Chronik

Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V.

1924 - 1999

 

Der Gedanke zu einer Gründung eines Briefmarkensammler-Vereins  wurde 1924 in Recklinghausen verwirklicht. Auf Initiative des Telegraphen-Oberinspektors Joseph Woker  und des Postinspektors Richard Linden fanden  sich am 1. Juni 1924, rund ein halbes Jahr nach Ende der  Inflation, Briefmarkensammler zusammen, um die „Gemeinschaft der Briefmarkenfreunde Recklinghausen“ zu gründen. Die Gründungsversammlung fand in der Gaststätte Schäpers am Holzmarkt statt. Mit der Leitung des Vereins wurde Sammlerfreund Woker beauftragt. Erstes Tagungslokal war die erwähnte Gaststätte. In späteren Jahren waren die Briefmarkenfreunde Gäste in verschiedenen, traditionsreichen Häusern der Stadt, u.a. im Handelshof am Altmarkt, Ritter am Altmarkt (bei Nückel), Ewige Lampe, Franziskaner, Breuckmann (Breite Straße), Stute (Münster Straße), Altes Brauhaus (Dortmunder Straße), Sanders am Lohtor, im Telegraphenamt am Steintor, IGBCE-Haus an der Herner Straße und im Jubiläumsjahr im städtischen Bürgerhaus Recklinghausen-Süd am Körnerplatz. Viele dieser Häuser hat der Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. mittlerweile „überlebt“.

 

Von Anfang an fanden regelmäßig Tauschveranstaltungen statt. Die Mitgliederzahl stieg von 20 auf über 100 Anfang der 30er Jahre an. Zum Tag der Briefmarke 1942 wurde erstmals eine Briefmarkenausstellung ausgerichtet, und die Post des Deutschen Reiches gab einen Sonderstempel heraus. Die Veranstaltung  1942 fand trotz des Kriegsgeschehens  guten Anklang. Bis 1985 mußten die Philatelisten in Recklinghausen warten, bis es  wieder einen Tag der Briefmarke in Recklinghausen zu feiern gab. Das Kriegsgeschehen ging nicht spurlos an unserem Verein vorbei. Die Arbeit für die Sammler wurde stark eingeschränkt. Nach 1945 trafen sich die alten Mitglieder weiterhin zum Austausch von Briefmarken und zu Fachgesprächen im Philatelisten-Club. Großes  Interesse bestand auf Grund der neuen Sammelgebiete in den Besatzungszonen. Das ließ den Ruf nach einem organisierten Verein wach werden. Eine Gruppe von Sammlerfreunden faßte den Entschluß, das alte Vereinsleben wieder aufleben zu lassen. Die erste gemeinsame Versammlung fand am 3. Oktober 1953 in der Gaststätte „Sanders am Lohtor“ statt. Ein Jahr später schloß sich der Philatelisten-Club Recklinghausen als Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen dem Verband der Philatelisten in Nordrhein-Westfalen e.V. (VdPh e.V.) im Bund deutscher Philatelisten e.V. (BdPh e.V.) an. Der VdPh und der BdPh erkennen den Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. als Rechtsnachfolger der 1924 gegründeten Sammlergemeinschaft an.

 

Die Vereinsentwicklung war günstig. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Heinrich Auge+  MdB/SPD fand am 22. Mai 1955 die zweite Briefmarkenausstellung in Recklinghausen statt. Veranstaltungslokale waren die Engelsburg und der Handelshof. Das hervorragende philatelistische Ereignis wurde umrahmt von einer großartigen Briefmarkenausstellung, dem Sonderpostamt mit einem heute noch attraktiven und begehrten Sonderstempel (Merkur und Grubenlampe). Postbeamte in historischen Uniformen lenkten eine Postkutsche. Die Briefmarken-Tauschveranstaltungen waren gut besucht. Begleitworte für die Festschrift gab es vom 1. Vorsitzenden des VdPh, Herrn Alois W. Bögershausen, der dem Verein sehr zugeneigt war. Im Rahmen der Veranstaltung wurde dem Vereinsgründer von 1924, Sammlerfreund Joseph Woker+, auf Grund seiner Verdienste um die Philatelie und dem örtlichen Verein  der Ehrenvorsitz und die Ehrenmitgliedschaft  übertragen. Er war der erste Träger der höchsten Vereinsauszeichnung.

 

Zwei Jahre später traten die Recklinghäuser Sammlerfreunde erneut an die Öffentlichkeit. Auf einer Freizeitausstellung in der Vestlandhalle wurde ein Sammlungsquerschnitt gezeigt. Weite Kreise der Bevölkerung wurden so auf unsere sinnvolle Freizeitbeschäftigung aufmerksam gemacht. Sammlerfreund Paul Bryk+ z.B. referierte in Kursen an der Volkshochschule unter dem Motto „Gezähnt und Geschnitten“. Unser Verein leistete schon früh unbezahlte, ehrenamtliche Gemeinschaftsarbeit. Das hat sich bis heute erhalten. Wir fühlen uns für alle Sammler, die sich an uns wenden, organisiert oder nicht, verantwortlich. Es blieb kein Geheimnis, daß bei den Tauschtagen des Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen nicht nur Briefmarken und  Briefe, post- und zeitgeschichtliche Belege getauscht wurden, sondern auch die dazu nötigen Unterlagen, sprich Kataloge, philatelistische Literatur und Prüfgeräte kostenlos in Anspruch genommen werden konnten. Dazu kam das Wissen der Altphilatelisten und eine günstige und umfassende Briefmarken,- Neuheiten und Zubehörbeschaffung. Dieses Angebot wurde Jahr für Jahr erweitert. Stets neueste Kataloge, Prüfgeräte und viele Titel aus dem philatelistischen und numismatischen Bereich stehen allen Mitgliedern in ausreichender Anzahl zur Verfügung.

