V I C K I      B A U M

 

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Reichspost Absenderfreistempel (AFS) Frankotyp Wertrahmen

Rechteck und hochstehende Zählnummer mit Werbehinweis

zu "Menschen im Hotel". Zulassung des AFS noch nach

der sogenannten Machtübernahme der Nazis.

 

  

Vicki Baum (eigentlich Hedwig)  wurde am 24. Januar 1888 als Tochter des jüdischen Beamten Hermann Baum und dessen Frau Mathilde (geb. Donat) in Wien geboren. Bereits als Schülerin wurden von ihr kurze Geschichten verfaßt. Ursprünglich studierte sie Musik am Wiener Konservatorium und wurde später Harfenistin in Darmstadt.

 

Schon frühzeitig schrieb sie Romane. Ihr erster Mann Max Preis veröffentliche unter seinem Namen  kurze Geschichten von Vicky Baum. Sie sah darin nicht die große Literatur, sondern eine gute Verdienstmöglichkeit. 1916 heiratet sie in zweiter Ehe den Dirigenten Richard Lert. Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor. Baum gibt ihre Musikkarriere auf und ist fortan journalistisch und literarisch tätig. 1926 wurde sie Zeitschriftenredakteurin u.a. des "Uhu" aus dem Berliner Ullstein Verlag.

 

Baum veröffentlicht 1928 ihren Roman "Stud. Chem. Helene Willfüer", der ein großer Erfolg wird. Mehr als 100.000 Exemplare werden verkauft. Zur Verfilmung ihres Buches „Menschen im Hotel“, den sie in drei Monaten schrieb,  ging sie 1931 nach Hollywood, wo sie bis zu ihrem Tode im Jahre 1960 blieb. Das Buch wurde 1932 und 1959 verfilmt.  Mit "Menschen im Hotel" erlangt Vicky Baum  internationale Anerkennung. Vicky Baum sammelte ihre Erfahrungen zu diesem Roman als Zimmermädchen während der 1920er Jahre im Hotel "Bristol" in Berlin.

 

Seit 1937 schrieb sie ihre Romane und Drehbücher in englischer Sprache. 1938 erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Deutschland waren ihre Schriften von 1933 - 1945 verboten.

 

Die farbigen Schilderungen der Schauplätze ihrer sehr spannenden und populären Unterhaltungsromane und Novellen verdankte sie Eindrücken, die sie auf ihren weiten Reisen nach Mexiko, Ostasien, Indonesien und Europa sammeln konnte.  Werke von Vicki Baum: „Ulle der Zwerg“ (1924; „Menschen im Hotel“ (1929); „Hotel Shanghai“ (1937); „Vor Rehen wird gewarnt“ (1953); „Leben ohne Geheimnisse“ (1953) „Es war alles ganz anders“ - Memoiren posthum 1962).

 

Berlin erinnert an Vicki Baum mit einer Gedenktafel aus weißem Porzellan mit blauer Aufschrift und Signet der Königlichen Porzellan Manufaktur/KPM:

 

In dem hier früher stehenden Haus lebte/von 1926 bis zu Ihrer Übersiedlung in die USA 1931/

VICKI BAUM/24.1.1888–29.8.1960/ Journalistin, Schriftstellerin und Drehbuchautorin./

Schrieb hier 1929 ihren Erfolgsroman/Menschen im Hotel.