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DeFaKa

Deutsches Familien Kaufhaus GmbH

 

 

Gründer der DeFaKa Deutsches Familien Kaufhaus war Jakob Michael, geboren am 28. Februar 1894 in Frankfurt am Main. Seine Eltern waren der Kaufmann Karl (Elieser) Michael und dessen Frau Berta geb. Kohn. 1910 begann Michael eine kaufmännische Lehre bei der Frankfurter Metallhandelsfirma Beer, Sondheimer & Co. Ab 1913 bis in die Zwanziger Jahre baute oder kaufte er profitable Firmen und ein Bankgeschäft auf, die ihn zu unermäßlichem Reichtum führten.

 

 

 

 

Firmenfreistempel DeFaKa Berlin, Zimmerstraße und Bekleidungs Gesellschaft für deutsche Beamte (Köster AG).

 

 

1925 gründete er die „Defaka B.G.“ (Deutsche Familien-Kaufhaus Bekleidungs-Gesellschaft GmbH) und betrieb rund 22 Kaufhäuser. Michael, dessen Vermögen 1925 auf annähernd 150 Mill. Mark geschätzt wurde, gehörte neben Hugo Stinnes und dem Börsenspekulanten Hugo J. Herzfeld zu den erfolgreichsten Nutznießern der Kriegskonjunktur und der schwer überschaubaren wirtschaftlichen Verhältnisse der Nachkriegszeit. Vor allem in Berlin wurden zahlreiche Grundstücke und Geschäftshäuser erworben und von der Terra AG für Grundbesitz verwaltet. Im Zentrum des Konzerns stand die Industrie- und Privatbank AG, Berlin, die auch Ausgangspunkt vielfältiger Aktivitäten Michaels im Finanzierungs-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft war.

 

 

Um späteren Schikanen zu entgehen, war er vorausschauend 1932 in die USA emigriert und hatte als Eigentümer seiner Kette die von ihm selbst gegründete Firma New Jersey Industries Co. Inc. registrieren lassen. Über die Emil Köster AG kontrollierte er weiterhin große Teile seines Beteiligungsbesitzes in Deutschland, ohne daß dies den nationalsozialistischen Behörden aufgefallen wäre, und vermochte so, sein Vermögen weitgehend zu retten. 1939 gelang es ihm sogar, durch eine „Schein-Arisierung“ das Berliner Kaufhaus Israel in seinen Besitz zu bringen und 1940 die Hackeschen Höfe in Berlin zu erwerben, die 1942 als ausländisches Feindvermögen unter Kuratel gestellt wurden. Die Hackeschen Höfe wurden 1993 an die Erben Jakob Michaels restituiert und 1994 an den Bauunternehmer Roland Ernst verkauft. 1954 übernahm Helmut Horten (a.a.O.) von Jakob Michael die Warenhäuser der Köster-Defaka-Gruppe zum Preise von 60 Mill. DM und führte diese unter deren Namen noch eine Weile weiter.

 

 

 

Nachkriegs Absenderfreistempel für die von Horten

noch weitergeführten DeFaKa Läden.

 


Jakob Michael war Mitglied zahlreicher jüdischer Organisationen und machte große Stiftungen an jüdische wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen, u.a. die Hebrew University in Jerusalem, das Weizmann Institute in Rehovot, die Yeshiva University und das Albert Einstein College of Medicine (beide New York). Er starb am 7. September 1979 in New York.   

 

   

 

Dieser philatelistische Hinweis auf die DEFAKA und ihre Hintergründe kann das Gesamtthema nur als Fragment streifen.

Weitere, umfangreichen Beiträge im Internet geben insbesondere die des Spiegels unter nachfolgendem Link:

 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31970327.html

 

 

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