 

Ein Pfeiler der Vereinsarbeit sind seit 1980 die intensiven Partnerschaften mit Sammlerfreunden in den Vereinen der Partnerstädte der Stadt Recklinghausen. Philatelie ist ein Steckenpferd ohne Grenzen. Wo früher Kalter Krieg herrschte, kein Politiker mit der Gegenseite sprach, da waren wir Philatelisten schon untereinander in Kontakt und tauschten Marken aus. Damit brachen wir das Eis und bauten Brücken. Erste internationale Freundschaften knüpfte der Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen schon 1955 mit Sammlerfreunden in Aalten/Niederlande. Heute bestehen Partnerschaften und Briefkontakte mit Vereinen und Sammlern in Akko/Israel, Dordrecht/Niederlande, Douai/Frankreich, Preston/England und Schmalkalden/Thüringen. Ein erster Besuch bei den französischen Freunden in Douai  unter Beteiligung des Vorsitzenden Erich Pfeiffer  fand  bereits 1968 statt. Anlaß war der 5. Jahrestag der Partnerschaft Recklinghausen-Douai. Ein französischer Sonderstempel zeigt die Kathedrale von Douai und St. Peter in Recklinghausen. Im Zusammenhang mit den Partnerschaften stiftete der Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. 1981 einen Wanderpreis „Philatelie und Partnerschaft“ für besondere Verdienste  in diesem Bereich. Bisherige Preisträger waren:

 

 

 

1982

Karl Heinz Mainczyk

Recklinghausen

 

1984

Denis Jones

Preston/Garstang

1986

P.J. Dekker

Dordrecht

1990

Dr.Max Banti

Douai

 

1991

Peter J. Berends

Walton Le Dale/Preston

 

1999

J.P. Favre

Douai

 

 

 

 

Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. (weiterhin kurz BSV) fand am 8. und 9. Juni 1974 im städtischen Saalbau eine Briefmarkenausstellung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Erich Wolfram statt. Zahlreiche Philatelisten mit ihren Exponaten, die Sonderschau der israelischen Postagentur in Deutschland sowie ein regionbezogener Sonderstempel begeisterten die Besucher aus Stadt, Land und den Partnerstädten. Das Sonderpostamt der Bundespost war damals noch sehr gefragt. In Anbetracht der guten Förderung des Vereins und der Philatelie durch Oberbürgermeister Erich Wolfram+ MdB/SPD wurde diesem 1975 die Ehrenmitgliedschaft  übertragen. Dem Postamt Recklinghausen 1 wurde im gleichen Jahr vom BdPh e.V. das Prädikat „Philatelistisches Postamt“ verliehen. Die Auszeichnung basierte auf einer Empfehlung von Sammlern, die in bezug auf ihr Steckenpferd beim Postamt in Recklinghausen gut aufgehoben waren. U.a. wurde ein Sonderbriefkasten für Sammler zur guten Abstempelung von Briefen und Marken aufgestellt. Dem Postamtsleiter, Herrn Dr. Norbert Burke, wurde ebenfalls die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der Zahn der Zeit allerdings relativierte das Prädikat und den Sonderbriefkasten. Freundlich sind die Mitarbeiter der Post AG zwar immer noch. Der Briefkasten und die Urkunde sind aber mittlerweile entfernt. Die Zeiten bei der Post haben sich geändert -  nicht zum Wohle der Sammler.

 

Wiederum unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Erich Wolfram MdB richtete der BSV aus Anlaß der 20jährigen Partnerschaft mit Preston/England 1976 im Ruhrfestspielhaus eine Jubiläumsbriefmarkenausstellung aus. Verbunden damit war der Vestische Großtauschtag für Briefmarken und Münzen. Seit 1977 bereitete sich der BSV intensiv auf die zwei Jahre später stattfindende Rhein-Ruhr-Posta 79 vor. Vorübergehend gab Erich Pfeiffer aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Vorsitzender ab. Als stellv. Vorsitzender wurde beim Amtsgericht in Recklinghausen nach der Wahl durch die Mitglieder Karl Heinz Mainczyk eingetragen, der dieses Amt bis 1998 bekleidete. Erich Pfeiffer blieb dem BSV als Ehrenvorsitzender mit all seinem Wissen um Verein und Philatelie erhalten. Ebenfalls 1977 wurde Herr Friedrich Wilhem Blecher, damals Vorsitzender des VdPh e.V. in NRW, Ehrenmitglied unseres Vereins.

 

Für die im Laufe von 75 Jahren geleistete Arbeit für die Vereinsmitglieder, aber auch  als ein Stück selbstloser Gemeinschaftsarbeit für alle Philatelisten, wurden folgende Mitglieder des Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. vom BdPh e.V. ausgezeichnet:

 

 

Verdienstnadel in Silber

 

Erich Pfeiffer+

 

Verdienstnadel in Bronze

 

Horst Biaesch

Horst Hanke+

Albrecht Luda+

 

Karl Heinz Mainczyk

Heinz Marx+

Erich Pfeiffer+

Heinz Schwacke+

 

                                                                                            

Ein Höhepunkt im Vereinsleben des BSV RE wurde das Jahr 1979. Nach langer und intensiver Vorbereitung richtete der BSV RE e.V. die „Rhein-Ruhr-Posta 79“ in Verbindung mit dem 30. Landesverbandstag des VdPh  in NW e.V. aus. Recklinghausen wurde mit dieser Veranstaltung im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel zum philatelistischen Schaufenster in Nordrhein-Westfalen und weit über diese Grenzen hinaus. Der Präsident der FIP (intern. Dachverband der Philatelie), Herr Dvoracek aus Prag, fand den Weg nach Recklinghausen. Darüber hinaus waren Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben als Repräsentanten in die Veranstaltung eingebunden. Schirmherr war der damalige Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski, der auch heute noch der Philatelie verbunden ist. Über 8 Tage zog sich die Ausstellung im Rang II hin, an der auch der heimische Sammler Karl Heinz Mainczyk mit dem Exponat "Postalische Heimatgeschichte Recklinghausen“ teilnahm und mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. In den Ausstellungsrahmen waren die besten und schönsten philatelistischen Belege, darunter sogar ein Mondbrief und die sagenhaften Sachsen-Dreier, zu sehen. Mehr als sechzig Vereinsmitglieder, Freunde aus den Nachbarvereinen und der Landesverbandsvorstand trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die große philatelistische Show wird uns wohl zeitlebens in Erinnerung bleiben.

