D A T T E L N

 

Post und Geschichte

Landpost Meckinghoven

 

 

Wappen - Beschreibung:

 Im schwarzen Feld ein silberner Ring,

das Siegelbild des Goswin Fridag de Datteln von 1326,

rechts im silbernen Feld das schwarze, kurkölnische Kreuz.

 

 

Genauere Nachrichten über den Ort Datteln gibt es schon aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. Das älteste  bekannte schriftliche Zeugnis stammt von 1147. Im ehemaligen Kirchspiel Datteln gab es sechs landtagsfähige Rittergüter: Löringhoff, Vogelsang, Malenburg, Gutacker, Klostern, Möcklinghoff; dazu Burg Wildau und die erst 1822 erbaute Dillenburg. Die Mehrzahl der Güter sind erloschen.

 

Feste Annahme ist, daß der seit 1657 nachweisbare „Vestische Bote“, die Posteinrichtung der Vestischen Landstände, auch Briefe von und nach Datteln beförderte. Das gilt auch für den Olfener Boten, der gemäß Aufführung im Kalender „Münsterischer Almanach“ von 1751 regelmäßig Post in Datteln zustellte - 1798 darüber hinaus auch für das ganze Vest Recklinghausen.

 

 

Ausschnitt aus einer Heimatkarte von 1953

 

Als aber Preußen 1802 ins Münsterland kam, war es mit der alten  „Botenherrlichkeit“ bald zu Ende. Daraus wurden staatliche „Königlich preußische Fußposten“. Anfang der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts reformierte der preußische Diplomat von Nagler die bis dahin rückständige preußische Post gründlich. Ab 1825 wurde die Postversorgung allmählich auf das flache Land ausgedehnt. Im Zuge dieser Maßnahmen kam es im damals noch völlig ländlichen Vest Recklinghausen zur Einrichtung einer Postexpedition in Datteln. Mit „Circular-Verfügung“ vom 27.Dezember 1827 wurde diese genehmigt und nahm zum 1. Juli 1828 den Betrieb auf.  

 

 

 

Zweikreisstempel Datteln ohne Jahr sowie Ausgabestempel Reinberg auf

ausgeklappter Rückseite. Der Brief wurde auf Schloß Löringhof am  13.4.1856 geschrieben.

 

 

Der erste nachweisbare Poststempel war ein  Einkreisstempel ohne Jahr, der sogenannte Fingerhutstempel (Abb. links). Dem folgte die nächste Form, ein Zweikreisstempel ohne Jahresangabe. 1845 wurden dem Amtsbereich des Postamtes Dorsten, das damals im „Vest Recklinghausen“ eine führende Rolle spielte, sämtliche Postexpeditionen im Vest, darunter Ahsen, Datteln und Horneburg, zugewiesen. Doch schon ein Jahr später teilte man Ahsen und Datteln dem Postamt Dortmund zu.

 

Die Eröffnung der Eisenbahn zwischen Cöln-Deutz und Hamm im Sommer 1847 brachte wesentliche Änderungen in Dattelns Postverbindungen. Zwischen Lüdinghausen und dem neuen Bahnhof in Mengede verkehrte eine Personenpost, die u.a. Waltrop berührte. Datteln erhielt an diese neue Postverbindung Anschluß durch eine „Cariolpost“ zwischen Datteln und Waltrop. Karriole oder Kalesche ist die alte Bezeichnung für besonders leicht gebaute ein- oder zweispännig gefahrene Wagen, die vorwiegend zur Beförderung von Briefpost auf kurzen Strecken von der Post eingesetzt wurde. Ab 1.Juli 1847 wurde die Postexpedition auch „Station für ordinaire  Posten“ (frühere Bezeichnung für die Brief- und Fahrpost)  und war dem Postamt Dortmund unterstellt.

 

 

 

Preußische Freimarkenausgabe  vom 15. November 1850

mit dem Kopfbild Friedrich Wilhelm IV. (1795 - 1861),

entwertet mit einem Vierringnummernstempel 308 Datteln.

Die Nummernstempel wurden

vom 15. November bis zum 31. März 1859 verwendet.

 

 

Rechteckstempel Datteln auf 2x4 Pfg. Freimarken

Preußischer Adler im Achteck in unterschiedlicher Farbe,

Ausgabe 19. Nov. 1861 und 1864.

 

  

1850 dann wurde Datteln zu einer Postexpedition II und Posthalterei aufgewertet, gehörte zur OPD Münster und führte den preußischen Vierringstempel „308“(s. Abb.). Bezüglich der Einführung der preußischen Nummernstempel verweise ich auf die Ausführungen unter" Ahsen" meiner Ausarbeitungen. Diesen Status hielt Datteln auch während des Norddeutschen Postbezirkes  und  bekam eine „Station für alles Postfuhrwerk“ dazu. Zwischen 1858 und 1882 war die Post dem Leiter der Amtsverwaltung, dem Amtmann Wiesmann unterstellt. Die Diensträume befanden sich u.a. im 1870 erbauten Amtshaus am Markt.

 

 

 

Kastenstempel Datteln mit verbesserter Aufgabezeitangabe A für abends

auf Urkunde, unterschrieben in Pelkum 1861.

