Gustav Carsch

 

1850 - 1895

 

 

 

Herren- und Knabenbekleidung

 

Gustav Carsch wurde am 26. Oktober 1850 in Mülheim an der Ruhr geboren. Er war der Gründer von Einzelhandelsgeschäften deutschlandweit. Unter dem Namen Carsch wurden in den Jahren zwischen 1880 bis 1933 Kaufhäuser für Herren- und Knabenbekleidung betrieben. Diese bestanden in Düsseldorf, Oberhausen, Frankfurt am Main und anderen Ortes. Gustav Carsch war verheiratet mit Susanne geb. Albersheim. Sie hatten sechs Kinder. Sein Sohn Paul (1876-1951) führte nach dem Tod seines Vaters (25. Februar 1895 in Frankfurt am Main) die Geschäfte weiter.

 

 

Das Düsseldorfer Carsch-Haus wurde von Paul Carsch 1915 gegründet. Dieses Warenhaus war ein modischer Mittelpunkt in Deutschland. Es hatte einen sensationellen Ruf in Bezug auf  internationale Mode. Architekt des erhabenen Gebäudes war Otto Engler. Das Haus lag im Herzen der Stadt an der Alleestraße, heute Heinrich-Heine-Allee.

 

1933, noch vor dem reichsweiten Boykott gegen Geschäft mit jüdischen Inhabern, organisierte der Gauleiter Florian in Düsseldorf erste Blockadeaktionen unter dem Titel "Kauft nicht bei Juden" auch vor dem Carsch-Haus. Unter dem Druck der Nazis sah sich Paul Carsch gezwungen, das Kaufhaus im September 1933 an seinen Prokuristen Fritz Seiffert zu "verkaufen". Es wurde in "Modehaus des Westens" umbenannt. Alle jüdischen Mitarbeiter wurden so schnell wie möglich entlassen. Seiffert sollte dem Ehepaar Carsch und ihrem Sohn Walter monatliche Renten zahlen. Nach der Flucht der Familie Carsch in die Niederlande stellte Seiffert die Zahlungen ein. Das exklusive Kaufhaus bekam er so zum Nulltarif. Paul Carsch und seine Gattin Bella lebten in einem Versteck in Amsterdam. Dem Sohn Walter gelang die Flucht in die USA. 1951 starb Paul Carsch in Amsterdam ohne je eine Entschädigung für sein Unternehmen erhalten zu haben.

 

 

 

Nach Kriegsende wurde das Carsch-Haus als Volkshochschule  und vom Kulturzentrum "Die Brücke" genutzt. Im Zuge des U-Bahn Baus in Düsseldorf sollte das Gebäude abgerissen werden. Fünf Jahre dauerte dann die Umsetzung des Hauses um 23 Meter. Heute gehört das unter dem alten Namen geführte Haus zum Warenhausbetreiber Kaufhof.

 

Die Abbildung zeigt eine zeitgenössische Vignette, wie sie von vielen Firmen seinerzeit an die Kunden abgegeben wurden.