E r l e

 

Ort der 1000jährigen Feme-Eiche

 

 

 

Die Ritter zu Erle, erstmals um 1200 erwähnt, gelten als die Gründer des Ortes. Sie trugen den Namen "von Ichorne"/Eichhörnchen. Daher tauchen die drei Eichhörnchen im Ortswappen auf.

 

Zum Dorf Erle gehörten vormals die Bauerschaften Östrich und Westrich. Von Recklinghausen war das Dorf Erle rund 28 km entfernt, gelegen an der Grenze zum Rheinland und der Landstraße Dorsten - Raesfeld - Borken. Vor dem 2. Weltkrieg war die Grundfläche des Dorfes 2002 ha, davon 380 ha Wald, 1326 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche und 859 ha festgesetzte Verbandsgrünfläche. Heute gehört Erle zum Kreis Borken.

 

Größere Bevölkerungsbewegungen gab es in Erle nicht. 1818 lebten dort 758, 1927 970 und 1938 ganze 1080 Einwohner. Im Kirchspiel wurden Hügelgräber sächsischer Herkunft mit Brandbestattung sowie merowingisch-fränkische Gräber aufgedeckt. Erle (Horlon) wird urkundlich 1017 zuerst genannt. Die nach einem Brand um 1550 errichtete Kirche wurde 1875 durch einen Neubau ersetzt. Von 1533 bis 1622 war hier der Kalvinismus verbreitet. Vor dem Pfarrhaus steht die berühmte Femeiche.

 

Postalisch trat Erle als Poststation im 19. Jahrhundert in Erscheinung. Dort wurden Passagiere versorgt und Pferde gewechselt. Die Wege waren sandig im Sommer und morastig im Winter. Eine beschwerliche Postroute von Dorsten - Tüshaus über Erle nach Borken und dann weiter in die Niederlande. Die Station hatte Bestand von 1803 bis 1850. Im Zuge einer Straßenverlegung auf die Trasse der heutigen B 224 waren die Tage der Poststation gezählt.

 

Postalisch wurde Erle in früherer Zeit von Dorsten versorgt. Bei der Neuordnung  der preußischen Post im Jahre 1847 wurde das Dorf zweimal in der Woche, dienstags und freitags, durch einen Postboten aufgesucht. 1881 wurde in Erle eine Postagentur eingerichtet, die zum Postamt Dorsten gehörte. Spätere Poststempel zeigen dann die Amtszugehörigkeit zu Hervest-Dorsten. Im Zuge der kommunalen Neugliederung von 1975 in Nordrhein-Westfalen wurde Erle ein Ortsteil der Gemeinde Raesfeld im Kreis Borken.

 

Am 1. Januar 1975 verlor Erle seine politische Eigenständigkeit und wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung gegen den Willen des Erler Gemeinderats durch Fusion ein Gemeindeteil der neuen Gesamtgemeinde Raesfeld.

 

 

 

Postzustellungsurkunde

an den Gemeindevorsteher Schmeemann Erle bei Dorsten

 

  

Vollzogene Postzustellungsurkunde mit Aversvermerk und Kreisstempel „Erle“ mit Segment oben

sowie geographischer Hinweis "bei"  Dorsten vom 2. 8. 1902. Häufig anzutreffender Poststempel

bei kleineren Postämtern um die Jahrhundertwende.

 

 

 

 Postkarte/Ausschnitt mit  6 Pfg. Wertstempel für  Fernverkehr im Inland,

entwertet mit einem Zweikreisstegstempel „Erle bei Dorsten“.

Dieser Stempel löste den vorher gezeigten ab.

 

 

 

Die Fem-Eiche

 

Die "Vehm-Eiche" auf Notgeld der Herrlichkeit Lembeck 1919

 

Die mehr als 1500 Jahre alte Fem-Eiche gehört zu den ältesten Bäumen Deutschlands. Bei vielen Leuten hat sich eingebürgert, die Eiche als 1000-jährig zu bezeichnen. Vor Jahrhunderten wurde unter dieser Eiche Gericht gehalten, Menschen verurteilt und sogar hingerichtet. Nach germanischem Brauch war die Eiche dem Gotte der Weisheit, Odin, gewidmet. Über die Zeiten ist die Eiche hohl geworden und hat  am Boden einen Durchmesser von rund drei Metern.

 

 

   

Ansichtskarte mit der Fem-Eiche in Erle. Zweikreisstempel Erle über Hervest-Dorsten

der Landpost II vom 20.7.42. Im Zuge der kommunalen Neuordnung wurde Erle  1929 in das

„Amt Hervest-Dorsten“ eingegliedert. 6 Pfg. Frankatur  für Postkarten im Fernverkehr.

 

 

Post in den Landzustellbereich

 

Postalisch nicht einwandfrei adressierte und von der Post zwecks ordnungsgemäßer Zustellung blau unterstrichene Ortsangabe.

Die Osterkarte links lief auf Grund der wenigen Grußworte noch als 3 Pfg. Drucksache.

Alter Einkreisstempel mit Bogen oben und unten von Gladbeck auf Osterkarte vom 31.3.34.

 

Rechts ordnungsgemäße Adressierung auf Weihnachtskarte mit einem Zweikreisstempel Gladbeck

vom 24.12.36 - 14, eine Aufgabezeit, die heute eher ungläubig anmutet, früher aber Usus war.

 

   

Zeitgenössische Postkarten zu Ostern und Weihnachten

auf den Rückseiten der o.g. abgebildeten Postkarten.