 

Die 80er Jahre wurden von einem neuen Vorstand, den wieder Erich Pfeiffer leitete, mit  Schwung angegangen, um die bevorstehende Dekade zu meistern. 1980 flog eine Gruppe des Vereins zur Briefmarken-Weltausstellung „London 80“ mit einem schönen Beiprogramm zur Erkundung der Hauptstadt der Philatelie. 1981 richtete der Verein eigenverantwortlich eine Briefmarkenausstellung im Rahmen der 25jährigen Partnerschaft Recklinghausen-Preston aus. Eine Sonderganzsache und ein Sonderstempel erinnern dauerhaft an dieses Ereignis. Die als Partnerschaftsdokument gesuchte Ganzsache fand Eingang in den Michel-Katalog und brachte es  mittlerweile auf eine ansprechende Bewertung. 1982 folgte eine ähnliche Ausstellung unter dem Titel „Freundschaft über Grenzen“ mit einem Sonderstempel. Beide Veranstaltungen hatten als Schirmherrn OB Erich Wolfram+ MdB/SPD zum Schirmherrn. Zur letztgenannten Ausstellung weilte der Bürgermeister der Partnerstadt Dordrecht/NL, Herr van Zuuren mit seiner Gattin in Recklinghausen. Wir hatten die Ehre, beide zur Ausstellung in der Vestlandhalle begrüßen zu dürfen.

 

1983 überbrachte der damalige Vorsitzende unseres Partnervereins in Dordrecht/NL, Herr J.P. Dekker, auf Veranlassung von Bürgermeister van Zuuren zwei Dordrechter Stadtmedaillen. Diese gab er an den stellv. Vorsitzenden Karl Heinz Mainczyk und an den Schatzmeister Horst Biaesch weiter für ihre Bemühungen um Philatelie und Partnerschaft zwischen den Philatelistenclubs „De Postjager/Dordrecht und dem Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V.“. Die Ehrung wurde während der Vestischen Briefmarkenbörse im Kreis vieler Sammlerfreunde von Herrn Dekker vorgenommen. Das Jahr 1983 war wiederum ein Jubiläumsjahr. Das Recklinghäuser Rathaus wurde 75 Jahre alt. Dazu richtete der BSV RE e.V. eine Briefmarkenwerbeschau aus. Es wurde ein Sonderstempel mit Rathausmotiv geführt und eine Sonderganzsache mit gleichem Motiv in limitierter Auflage gedruckt. Beides sind  gefragte Stücke, wie auch alle anderen nachfolgenden Sonderstempel und Sonderganzsachen des BSV, die stets in geringer Auflage das Sammlerherz erfreuen.

 

Auf Einladung der Prestoner Sammlerfreunde besuchten der Vorsitzende Erich Pfeiffer und sein Stellvertreter Karl Heinz Mainczyk 1983 die Briefmarkenausstellung der North-West Federation of Philatelic Societies in Preston. Abgehalten, und das war ein Novum, wurde diese Werbeschau erstmals auf einem Schiff, der TSS Manxman in den Preston Docks. Das war vormals ein Postfährschiff, welches früher die Strecke Preston-Isle of  Man befuhr. Ein in der Tat origineller Schauplatz. Verbunden mit dem Besuch in Preston war ein Empfang bei Frau Bürgermeister Dorothee Chaloner. Hier trafen wir mit einer Schulklasse aus Recklinghausen, die ebenfalls Preston besuchte, zusammen. Eingehend zeigte uns Peter Berends aus Walton-le-Dale bei Preston, mittlerweile Mitglied unseres Vereins und ein guter Freund  partnerschaftlicher Beziehungen, die  Midlands, den Lake Windermere und die Stadt Preston. Es blieb uns alles in bleibender Erinnerung; und wir fanden neue Sammlerfreunde.

 

Das Jahr 1984 war für den BSV kein Jahr wie jedes andere. Zu feiern war ein Doppeljubiläum. 60 Jahre wurde der BSV jung und 175 Jahre das Recklinghäuser Postamt alt. Dabei wurde auch der Partnerschaft mit der Partnerstadt Akko/Israel gedacht. Das Ruhrfestspielhaus auf dem grünen Hügel war ein würdiger Ort dieser Veranstaltung und Begegnungsstätte für alle Freunde der Philatelie. Schirmherr war Herr Dr. Norbert Burke (Ehrenmitglied), damaliger Leiter des Postamtes Recklinghausen 1(V). Vorsitzender des Ehrenpräsidiums war Herr Landrat Helmut Marmulla+ MdL/SPD, dem im Verlauf der Ausstellung die Ehrenmitgliedschaft übertragen wurde. Der Veranstaltung angeschlossen war die Vestische Briefmarkenbörse/Inter-Tausch-Börse. Das Jahr wurde mit einer Werbeschau im Foyer des Kreishauses in Recklinghausen anläßlich der 30jährigen Partnerschaft zwischen dem Kreis Recklinghausen und der oberschlesischen Stadt Beuthen abgeschlossen. Schirmherr der Partnerschaftsausstellung war  der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Herr Johannes Rau, der sich auch in das Gästebuch eintrug.

