M A R T A   E G G E R T H

 

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Portraitfoto von Marta Eggerth mit vollem

Namenszug, Widmung und Jahr "Berlin 1936"

 

 

Marta Eggerth wird am 17. April 1912 als  Tochter eines Bankdirektors und einer ehemaligen Sängerin geboren. Mütterlicherseits ist also Musik im Blut. Bereits im zarten "Alter" von elf Jahren gibt es erste Auftritte als Sängerin. Rasch avanciert sie zum Wunderkind. Es folgen Auftritte an der ungarischen Staatsoper in Budapest. In Wien, Hamburg und Frankfurt gibt sie ebenfalls Gastspiele und wird mit ihrer hellen Sopranstimme zu einem bekannten Operettenstar.

 

 

Sonderstempel Haindorf und Bad Hall

 

 

Ihren ersten Filmauftritt hat sie in Richard Eichbergs "Bräutigamswitwe" 1931. Franz Lehar komponierte 1932 extra für Marta Eggerth die Musik für den Film "Es war einmal ein Walzer". Zahlreiche andere Filme folgen, u.a. 1934 die Czardasfürstin von Emmerich Kalman.  Bei den Dreharbeiten zu dem Film "Mein Herz ruft immer nur nach dir, o´ Marita" lernt sie den polnischen Tenor Jan Kiepura  (a.a.O) kennen und heiratet  1936 den populären und in Deutschland allseits beliebten Sänger. Aus dieser Ehe gehen zwei Söhne hervor, wovon der ältere auch Sänger wurde. Marta Eggerth und Jan Kiepura sind in dieser Zeit  das begeisternde Paar auf der Bühne und im Film. Neben der leichten Muse wird aber von der Kritik auch ihr Auftreten im klassischen Bereich gewürdigt. Das Schwarzweißfoto zeigt Martha Eggerth mit Hans Albers in dem Film "Der Draufgänger" 1931.

 

 

 

"Der Draufgänger" 1931 Josetti - Sammelbild

 

 

Marta Eggerth ist jüdischer Abstammung und kann in der Nazizeit, ebenso wir ihr Gatte, nur noch eingeschränkt arbeiten. Gemeinsam mit Jan Kiepura emigriert sie 1938 über Frankreich in die USA. Dort dreht sie kaum noch Filme. Gemeinsam mit ihrem Mann spielt sie nun wieder mehr auf der Bühne. Mit Franz Lehars Operette "Die lustige Witwe" sind beide ab 1943 am Broadway und auf einer Tournee rund drei Jahre erfolgreich. Nach dem Krieg ist aber die Zeit der Operettenfilme vorbei. Marta Eggerth und Jan Kiepura können hier nicht wieder Fuß fassen. Beide gastieren aber öfter mit Bühnenauftritten.

 

Nach dem plötzlichen Tod von Jan Kiepura 1966 bleibt Marta  Eggerth der Bühne bis ins hohe Alter treu. In Wien trat sie anläßlich einer Gala zum 200. Geburtstag der Volksoper auf und begeisterte die Menschen. Sie wurde 1979 mit dem Deutschen Filmpreis in Gold für ihr hervorragendes Wirken im deutschen Film ausgezeichnet. Die große Dame der Operettenbühne lebt heute in New York. Es gibt zahlreiche Tonträger, die uns ihre entzückende, liebliche Stimme immer wieder nahe bringen.

 

 

 

   

Tonfilmwerbung Westfälische - Landeszeitung - Rote Erde

Groß-Dortmund-Donnerstag 20.12.1935

und Künstlerkarte aus dem Atelier Schenker/Berlin.