Emil Berliner

 

1851 - 1929

 

 

Sonderstempel zum 150. Geburtstag von Emil Berliner

 

 

Emil Berliner wurde am 20. Mai 1851 in Hannover geboren. Seine Eltern waren Samuel und Sally Berliner. Er wuchs in einer Großfamilie auf. In den Jahre 1861 - 1865 besuchte er die Samson-Schule in Wolfenbüttel. Die Samson-Schule war eine überregionale jüdische Freischule die auf das Jahr 1786 zurückgeht und bis 1928 bestand. Daran band sich ein kaufmännische Lehre und Arbeit in einer Druckerei an zwecks Unterhalt der Familie.

 

1870 wanderte Emil Berliner in die USA aus und wurde 1881 US-Bürger. Dort nannte er sich fortan Emile Berliner. Drei Jahre arbeitete er im Kurzwarengeschäft seines Freundes Nathan Gotthelf. Danach zog er nach New York, wo er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielt. Nachts studierte er am Cooper Institute/Cooper Union. In einem provisorischen Labor machte er Versuche mit elektrischen Geräten. Er erfand ein funktionierendes Mikrofon für den Telefonapparat von Graham Bell. Die Bell Company kaufte die Erfindung 1877 für 50.000 US-Dollar an. Mit dem Geld richtete er sich ein professionelles Labor ein.

 

 

Brief von 1911 der Hamburger Abteilung mit rückseitigem Zudruck.

Frankiert mit 10 Pfg. Germania, entwertet mit einem Maschinenstempel Hamburg.

 

 

Bei Besuchen in Hannover gründete er mit seinem Bruder Joseph die erste europäische Gesellschaft zur Produktion von Telefonteilen. 1887 meldete er ein Patent auf einen scheibenförmigen Tonträger an, aus dem sich dann die Schallplatte entwickelte. Bestandteil des Patents war auch ein Aufnahme- und Abspielgerät, dem Vorläufer des Grammophons. Der große Vorteil gegenüber der Edison-Rolle war die beliebige Reproduzierbarkeit der Schallplatte als preisgünstiges Werkstück. Schellackplatten z.B. mit 78 Umdrehungen pro Minute wurden von ihrer Grundkonstruktion her faktisch unverändert mehr als 60 Jahre lang, von ungefähr 1895 bis etwa 1955,  hergestellt und dann von Schallplatten aus Vinyl abgelöst. Auch hier blieb das Grundprinzip der Berliner Schallplatte erhalten.

 

 

Sondermarke und Sonderstempel u.a. mit einem Grammophon

für die Emil Berliner Schallplatten.

 

 

Mit der Schallplatte alleine erschöpfte sich nicht der Erfindergeist von Emil Berliner. Er hielt Patente, z.B. auf einen Parkettboden, versuchte sich an Helikoptern und Umlaufmotoren für die Luftfahrt.

 

Der geniale Mann starb am 3. August 1929 in Washington D.C.