 

Aus Kostengründen  mußte die Vestlandhalle als Veranstaltungsort aufgegeben werden. Erstmals wurden ab 1985 im Bürgerhaus Recklinghausen-Süd am Körnerplatz regelmäßig die Vestischen Briefmarkenbörsen eingerichtet - mittlerweile eine feste Größe im Veranstaltungsreigen dieser Region. Zu Weihnachten 1998 wurde die 40. Börse veranstaltet.  Im Frühjahr 1985 war unser Verein mit einer Ausstellung anläßlich der Einweihung des neuen Postamtes in Suderwich beteiligt (so etwas gab es damals noch). Zur Börse im April besuchten uns die Freunde aus Dordrecht und Preston. Zum „Tag der Briefmarke“ richteten wir im Postamt 1 im Oktober 1985 eine Briefmarkenausstellung zu diesem Thema aus. Erstmals nach 1942 wurde in Recklinghausen wieder ein Tag der Briefmarke gefeiert. Den  Abschluß eines recht aktiven philatelistischen Jahres für unseren Verein bildete ein Tagesseminar im Vereins-Lokal "Zum Schwan" zu dem Thema „Falschstempel“. Referent dieser für alle Bürgerinnen und Bürger offenen Veranstaltung war der stellv. Vors. und Geschäftsführer des BSV, Karl Heinz Mainczyk.

Neben den vielen philatelistischen Vereinsaktivitäten wie die Veranstaltung der Vestischen-Briefmarkenbörsen, Besuche der Nachbarvereine und der regionalen  Philateliezentren, Abhaltung von Philatelieseminaren und Briefmarkenausstellungen,  sind in unserem Verein von besonderer Wichtigkeit die Pflege der Beziehungen zu unseren Freunden  in den Partnerstädten. Guter Brauch ist es mittlerweile, unsere Freunde in Douai zum Tag der Briefmarke zu besuchen - seit 1986 ohne Unterbrechung. Aber auch die anderen Partnervereine kommen nicht zu kurz. Wir lassen uns überall sehen und bekommen auch die entsprechenden Gegenbesuche. Zum 30jährigen Bestehen des Prestoner Vereins richteten die dortigen Sammlerfreunde ein „Philatelistisches Wochenende“ aus. Es fand statt in der Alston Hall/Volkshochschule Preston. Für das Seminar wurden hochkarätige Referenten eingeladen, die zum Teil aus  London anreisten:

 

 

 

J. Crompton FRPS, President North West Federation of Philatelic Societies/Thema: New Hebrides,

W.F. Rogers, Director House of Questa/Thema:Briefmarkenproduktion,

Miss Susan Worsley von Christies Robson Lowe/London/Thema: Briefmarken aus dem Papierkorb

J.d. Hayhurst, O.B.E./Thema: Postgeschichte, u.a. Referenten mehr.

 

 

 

Gleich vier Jubiläen feierten wir im September 1986 auf unserer Rang III Briefmarken-Wettbewerbsausstellung  in der Vestlandhalle:

 

 

750 Jahre Stadtrechte Recklinghausen

40 Jahre Ruhrfestspiele - 40 Jahre Unicef

30 Jahre Partnerschaft mit Preston/GB

 

 

 

Schirmherr der Großveranstaltung war wiederum Herr OB Erich Wolfram MdB. Die Ausstellung eröffnete Herr Bürgermeister Theodor Uhländer/CDU. Zwei Sonderstempel mit themenbezogenen Motiven und Privatganzsachen erinnern dauerhaft an die Jubiläen, ebenso wie die Autogrammstunde unseres Recklinghäuser Bodybuilding Weltmeisters Ralf Möller und den Start eines Heißluftballons mit der ersten Recklinghäuser Ballonpost. Die Post ging leider beim Bestimmungspostamt in Preston unter. Trotz amtlicher Nachforschungen konnte in Preston der angebliche „Bevollmächtigte“, der die Post  dort entgegennahm, bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Kein einziges Stück tauchte je wieder auf. Vielleicht erbarmt sich der Held dieser Aktion und gibt den Beutel zum Jubiläum zurück.

 

1987 begrüßten wir in unserem Verein  das erste Mitglied aus der Partnerstadt Akko/Israel, Sammlerfreund Ozias Meier, der leider zwischenzeitlich verstarb. Sein Nachfolger ist Sammlerfreund Fritz Grünpeter. Der Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. unterstützte 1987 mit einer Unterschriftenaktion das Begehren der IGBE zur Herausgabe einer Briefmarke zum 100. Jubiläum der Gewerkschaft. 1988 widmete der BSV RE e.V. verschiedenen Dingen Aufmerksamkeit. Drei Börsen prägten die Tauschveranstaltungen. Die Ehrenmedaille des Vereins wurde André Dangreau aus Douai bei unserer Visite anläßlich des Tags der Briefmarke ebendort verliehen. Unseren Sonderstempel zur IGBE-Briefmarkenausstellung 1989 stellten wir der Öffentlichkeit vor.

 

Recklinghausen feierte 1989 das 40jährige Großstadtjubläum. Aus diesem Anlaß  präsentierten wir im Frühjahr im Rahmen der Feierlichkeiten  eine Briefmarkenschau in der Stadtsparkasse. Post der letzten vierzig Jahre bildeten den Schwerpunkt. 200 Jahre französische Revolution war dann das Thema der Freunde in Douai, deren Ausstellung wir zum Tag der Briefmarke im April besuchten.

 

Nicht die monumentalsten  Veranstaltungen sind die eigentlichen Höhepunkte im Vereinsleben - sondern die Jubiläen, die einem am meisten am Herzen liegen. Dazu gehörte zweifelsfrei unsere Ausstellung „100 Jahre IGBE 1989“ im Bürgerhaus in Recklinghausen-Süd, mitten im Herzen des Reviers. Hier haben wir unsere ganze Kraft eingesetzt. Mit Stolz können wir zurückblicken und sagen: „Das war eine gelungene Ausstellung!“ Schirmherr war der damalige 1. Vorsitzende der IGBE, Herr Heinz Werner Meyer+ MdB/SPD und spätere 1.Vorsitzende des DGB und Ehrenmitglied des Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V.

