Hugo Simon

 

1880 - 1950

 

B E T T     S I M O N     &     CO.  B A N K H A U S   B E R L I N

 

 

 

 

 Brief im Ortsverkehr 2 Millionen Mark Tarif vom 10.10.23.

Überdruckmarke 2 Millionen Mark auf 5 000 Mark Ausgabe 1. Okt. 23.

 

 

Hugo Simon wurde am 1. September 1880 in Usch in der preußischen Provinz Posen geboren. Er wuchs auf dem Hof seines Vaters in Kahlstädt/Landkreis Kolmar auf. Zunächst absolvierte er eine landwirtschaftliche Ausbildung und anschließend in Marburg eine Banklehre. Nach dem Tod seines Vaters und dem Verkauf des Gutes lebt Simon mit Frau und zwei Töchtern in Berlin und wurde Mitinhaber des unter dem Namen Carsch, Simon & Co. gegründeten Bankhauses. Dieses führte er später gemeinsam mit Kasimir Bett unter dem Namen Bett, Simon & Co. weiter.

 

Hugo Simon war ein Kunstmäzen und Mitglied der Ankaufskommission der Nationalgalerie in Berlin. Darüber hinaus bekleidete er Aufsichtsratsposten bei den Verlagen S. Fischer und Ullstein und war Bankier des Verlegers Paul Cassirer. In seinem Haus verkehrten Politiker, Künstler, Wissenschaftler und Gelehrte von Rang und Namen. 1918 war er als Mitglied der USPD kurzeitig preußischer Finanzminister. Seine umfangreiche Kunstsammlung wurde vor allem durch Enteignung, aber auch durch Notverkäufe dezimiert. Mit dem weiteren Besitz Simons wurden auch die in Deutschland verbliebenen Gemälde am 9. Oktober 1933 von den Nazis konfisziert. Leider läßt sich der wahre Bestand heute nicht mehr rekonstruieren.

 

 

 

 

Mit einem Postauftrag wurde die Reichspost zu bankmäßigen Einziehung von Bargeld bei dritten Personen und zur Vorzeigung von Wechseln zur Zahlung oder zur Erhebung des Wechselprotestes beauftragt. Dieses Verfahren wurde von der Reichspost 1871 eingeführt, hieß anfänglich Postmandat und wurde 1875 mit Postauftrag benannt. Der rote Freistempel zeigt eine Frankatur von 58 Pfg., die sich wie folgt zusammensetzt: 30 Pfg. für das Einschreiben, 20 Pfg. für den Postauftrag und  8 Pfg. Ortsbriefgebühr.

 

 

Im Jahr 1921 kaufte Hugo Simon in Seelow/Mark Brandenburg das ehemalige Ausflugslokal "Schweizerhaus". Daraus entwickelte er ein landwirtschaftliches Mustergut mit Vieh- und Geflügelzucht, Obst- und Gemüseanbau. Eine Volierenanlage für Sittiche und Fasane kamen dazu. Ebenso eine Nachbildung von Goethes Gartenhaus in Weimar. Mit Prof. Erwin Baur von der Kaiser-Wilhelm-Stiftung arbeitete er am Institut für Züchtungsforschung in Müncheberg. Das Schweizerhaus wurde 1936 von den Nazis arisiert und unter dem Namen "Staatliches Versuchsgut Oderbruch" fortgeführt. Nach dem Krieg firmierte es unter u.a. als VEB Gartenbau. 1990 stellte die Erben Hugo Simons einen Antrag auf Restitution.

 

 

 

Lippmann, Rosenthal & Co

Bank in Amsterdam gegr. 1859

Nieuwe Spiegelstraat  6-8

 

Frankotyp Absenderfreistempel

5 Pfg. Auslandsporto für Drucksachen bis 50g  Tarif v. 1. Aug. 1927.

 

 

Dem vielseitigen Engagement Hugo Simons machten die Nazis ein Ende. Er floh mit seiner Frau 1933 über die Schweiz nach Paris. Dort gründete er erneut ein Bankhaus, unterstützte die Flüchtlingshilfe und den Bund Neues Vaterland, dessen Gründungsmitglied er war. 1937 bürgerten die Nazis Hugo Simon aus. Vor der Besetzung von Paris durch die Wehrmacht gelang ihm und seiner Frau die Flucht nach Marseille. Mit tschechischen Pässen unter Decknamen reisten sie von Frankreich über Spanien, Portugal nach Brasilien. Dort widmete sich Hugo Simon an einem staatlichen Institut der Seidenraupenzucht. Er starb am 1. Juli 1950 in Sao Paulo.