S A R A H    B E R N H A R D T

 

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Sarah Bernhardt wurde am 22. Oktober 1844 in Paris  unter dem Namen Henriette-Rosine Bernard geboren. Ihre Mutter war holländischer Abstammung. Der Vater ein französischer Jurist. Sie wuchs auf dem Land auf und besuchte eine Klosterschule. Die Lebensumstände prägten sie zu einer zielbewußten Person. Als 18jährige gab sie in der Comédie Francaise ihr Debut und spielte sich von Erfolg zu Erfolg.  Sie entwickelte sich zur erregendsten Interpretin gro0er Dramatiker, insbesondere von Frankreichs großen Klassiker Jean Racine.  

 

Im Jahre 1869  war Sarah Bernhardt gefeierte Sängerin in Burleskenkommödien im Pariser „Odeon“.  Nach ihrer Rückkehr an die Comédie Francaise 1872 übernahm sie u.a. folgende Bühnenrollen:

 

Cherubino (Hochzeit des Figaro, Beaumarchais),

Andromache (Phaedra, Racine),

Dona Sol (Hernani, Hugo).

 

Außerdem gab Sarah Bernhardt Gastspiele in ganz Europa. Ein ganz großer Bühnenerfolg gelang ihr 1881 in London mit „Die Kameliendame“ (A. Dumas Sohn). Die Amerikaner lagen ihr zu Füßen. In Deutschland wollte die glühende Patriotin nur auftreten, wenn es als Gage Elsaß-Lothringen geben würde. Auf diese Beigabe  mußte sie noch ein Weilchen warten. Seit 1893 leitete sie das „Théatre de la Renaissance“, jetzt umbenannt in „Théatre Sarah Bernhardt“.  Eine der populärsten Schauspielerinnen des 19. Jahrhunderts, Victorien Sardou widmete Sarah Bernhardt zwei Dramen, „Théodora“ (1885) und „Tosca“ (1887). Maurice Rostand schrieb für  die Bernhardt das Stück „L’ Aiglon“ (Der Adler).

 

Ihr Leben war mehr als abwechslungsreif. Trotz aller Eskapaden liebte das Volk die Mimin. Sie war großzügig und verschenkte ein Vermögen. Sarah Bernhardt starb am 26. März 1923 in Paris. Die französische Post widmete der großartigen Schauspielerin zu ihrem 100. Geburtstag eine Wohlfahrtssondermarke, die durch die Kriegswirren aber erst am 16. Mai 1945 zur Ausgabe gelangte.