 

Wir waren der einzige Verein bundesweit, der für das Jubiläum eine Sonderganzsache mit eingedruckter Briefmarke der Zeche Zollern in Dortmund auflegte. Diese Ganzsache war ausschließlich auf das Jubiläum ausgerichtet. Die eingedruckte Marke war die erwähnte Ausgabe Zeche Zollern, der Sonderstempel hatte ein Bergbaumotiv, desgleichen der farbige Zudruck auf der Briefvorderseite. Eine Grußpost in die Bergbaupartnerstadt Douai/Frankreich bescherte dem einen oder anderen Sammler  noch einen zusätzlichen Abschlag des dort geführten Sonderstempels als Beleg der Beförderung nach Douai. Anschließend wurde  der Beleg den Adressaten über die Bundespost zugeleitet. Es war keine philatelistische Spielerei  auf  Sohle 7 in 800 m Teufe, sondern ein echt gelaufener Beleg der Verbundenheit mit dem Bergbau und der IGBE, von denen die IGBE 450 Stück ihren Mitgliedern zusandte. Die anderen 450 Belege fanden den Weg in die Exponate der Bergbauspezialisten. Im Kreis der Bergbaumotivsammler ist diese Ganzsache eine gesuchte Rarität. Die restlichen  Stücke sind so gefragt, daß wir diese wie unseren Augapfel hüten und nur zu besonderen Anlässen  an echte Liebhaber weitergeben. Des weiteren gab es ein Gedenkblatt mit IGBE-Briefmarken und dem Sonderstempel Recklinghausen und Bonn als Ersttagsstempelung. Im Rahmen dieser Ausstellung wurden erstmals Kontakte zu Sammlerfreunden in Schmalkalden geknüpft.

Schwerpunkt der vielbeachteten Briefmarkenausstellung war der Teil „Bergleute stellen ihr Steckenpferd Philatelie vor“. Die Jubiläumsveranstaltung hatte ein buntes Rahmenprogramm. Wir veranstalteten einen Festabend im Bürgerhaus-Süd. Gäste waren:

 

 

 

Ralf Paulsen/Gesang

Werkschor Blumenthal/Gesang

Jugendsalonorchester der Stadt Recklinghausen/Leitung Lukas Dammer

Jupp Klosterkamp und Willi Sanders/Vortrag

Big-Band Tanzkapelle

 

 

Eine Riesentombola rundete das Geschehen ab. Bei Tanz und Musik klang der Abend aus.

Begrüßen konnten wir Gäste aus fünf Partnerstädten, die uns die Ehre des Besuchs zu diesem Jubiläum gaben:

 

 

Becher Meir aus Akko/Israel-Vizekonsul für Österreich in Nord-Israel

J.C. Erkelens und Freunde aus Dordrecht/Niederlande

Jean Francois Leclerq und Kurt Richter mit Freunden aus Douai/Frankreich

Peter J. Berends mit Freunden aus Preston/England

Heinz Hermann und Manfred Finger aus Schmalkalden/Thüringen

 

 

Auch der Schirmherr, Herr Heinz Werner Meyer+ mit seinen Freunden  war anwesend und genoß die gelungene Veranstaltung. Heinz Werner Meyer wurde dann im September mit der Ehrenmitgliedschaft des BSV RE e.V. ausgezeichnet. Bei der Überreichung im Herbert Wehner - Haus in der Paulusstraße war auch Diethard Bendrat zugegen, der ehemalige Leiter der IGBE-Bezirksstelle Ruhr-Nord. Beiden gebührt ein herzliches Glück Auf als Dank für den Einsatz zur Realisierung der Jubiläumsausstellung. Ein Videoband dokumentiert diese Veranstaltung.

 

Zur Vestischen-Briefmarkenbörse im Mai 1990 besuchten uns unsere Freunde aus Douai. Wir richteten eine Ausstellung zu Ehren der 25jährigen Partnerschaft mit Douai aus. Bürgermeister Jochen Welt begrüßte die Abordnung im Bürgerhaus-Süd und Frau Monika Lescher-Hegemann (Leiterin des Auslandsinstitutes „Die Brücke“) übersetzte dessen Rede und  da und dort die eine oder andere Konversationslücke.  Diese Ausstellung Douai wanderte dann noch ins Rathausfoyer. Am gleichen Platz zeigten wir im Herbst 1990 zum 100. Geburtstag des Heimatvereins Recklinghausen e.V.  eine post- und zeitgeschichtliche Ausstellung aus den 100 Jahren des Vereinsbestehens. Erich Pfeiffer, langjähriger Vorsitzender unseres Vereins, wurde in diesem Jahr mit der Verdienstnadel in Silber des Bundes (BdPh e.V.) ausgezeichnet.

 

Proteste gegen die Markenflut nach der Vereinigung  der  zwei Teile Deutschlands  zeichneten den Jahresanfang 1991 aus. Von dieser Flut an Markenausgaben hat die zur Post AG gewandelte Bundespost bis heute nicht abgelassen. Das Verhalten verprellt Reihen von Sammlern, angefangen von Schülern und Jugendlichen bis hin zu den Senioren. Die meisten davon sind nicht auf Rosen (aus Geld) gebettet. Es geht so weit, daß Vereine und Handel als überflüssig  dargestellt werden. So  stehen wir in den Vereinen zukünftig ohne Nachwuchs dar. Es spricht sich schnell herum, daß die Art Philatelie der Post AG ohne Wiederverkaufswert ist. Darunter leidet zwangsläufig die Vereinsarbeit. Wer  den  Schaden  hat, ist  für´s  Steckenpferd  verloren. Das System der Post AG ist ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Wobei anzumerken ist, das gesundes Gewinnstreben keineswegs verwerflich ist. Hier trifft folgender Satz zu: “Briefmarken sind gut - besonders gut für den Hersteller!“.  Nicht umsonst hat sich für diese Produkte der Begriff „Kartonphilatelie“, im englischen „Wallpaper“ (Tapete), eingebürgert. Machen sie sich ihren Reim darauf. Unsere Antwort heißt klipp und klar: „Sammeln sie deutsche Briefmarken. Deutschland ist ein hervorragendes Markenland, welches jedes Sammlerherz zufrieden stellt. Nur meiden sie die Produkte der Kartonphilatelie!“ Die USA, ein „leuchtendes Vorbild“ auf vielen Gebieten, gibt bei über 240 Millionen Menschen  nur rund ein Drittel an Marken heraus, die bei uns auf den Markt kommen. Es ist überflüssig, alle Jahre bekannte Köpfe wiederholt im Markenbild zu zeigen und  für die Mehrheit der Bevölkerung unbedeutende Anlässe und Institutionen für einen kleinen Personenkreis zu „protegieren“.

