Deutsch-Südwest-Afrika

Briefmarken und Geschichte

 

 

1883 wurde  von Franz Adolf  Eduard Lüderitz das Gebiet von Angra Pequena, heute Lüderitzbucht, und das dahinter liegende Gebiet, nach ihm "Lüderitzland“ genannt, erworben.  Es  wurde 1884  unter deutschen Schutz gestellt.  Das Mandat endete während des 1. Weltkrieges  am  9. Juli 1915. Fünf Wochen später war ganz Südwestafrika von der Südafrikanischen Union besetzt.

 

Die deutsche Post  wurde am 7. Juli 1888 in Südwest eingerichtet. Verwendet wurde zunächst Briefmarken des Mutterlandes Deutschland. Zu erkennen sind diese Verwendungen an den Abstempelungen auf Freimarken „Pfennig“ und „Adler-Ausgabe“. Ab 1897 gab es dann Aushilfsausgaben mit zweizeiligem Aufdruck Deutsch-Südwest-Afrika und ab 1898  Südwestafrika in einem Wort.

 

 

 

 

Südwest Vorläufer - Mitläufer

 

Vor Ausgabe der Kolonialmarken für Deutsch Südwest Afrika wurden die Marken des Mutterlandes verwendet. Diese nennt man Vorläufer. Die Marken des Deutschen Reiches waren auch nach der Einführung von eigenen Markenausgaben bei den Deutschen Auslandspostämtern und Kolonien weiterhin gültig. Im Gegensatz dazu waren aber die Marken der jeweiligen Auslandspostämter oder Kolonien nur in dem dafür verausgabten Gebiet und nicht im Deutschen Reich oder bei anderen Auslandspostämtern oder Kolonien gültig.  

 

 

Einkreisstempel Gibeon auf 5 Pfg. Germania als sogenannter Mitläufer aus 1906.

Der Stempel "GIBEON ***" war von 01.10.1895 bis zum 25.04.1914 in Gebrauch.

 

Die Ortsnamen gehen teilweise auf die Missionierung zurück, haben aber auch einheimischen Ursprung.

Gibeon  hat seinen Namen nach einem Ort nahe Jerusalem, dem eine alttestamentliche Bedeutung zugesprochen wird.

 

 

 

Provisorische Aufdruckausgaben mit zweizeiligem Aufdruck

auf Krone/Adler Marken von 1897: Deutsch-Südwest-Afrika dreiteilig.

 

 

Ausgaben von 1897:

10 Pfg. Poststempel Swakopmund - 20 Pfg. Warmbad

 

Warmbad ist ein Dorf an der Quelle des Horn Rivier und für seine Thermalquellen bekannt.

Rievier bezeichnet einen zeitweilig wasserführenden Flußlauf in Namibia.

In der arabischen Welt z.B. heißen diese Flußbetten Wadis.

 

 

 

Provisorische Aufdruckausgaben mit zweizeiligem Aufdruck

auf Krone/Adler Marken von 1898: Deutsch-Südwestafrika zweiteilig.

 

3 ungebrauchte Werte der Ausgabe 1898.

 

 

3 Pfennig in Zwischenfarbe mit Poststempel Windhoek-

10 & 20 Pfennig Poststempel Swakopmund.

 

 

Der Name Windhoek ist Afrikaans und leitet sich von „Windecke“ oder „windige Ecke“ ab; der einheimische Name bedeutet etwa so viel wie „Heiße Quelle“, was auf  einstige  Thermalquellen der Region hindeutet.

 

Swakopmund hat seinen Namen nach dem Fluß Swakop - einheimisch auch Exkrementenfluß, da der bei Regen große Mengen bräunlichen Schlamms mit sich führt.

 

 

 

Einkreisstempel "Otjimbingue" 1901:

Schreibweise seit 1. Juli 1895  mit " j " anstatt "y".

 

Der Ortsname heißt soviel wir "Erfrischender Ort", das sich auf eine natürliche Quelle bezieht.

 

 

 

1900 folgte die Freimarken-Ausgabe „Kolonial-Schiffszeichnung“

mit der Kaiserjacht  SMS  „Hohenzollern“ ohne Wasserzeichen.

 

Ungebrauchte Freimarken der Ausgabe November 1900 ohne Wasserzeichen

 

 

 

Kolonial-Schiffszeichnung Kaiserjacht SMS "Hohenzollern"- wie vorher:

Werte von 5 Pfennig bis 1 Mark.

 

Marken der gleichen Ausgabe:

20, 30 und 40 Pfg. Poststempel Windhuk,

25 Pfg. Bethanien - 50 Pfg. Karibib,

2 Mark Poststempel "Aus" und 3 Mark Swakopmund.

 

 

 

Der Ort Karibib entstand an einem Wasserloch, das von den Herero Otjandjomboimwe genannt wurde.

Bethanien wurde nach dem Taufort Jesus Christus benannt.

 

 

Diese Marken wurden 1906 mit  Wasserzeichen Rauten erneut verausgabt.

 

3 Pfg. Poststempel "Windhuk" - 5 Pfg. "Seeis

 

 

 

Ungebrauchte Freimarken mit Wasserzeichen:

 

10 Pfg. Ausgabejahr 1906 und 30 Pfg. 1913.

 

 

 1 Mark Ausgabejahr 912 - 2 Mark 1911 - 3 Mark 1919 - 5 Mark 1906.

 

 

In der philatelistischen Sprache heißen diese Marken „Schaltersatz“. Insgesamt waren 147 verschiedene Marken der deutschen Auslandspostanstalten und Kolonien nach Kriegsausbruch (1914) bis zur Schließung der Verkaufsstelle für Kolonialpostwertzeichen in Berlin noch vorrätig. Diese wurden auf  Wunsch geschlossen an Sammler abgegeben und kommen deshalb als Schaltersatz nur ungebraucht vor. Da einige Postämter im Ausland und den Kolonien noch eine Zeitlang weiterarbeiteten, gibt es verschiedene Werte des Schaltersatzes auch postalisch gebraucht.

 

 

 

Deutsche Feldpost

 

Der Name "Aus" entstammt der Khoi-Sprache und bedeutet "Große Schlange".

Die Khoikhoi (Khoi/echte Menschen) sind einheimische Hirten.

 

   

Die Blaudruckkarte zeigt die Feldpoststation "Ledderkopp".

Aufgabeort war "AUS" am 15.5.1907.

 

Die Feldpostkarte ging nach Waltershausen in Thüringen an Heinrich Wenzel:

"Lieber Kamerad! Am Strand des Fischflußes Deiner gedenkend,

sendet Dir die herzl. Grüße. Reiter Max Liebold".

 

Vorderseite: "Die Welt ist groß, die Welt ist schön, wer weiß wann wir

uns Wiedersehen. Dein treuer Freund Max Liebold"

 

 

Feldpostkarte 1907 nach Lahr in Baden

Geschrieben in Kuibis/Polizeistation

 

 

Zeitgenössische Fotokarte einer einheimischen Mutter mit ihren Töchtern

 

Leseabschrift:

Habe von Dir schon längst keine

Schreiben mehr erhalten.

 

Kuibis 20.6.07

 

Trete  am 1.8.07 bei der Firma Lenz u. Co hier ein.

Sonst geht es gut.

Dein Kamerad

Sergeant

 

Lenz & Co war ein deutsches  Eisenbahnbau- und Betriebsunternehmen,

welches 1892 gegründet wurde und auch in Südwest tätig wurde.

 

 

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