B O T E    &    B O C K

 

 M U S I K V E R L A G   B E R L I N

 

  

 

Bote & Bock/Wertheim Kartenverkauf

 

 

Nach seiner Ausbildung im Buch-, Kunst- und Musikalienhandel gründete der musikbegabte Gustav Moritz Bock (1813-1863) zusammen mit dem Notenstecher  Eduard Bote 1838 eine Musikalienhandlung, um der Musik eine größere Breitenwirkung über den häuslichen Rahmen zu verleihen. In der damaligen Zeit spielte sich Musik häufig in Salons führenden Privathäuser ohne Breitenwirkung ab. Diesem Ziel diente er durch seine „Neue Berliner Musikzeitung“. Neben preiswerten Klassikerausgaben und den Arbeiten zeitgenössischer Komponisten verlegte Bock preußische Militärmusik. Friedrich Wilhelm IV. ernannte ihn 1847 zum Hofmusikalienhändler. Bote zog sich 1847 aus dem Geschäft zurück. Bock führte die Firma bis zu seinem Tod im Jahr 1863.

 

                                                                                                                

Postfreistempel 1996

 

Von ihm stammen grundlegende Gedanken  zum musikalischen Urheberschutz. Hugo Bock war an der Gründung der GEMA mitbeteiligt. Enge Verbindung unterhielt das Unternehmen auch zum preußischen Herrscherhaus, von dem Bock mit verschiedenen hohen Auszeichnungen bedacht wurde.

 

Während der Nazizeit musste die Firma ums Überleben kämpfen. Gründer Gustav Bock war Jude. Seine Nachkommen galten nach nationalsozialistischer Rassenlogik als Halb- und Vierteljuden. Waghalsige Besitzübertragungen an "arische" Verwandte sorgten dafür, dass Bote & Bock weitergeführt werden konnte. Nach Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze 1935 scheiden Anton Bock und Dr. Gustav Bock aus der Firma aus. 1946 erhalten der Rechtsanwalt Dieter Langheld, ein Enkel von Hugo Bock und Dr. Gustav Bock die Verlagslizenz und werden wieder Eigentümer. Dr. Gustav Bock stirbt 1953.

 

 

Absenderfreistempel Bote & Bock mit Zudruck der neuen Eigner,

Frankatur DM 3,-- Großbrief bis 500 g.

 

 

1957 zog die Musikalienhandlung in der Hardenbergstraße 9 a ein. Bote & Bock eröffnete 1965 im neuen Europa-Center einen Plattenladen, der als bestsortierter in Berlin galt. 1995 erwarben Boosey & Hawkes den defizitären Verlag und die Musikalienhandlung. Bote & Bock wird nunmehr als Musikverlag, unter dem Namen Boosey & Hawkes/Bote & Bock,  Lützowufer 26, weitergeführt. Unter anderen werden dort Max Reger, Gustav Mahler, Richard Strauss, Boris Blacher und Gottfried von Einem verlegt.

 

 

 

Quellen

Bote & Bock Berlin