 

Von Vereinsseite betrachtet gab es in diesem Jahr aber auch positive Ergebnisse. Im März  1991 beteiligten sich der stellv. Vors. Karl Heinz Mainczyk und der Schatzmeister Horst Biaesch an einer Briefmarkenausstellung zum Tag der Briefmarke in der Partnerstadt Douai. Eine Tagesfahrt nach Bremen  zu einer Rang II Briefmarkenausstellung des dortigen Landesverbandes, verbunden mit einem Besuch der Altstadt und einer Hafenrundfahrt absolvierten wir im Mai zusammen mit den Marler Sammlerfreunden. Ebenfalls im Mai gab es eine post- und zeitgeschichtliche Ausstellung zum Thema „100 Jahre 1. Mai“ im Bürgerhaus-Süd zur Vestischen-Briefmarken-Börse. Eine Delegation aus Preston besuchte den BSV RE e.V. und Recklinghausen. Bürgermeister Jochen Welt empfing die Gäste Peter J. Berends, Paul Gaywood, Maureen und Maurice Richardson und Molly und Norman Short im Rathaus. Eine Ausstellung „35 Jahre Partnerschaft mit Preston“ konnte über 6 Monate im Rathausfoyer  besichtigt werden. Das in der Tat aktive philatelistische Jahr klang aus mit einer Briefmarkenausstellung im Kreishaus. Grund war das Jubiläum „175 Jahre Kreis Recklinghausen“. Bedienstete der Kreisverwaltung, die zugleich Mitglieder unseres Vereins sind,  richteten diese Ausstellung aus. Gezeigt wurden überwiegend post- und  zeitgeschichtliche Belege aus dem Kreis Recklinghausen. Eine Festschrift rundete das Programm ab. Schirmherr  war  Oberkreisdirektor Rudolf  Pezely.  1992 war ein Wahljahr. Auf der Jahreshauptversammlung wurde der alte Vorstand einstimmig bestätigt. Eine postalische Rarität für die Stadt und den Kreis Recklinghausen konnte Karl Heinz Mainczyk 1992 nach Recklinghausen holen. Ein Brief von Ahsen nach Recklinghausen aus dem Jahre 1853, frankiert mit preußischen Briefmarken und entwertet mit dem preußischen Nummernstempel 8 von Ahsen ist nun das Glanzstück der post- und zeitgeschichtlichen Sammlung „Recklinghausen“. Es handelt sich um das einzig bekannte Stück mit diesem Nummernstempel, der nach Schließung der Post in Ahsen im Jahre 1853 noch zu zwei weiteren Postämtern wanderte. Das ist der Grund und natürlich das geringe Postaufkommen in Ahsen, welches dieses Stück zu einer begehrten Rarität machen. Entsprechende Würdigung fand dieser Brief mit einem Farbartikel in der WAZ, einem Bericht in der RZ und einem Artikel im Vestischen Kalender. Der Brief war vormals in so berühmten Sammlerhänden wie Dr. Berkowitz und John R. Booker jun. Mit ihrer Sammeltätigkeit sichern Philatelisten und Postgeschichtler  manches zeitgeschichtliche Stück für die Nachwelt.

 

Auch 1992 besuchten wir wieder die Freunde in Douai zum Tag der Briefmarke und die Partnerstadt Dordrecht zum Festival „Dordrecht unter Dampf“. Dazu charterten wir einen Bus. Besuch des Festivals, Besichtigung der Altstadt und  des Hafens sowie eine Kostprobe des neuen Jungen Matjes war für alle Besucher ein bleibendes Erlebnis. Im Rahmen der Partnerschaft mit Akko/Israel gab der Verein eine Broschüre mit einer Farbeinlage über die Post- und Zeitgeschichte von Akko heraus. Eine Gruppe Recklinghäuser Sammlerfreunde fuhr zur Preston Guild nach England. Eine Woche schönster Begebenheiten füllten ein ganzes Heft, das wir zum Abschluß dieser Reise herausgaben. Auszüge geben wir hier wieder: Besuch der Stadt Blackpool, des Lake Windermere, Empfänge bei zwei Bürgermeistern, einmal in Preston und zum anderen im Wyre District sowie familiäre Begegnungen. Die Gastfreundschaft unserer englischen Freunde war sprichwörtlich und unerschöpflich.

 

Ein neuer Slogan : „Philatelie-Freizeit-Hobby“ läutete das Jahr 1993 ein und sollte neuen Schwung in die Mitgliederbilanz bringen. Wir gaben aus Anlaß der Einführung der neuen fünfstelligen Postleitzahlen ein Gedenkblatt „Zwei Städte - eine Postleitzahl“ heraus. In dem Jahr war es die letzte Gelegenheit, so etwas zu dokumentieren. Die Karte trug die Marke „500 Jahre Post“ und hatte jeweils einen Poststempel 435 Recklinghausen und einen von 435 Bernburg/Saale. Dazu gab es eine Broschüre „Poststempel von Recklinghausen“ in der Reihenfolge der Stempelverwendung von 1809 - bis 1993. In diesem Heft wurden alle bislang bekannten Poststempel von Recklinghausen abgebildet. Außerdem unterstützten die Mitglieder des BSV mit einer Unterschriftenaktion, die an den Bundespostminister weitergeben wurde, die Herausgabe einer Briefmarke zum Jubiläum 50 Jahre Ruhrfestspiele Recklinghausen. Eine Tagesfahrt nach Bonn mit Besichtigung des Bundeshauses und der Altstadt  sowie eine Visite des Weinortes Ahrweiler unternahmen wir mit den Marler Freunden. 

