Postgeschichte Recklinghausen - Colonie Blumenthal

Colonie Blumenthal Recklinghausen

 

Ortsteil mit eigenem Poststempel

 

 

 

  

Durch den aufstrebenden  Bergbau  wurde die Besiedlung der Ruhrgebietsstädte Ende des 19. Jahrhunderts immer dichter. Polen war seit der dritten Teilung im Jahr 1795 nicht mehr existent und von der europäischen Landkarte verschwunden Aus den nunmehr preußischen Provinzen Oberschlesien, Ostpreußen  und der ebenfalls preußischen Provinz Posen, strömten vor 1900 Menschen christlichen Glaubens, oft anderer Zunge, mit "preußischem Paß" ins aufstrebende Ruhrgebiet. Diese Menschen lieferten einen markanten Beitrag zur Integration. Frischten sie doch das träge Blut der Westfalen gehörig auf und verhalfen der Region zu wirtschaftlichem Wohlstand.

 

Ansichtskarten und Briefe waren die Mittler in die ferne Heimat. Die Reichspost richtete auf Grund des gestiegenen  Postaufkommens allerorten neue Postagenturen ein.

  

 

Zeitgenössische Ansichtskarte mit Bergbaumotiven um 1900.

 

 

Am 1. Mai 1900, bezeichnender Weise am Tag der Arbeit, eröffnete die Postagentur „Colonie Blumenthal“ auf der Dortmunder Straße, vormals Horneburger Straße, ihre Pforten. Hier waren Wohnungen erbaut worden für die Arbeiter der Zeche „Blumenthal III/IV“ nahe dem Bahnhof. Hinter einer schmiedeeisernen Tür, gegenüber der Gaststätte „Jägerhof“ auf der heutigen Dortmunder Straße, war die Agentur in einem Zechenhaus untergebracht. Dort wurde der oben abgebildete Poststempel geführt. Das Gebäude existiert noch (siehe unten abgebildetes Foto). Die Postagentur Kolonie Blumenthal wurde am 29. Februar 1924 aufgehoben. Seit dem 1. Oktober 1934 wurde daraus eine Poststelle unter der Bezeichnung Recklinghausen A 1.

 

 

 

Links die ehemalige Poststelle Blumenthal, früher Horneburger Straße, heute Dortmunder Straße.

Durch die schmale Eisentür links des Hauses kam man in den Innenhof und in die Poststelle.

 

Rechts Poststelle 9 gegenüber der alten Poststelle im ehemaligen Jägerhof.

Dieser war vormals ein formidabler Gasthof, in  dem sich die arbeitende Bevölkerung

der Colonie Blumenthal, von Kreta und Hinsberg bei Tanz und guter Laune entspannen konnten.

Heute ist der von den Neubesitzern marodierte und  heruntergewirtschaftete Bau abgerissen und einem Neubau gewichen.

 

 

Die Poststelle wanderte weiter in einen Lebensmittelmarkt gegenüber dem ehemaligen Jägerhof,

die wiederum aus Kostengründen von der Bundespost geschlossen wurde.

Links WAZ vom 16. April 1991 - rechts Recklinghäuser Zeitung.

 

 

 

Die Recklinghausen 9  Poststelle befindet sich nunmehr in einer Lottoannahme

Ecke Hibernia/Dortmunder Straße im ehemaligen Hunsche Haus.

 

 

 

 

Grußkarten aus Recklinghausen

mit dem Poststempel der Colonie Blumenthal

 

 

   

Blick vom unbebauten Kuniberg auf die Stadt, mittig das Bahnhofshotel,

Poststempel Colonie Blumentahl vom 12.5.1900, gerade mal 12 Tage nach der Eröffnung.

 

 

  

Der Marktplatz gegen St. Peter 1904.

 

 

    

Anlagen am Bahnhof mit dem Schwanenteich 1908.

 

 

Die Ansichtskarte zeigt die „Colonie Blumenthal“ im Bereich der heutigen Hinsbergstraße/Dortmunder Straße

an der Gaststätte „Lindenhof“ um 1910. Beide Häuser, links und rechts, existieren noch mit baulichen Veränderungen/Nutzungen.

Darunter Lindenhof-Werbung, einer ehemaligen Institution auf Kreta, aus einem Festkatalog von 1930, .

 

 

AK Horneburger Straße nach Litzkendorf/Krumpa

im preuß. Reg. Bezirk und Kreis Merseburg 

 

 

 

 

Fotos Poststellen: Mainczyk 1995

 

 

 

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