 

 

Datteln in einer Beschreibung des Posthandbuches von 1878: 

 

Dorf. In sandiger Gegend, hat 1240 meist katholische Einwohner, welche sich größernteils durch Landwirtschaft nähren. Mahl- und Sägemühle mit Dampfbetrieb (Rüpings - Mühle. Im Westen der Gemeinde beginnt die hügelige Haard mit dem Stimberg. In der Nähe sind Steinkohlenlager nachgewiesen.

 

 

 

Einlieferungsschein ohne Ortsvordruck über eine Aufgabe mit Wertangabe

an Mengelmann in Olfen. Blankovordrucke bekamen meist Postämter

mit niedrigem Postaufkommen. Diese vermerkten den Postort per Handstempel.

 

 

 

Rüpings Mühle um 1905 - Das Haus steht immer noch.

 

 

Zur engeren Gemeinde Datteln gehörten seit Alters her zehn Bauerschaften: Meckinghoven, Hagem, Rapen (heute zu Oer-Erkenschwick), Bockum, Hachhausen, Redde, Klostern, Natrop, Pelkum und Markfeld. Rapen gehört seit 1923 zur Stadt Oer-Erkenschwick, damals noch Gemeinde. Datteln führt seit 1936 die Bezeichnung „Stadt“. 

 

 

  


   Lochung "A D" - Amt Datteln auf Freimarkenausgabe "Köpfe berühmter Deutscher"

hier Kopfbild des Philosophen Immanuel Kant (1724 - 1804).  Rechts 3 Pfg. Hindenburg

mit Lochung "AD" Amt Datteln und Sonderstempel  "Bedeutender Wasserstraßenknotenpunkt",

mittig Lochung "E L D"  Zeche Emscher-Lippe Datteln, gleicher Sonderstempel.

 

 

Lochungen auf Briefmarken

 

Diese Lochungen, englisch perfins, sind private Lochungen zum Schutz der Portokasse. Im eigentlichen Sinn  sind die privat gelochten Marken für den Sammler wertlos. Allerdings gibt es immer mehr Sammler, die sich mit der Herkunft dieser aus Buchstaben oder Symbolen bestehenden Merkmale auf den Marken befassen. Die Durchlochungsmaschine wurde 1867 von dem Engländer Joseph Sloper erfunden, patentiert und am 13. März 1868 postamtlich zugelassen. Es folgte 1874 die Schweiz, Frankreich 1876 und Deutschland 1877.

 

Inzwischen sind diese Lochungen untersagt, da von interessierter Seite zum eigenen Nutzen viel Unfug damit getrieben wurde. Diese privaten Lochungen sind nicht zu verwechseln mit amtlichen Lochungen, z.B. den Eisenbahnmarken von Bayern. Amtliche Lochungen machen die Marken, im Gegensatz zu den privaten Lochungen, nicht wertlos. Die gelochten Marken des Amtes Datteln fallen unter Privatlochungen.

 

 

Kriegsgefangenenlager in Datteln

 

    

Das  Kriegsgefangenenlager 1210 befand sich auf der Castroper Straße 196 - 98 und nahm

Arbeiter für die Zeche Emscher-Lippe auf. In dem Lager lebten zeitweise bis zu 2000

russische Kriegsgefangene. Den portofreien Feldpostbrief gab der Schütze Schröder,

Datteln, Am Tigg 2, auf (ungetarnter Poststempel).

 

 

    

Notpostkarte der Alliierten Besetzung 1945

 

 

 Bedarfsmäßig verwendete lokale Notpostkarte zu 6 Pfg. mit rotem

„Gebühr bezahlt“ Stempel, Tagesstempel "Datteln" ohne Postleitgebietszahl

und Druckvermerk: H 0093. Die Portostufe 6 Pfg. für Postkarten im

Fernverkehr galt während der alliierten Besetzung bis zum 28. Februar 1946.

Diese lokalen Behelfsausgaben sind nicht oft anzutreffen.
 

 

Historische Aufnahmen rund um die Zeche Emscher-Lippe

in Datteln aus den 1950er Jahren

 

 

Fotos: Privat

 

 

 

Landpost Meckinghoven

 

Kreisstempel Mit Gitterbogen oben und unten

des Postamts Meckinghoven

 

 

Das Post  Meckinghoven hatte bereits vor der kommunalen Neugliederung des Ruhrgebiets

im Jahr 1926 eigene Poststempel (s. Abb.) Heute ist Meckinghoven eine Stadtteil von Datteln.

Im Zuge der besseren Landversorgung Ende der 1920er Jahre wurden aber weitere Postannahmen geschaffen,

die sogenannten Landposten II mit dem gezeigten Nebenstempel. Die in der Bauerschaft

eingerichtete Poststelle II führte den nachfolgend aufgeführten Nebenstempel.

Dieser weicht von den Reichspostvorgaben ab. Eigentlich müßte der Stempel folgenden Eintrag haben:

"Meckinghoven/über Datteln". Es liegt die Vermutung nahe, daß der Kastenstempel nicht zentral gefertigt wurde.

 

 

 

Erst kürzlich aufgetauchter Landpoststempel von Meckinghoven aus 1944.

Die Marke wurde mit einem Einkreisstempel Datteln entwertet.

 

Datteln war das nächstgelegen Postamt, welches der Verordnung zufolge

auch den Tagesstempel auf der Frankatur anbrachte.

 

 

 

Für Ihren Besuch bedanke ich mich und wünsche

allen Interessierten  Freude und Erbauung.