 

Unser Mitglied Wolfgang Köppel stellte seine vielfach hochprämierte Sammlung zum Motiv „Leichtathletik“ zur Hallenweltmeisterschaft der Leichtathleten in Stuttgart aus. Des weiteren schrieb er einen Artikel darüber in der Zeitschrift „Junge Sammler“ der Philatelistenjugend des Bundes. Geehrt wurde Willi Könings mit der Ehrenmedaille des Vereins für seinen Einsatz für Philatelie und Verein. Wir veranstalteten im IGBE-Haus an der Herner Straße einen Tag der offenen Tür, den zahlreiche Freunde der Philatelie besuchten. Unser langjähriger Freund und Obmann für Partnerschaftsfragen in Douai, Kurt Richter, verstarb plötzlich im August. An den Trauerfeierlichkeiten nahmen wir mit vier Personen teil: Willi Könings, Ingrid, Karl Heinz und Alois Mainczyk.  Wir werden Kurt Richter ein ehrendes Gedenken bewahren. Das Jahr klang aus mit einer Briefmarkenausstellung im Rathausfoyer anläßlich der Überreichung der Europafahne an die Stadt Recklinghausen. Wir präsentierten eine Collage mit Briefmarken zum Thema Europa und Partnerstädte. Da uns Europa sowie Philatelie und Partnerschaft ein Herzensanliegen sind, war es für uns eine Selbstverständlichkeit, hier tätig zu werden.

 

1994 war ein Jubiläumsjahr. Unser Verein wurde 70 Jahre alt.  Aus diesem Grund veranstalteten wir im Kreishausfoyer eine Jubiläumsausstellung mit  Bürgermeister Jochen Welt/MdB SPD als Schirmherrn. Daran beteiligten sich auch Sammler aus den Partnerstädten, sowie eine größere Delegation aus Douai. Es wurde allen Gästen ein umfangreiches Programm geboten. Auf der Jahreshauptversammlung konnten wir langjährige Mitglieder für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit ehren, quasi das Urgestein unseres Vereins:

 

 

Oswald Cichon - Horst Hanke+ - Lothar Machulka - Erich Pfeiffer+

 

Die Jubiläumsausstellung selbst fand statt vom 4. bis zum 17. Juni 1994. Seit langen Jahren ist der Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V. von den Wochenendveranstaltungen abgerückt. Diese Kurzveranstaltungen verpuffen unter großem Kraftaufwand ohne Resonanz beim außenstehenden Publikum, bringen nur Hektik in den Verein und die Mannschaft, Zeitdruck für die Besucher  und keinen Genuß beim Betrachten der ausgestellten Exponate.  Zugleich feierten wir zu unserem Anlaß auch noch den 90. Geburtstag des Tenors Joseph Schmidt, Interpret des berühmten Liedes „Heut ist der schönste Tag in meinem Leben...“, eines seiner bekanntesten Lieder.

 

Schirmherr der Veranstaltung war Bürgermeister Jochen Welt MdB. Ihm zur Seite stand ein Ehrenpräsidium namhafter Bürger der Stadt und Ehrenmitglieder unseres Vereins. Die Brücke, die IGBE Bezirksleitung und das DRK Recklinghausen banden sich in die Veranstaltung ein. Neben der großartigen Briefmarkenausstellung gab es weitere Programmpunkte, u.a. die Eröffnung, die zwei jugendliche Künstler am Klavier und mit der Geige musikalisch umrahmten (Christoph Dahlkamp/Klavier und Stefan Krause/Geige). Sie trugen Stücke von Beethoven (Hymne an die Freude), ein Zwischenspiel „Die Post im Walde“ und das „Menuett“ von Mozart vor. Weiter gab es das Treffen der Freunde aus den Partnerstädten, einen Festabend mit Musik-Unterhaltung-Tanz-Tombola, eine Festschrift mit Bunteinlage und einen sechsfarbigen Erinnerungsbeleg. Der Vorstand sorgte bei dieser  Veranstaltung für Kurzweil. Immer muß so etwas aber nicht gelingen, obwohl wir uns das Erfolgsrezept auf die Fahnen geschrieben haben. Das Jubiläumsjahr klang aus mit der vorzüglich besuchten Weihnachtsbörse im Bürgerhaus Süd. Die Recklinghäuser Briefmarken-Börsen sind mittlerweile eine Institution für das nördliche Revier. Nach dem Jubiläumsjahr  wandten wir uns wieder dem Alltagsleben des Vereins zu. Unser heutiger Ehrenvorsitzender Erich Pfeiffer wurde 1995 von Landrat Helmut Marmulla/MdL V (Ehrenmitglied)  für seine 40 jährige Tätigkeit als  Vorsitzender geehrt. Es stand das Jubiläum 30 Jahre Partnerschaft mit Douai/Frankreich an. Hier engagierten wir uns mit einer Broschüre mit Farbeinlage, die die Historie der Partnerstadt und die Postgeschichte von Douai beschrieb, verbunden mit einem Besuch der Freunde zum „Tag der Briefmarke“. 

 

Ein anderes Partnerschaftsjubiläum war das 35. Gründungsfest der „Postjager“, unseres holländischen Partnervereins in Dordrecht im Jahre 1996. Wir besuchten die rundum gelungene Briefmarkenausstellung mit Recklinghäuser Beteiligung. Dazu kam die immer wieder interessante  Besichtigung der schönen Altstadt von Dordrecht. Auch hier gaben wir zu Ehren der Freunde in Dordrecht eine  teilfarbige Broschüre mit post- und zeitgeschichtlichen Aspekten heraus. 1996 war auch das Jahr der Informationen und Warnungen. Wir veranstalteten ein gut besuchtes Bürgerseminar zum Thema „Sammlungsaufbau und Sammlerschutz“. Dieses Seminar wurde begleitet von einer 28seitigen Ausarbeitung. Referent war der stellv. Vors. Karl Heinz Mainczyk, der auch Verfasser des Begleitheftes war.

