Oscar Troplowitz

1863 - 1918

 

 

 

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Oscar Troplowitz wurde am 18. Januar 1863 in Gleiwitz/Oberschlesien geboren. Er entstammt einer dort ansässigen Familie, die in Gleiwitz einen Weingroßhandel betrieb. Sein Vater war Baumeister und baute mit seinem Unternehmen die Neue Synagoge in Gleiwitz, die währen der Pogromnacht 1938 zerstört wurde.

 

Oscar Troplowitz ging 1870 mit seinen Eltern nach Breslau. Dort besuchte er ein Gymnasium und absolvierte anschließend bei seinem Onkel eine Lehre als Apotheker. Nach der Gehilfenzeit studierte er Pharmazie in Breslau und promovierte 1888 in Heidelberg. Nach der Übersiedlung nach Hamburg kaufte er die erst 1882 von Paul Carl Beiersdorf gegründete Fabrik dermotherapeutischer Präparate. Er setzte die von Beiersdorf begonnene Zusammenarbeit mit Paul Gerson Unna  fort. Auf dessen Anraten stellte Troplowitz den Chemiker Isaac Lifschütz ein. Lifschütz erfand den Emulgator Eucerit. 1911 erwarb Troplowitz dessen Patent. In kurzer Zeit gelang es, eine neuartige Creme herzustellen: "Nivea" (niveus) - die Schneeweise. Das ist eines der bekanntesten Produkte aus der Ära Troplowitz. Beiersdorf rundete die Firmenpalette mit weiteren weltbekannten  Produkten ab. Seine Firma wurde zunächst eine GmbH und 1922 in eine AG umgewandelt. Nazidiktatur und die Konkurrenz zu dieser Zeit machten dem Unternehmen sehr zu schaffen.  Der Vorstandsvorsitzenden Willy Jacobsohn trat 1933 mit den anderen jüdischen Vorstandsmitgliedern zurück und übernahm die Leitung des Auslandsgeschäftes von Holland aus, von wo er dann 1938 über London in die USA nach Los Angeles emigrierte. Seine Nachfahren halten heute einen Großteil der Firmenanteile in ihren Händen. Oscar Troplowitz Ehe blieb kinderlos. Er starb am 27. April 1918 in Hamburg. Seine Grabanlage befindet auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf.

 

 

Werbung 1913/1914

 

 

In seinen letzten Jahren entwickelte Oscar Troplowitz ein starkes Kunstinteresse und wurde zum Förderer verschiedener Maler. Nach seinem Tod erhielt die Hamburger Kunsthalle sechsundzwanzig Gemälde mit Hauptwerken von August Renoir, Max Liebermann, Max Slevogt und Alfred Sisley. Wohlfahrt lag ihm sehr am Herzen. Hamburg hat ihm den Stadtpark zu verdanken. Er unterstützte gleichermaßen das örtliche katholische, evangelische und das jüdische Krankenhaus. Er lebte nach dem Prinzip, tue Gutes und rede nicht darüber.

 

Beiersdorf Österreich in Wien wurde am 23. Januar 1914 als erste ausländische Tochtergesellschaft des deutschen Konzerns Beiersdorf gegründet. Zunächst nur als reine Vertriebsgesellschaft. Der erste Weltkrieg setzte dem Unternehmen so stark zu, dass die Geschäftstätigkeit in Österreich bis 1923 stillgelegt werden musste. Die Firma war der Unbill der Zeiten ausgesetzt. Aufgrund der russischen Besatzung wurde in Salzburg 1952 unter Phanex Gesmbh die Geschäftstätigkeit fortgesetzt. Mit der Pflastererzeugung wurde 1954 begonnen und das Programm um tesa-Produkte erweitert. Die Rückkehr nach Wien erfolgte in 1956. Heute ist der österreichische Zweig eines der größten im Beiersdorf Verbund.

 

 

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