Wien. Die österreichische Post verausgabte zu seinem 25. Todestag die oben abgebildete Portrait-Sondermarke.

 

 

 

Quellen

Operette von Dieter Zöchling

Belege Eigenmaterial