 

1997 ging das Informieren weiter. Unter dem Motto „Philatelie einmal philosophisch“ trug der stellv. Vorsitzende  Karl Heinz Mainczyk  seine Vorstellungen zur Vermeidung von Schnäppchenschäden  den Sammlerinnen und Sammlern vor. Mitte des Jahres konnten wir uns dann als Verein über 4 Wochen in der Volksbank Marl/Recklinghausen präsentieren. Die VB Marl/Recklinghausen wurde 100 Jahre alt. Unterstützt wurde der Sammlungsteil von der hochprämierten Sammlung zum Thema „Geld“ unseres Landesverbands-Schatzmeisters/heute Landesverbands-Vorsitzender, Werner Müller aus Lünen. Zu sehen gab es dazu noch Briefe aus der Rothschild-Korrespondenz und eine Sammlung zum Thema „Philatelie rund ums Geld“ von Karl Heinz Mainczyk und eine entsprechenden Festschrift, die die Volksbankbewegung unter Schulze-Delitzsch und Raiffeisen behandelte.

 

1998 stand im Zeichen des Jubiläums „50 Jahre Israel“. Dazu richtete der Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V.  in Zusammenarbeit mit der Israel-Stiftung des Kreises Recklinghausen eine Ausstellung mit Schwerpunkt „Judaica“ vom 14. bis zum 29. Mai 1998 aus. Schirmherr der Veranstaltung war Herr Landrat Hans Ettrich, der zugleich auch Vorsitzender der Israel-Stiftung des Kreises Recklinghausen ist und die Ausstellung in Anwesenheit zahlreicher  Gäste, u.a.  auch aus der Partnerstadt Douai/Frankreich, eröffnete.

 

Grußadressen erreichten uns u.a. von seiner Exzellenz dem  Botschafter des Staates Israel, Herrn Avi Primor und vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau. Auch diese Ausstellung war über 14 Tage konzipiert. So ergaben sich Möglichkeiten, verschiedene Bevölkerungskreise sachkundig an die Exponate heranzuführen. Mehr als sechs Artikel in der örtlichen Presse lokal- und kreisweit machten auf unsere Ausstellung aufmerksam. Die Offene  Klasse war international bestückt. Sammlungen erreichten uns aus England, Frankreich und Israel. Auch der Jugend bot die Ausstellung Raum zur Entfaltung. Die Besucher wählten per Stimmzettel die publikumwirksamsten Sammlungen in den Bereichen „Offene Klasse“  und „Zeitgeschichte“ aus.

 

 

Philatelie ist internationaler

Brückenschlag!

 

 

Im Juni 1998 schloß sich ein anderes Jubiläum, „50 Jahre DM“, an. Wiederum die Volksbank Recklinghausen (VB) bot uns für eine entsprechende Ausstellung Raum in der Hauptstelle am Kurfürstenwall. Herr Bankdirektor Leo Stratmann beschirmte das Unternehmen und Herr Benno Besten unterstützte uns tatkräftig bei der Durchführung. Es wurde eine ansprechende Ausstellung ausgerichtet, die von einer farbigen Broschüre begleitet wurde. Auch hier beteiligte sich der LV Schatzmeister, Herr Werner Müller aus Lünen, mit einem vorbildlichen Exponat. Wir freuen uns über diese Art der Unterstützung, die letztlich ja auch Unterstützung für unser gemeinsames Steckenpferd ist. Des weiteren gab der Vorsitzende des Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V., Herr Karl Heinz Mainczyk, 1998 eine sechsbändige Ausarbeitung „Vest Recklinghausen - Postalische Heimatgeschichte“ mit einem Umfang von fast 200 Seiten heraus. Diese Ausarbeitung beschreibt Orte des Vestes postalisch, historisch und die Belege zu diesen Orten nach  philatelistischen Gesichtspunkten. Den Abschluß bildete eine Broschüre vom gleichen Verfasser zum Thema „Berliner Postämter mit besonderem Auftrag“. Jedem Sammler, der sich intensiv mit seinem Steckenpferd beschäftigt, bietet der BSV Re e.V. die Möglichkeit, seine Sammlungen als Broschüre  zu publizieren. Es bedarf lediglich reproduktionsfähiger Vorlagen. Dabei sind wir allen Interessierten behilflich.

 

1999 steht ganz im Zeichen des Jubiläums „75 Jahre Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V.“. Neben einer Jubiläums-Briefmarkenausstellung über 14 Tage im Foyer des Kreishauses sowie einer Vorstellung örtlicher post- und zeitgeschichtlicher Raritäten in der Stadtsparkasse Recklinghausen, die uns Herr Sparkassendirektor Klaus Bresser in den Räumen der Hauptstelle der Stadtsparkasse am  Königswall ermöglichte, ist anläßlich des Jubiläums weiter eingeplant ein rustikaler Sing- und Grillabend  beim Verkehrs- und Verschönerungsverein Hochlar zusammen mit den Freunden aus den Partnerstädten.. Alle Mitglieder samt Anhang sind herzlich willkommen. Das gilt auch für die offizielle Eröffnung am 5. Juni 1999 im Kreishaus.

 

Der Briefmarkensammler-Verein kam in über 75 Jahren mit fünf Vorsitzenden aus. Erich Pfeiffer allein hatte den Vorsitz 43 Jahre inne. Auf diese Kontinuität können wir mit Freude zurückblicken. Auch Horst Biaesch, seines Zeichens Schatzmeister und stellvertretender Vorsitzender, feiert im Jahre 2000 sein 25jähriges Jubiläum als Schatzmeister. Der jetzige Vorsitzende Karl Heinz Mainczyk ist mit der Zeit als stellvertretender Vorsitzender auch 25 Jahre in Amt und Würden.  Viele Mitglieder halten dem Verein schon fast 50 Jahre die Treue. Die ersten Jubiläen dieser Art stehen in Kürze an. Das sind sichere Anzeichen, daß sich  der Verein in der Stadt Recklinghausen bewährt hat.

 

 


Quelle und nachzulesen in:

Festschrift "75 Jahre Briefmarkensammler-Verein Recklinghausen e.V." 1999

 

Chronisten:

 

Horst Hanke+

Karl Heinz Mainczyk