E G O N     B A H R

 

 

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Egon Bahr wurde am 18. März 1922 in Treffurt/Werra geboren. 1940 wird er als Musikstudent abgelehnt, da er eine jüdische Großmutter hat. Er lernt daraufhin Industriekaufmann. Von 1942 bis 1944 nahm er am 2. Weltkrieg teil, wurde dann allerdings wegen Einschleichens in die Wehrmacht als „Nichtarier“ als Rüstungsarbeiter zu Rheinmetall-Borsig rückversetzt, denn er hatte (vergebens) seine jüdische Großmutter verheimlicht.

 

Nach dem Kriegsdienst schlug er eine journalistische Laufbahn ein. 1948 bis 1950 war er Korrespondent in Hamburg und Bonn für den Berliner „Tagesspiegel“ und von 1950 - 1960 Bonner Kommentator und eine Zeitlang Chefredakteur von RIAS Berlin. Seit 1956 ist Bahr Mitglied der SPD. 1960 wurde er vom Regierenden Bürgermeister Willy  Brandt zum Leiter des Presse- und Informationsamtes in Berlin ernannt.

 

Der SPD-Abrüstungsexperte Egon Bahr hatte maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der Ostpolitik der Regierung Willy Brandt. Bereits 1963 prägte er die Formel „Wandel durch Annäherung“ und wandte sich damit von der Doktrin Hallsteins ab. Zur Zeit der Großen Koalition (1966) war Bahr Sonderbotschafter im Auswärtigen Amt. 1969 wurde er Staatssekretär im Bundeskanzleramt und zugleich Bundesbevollmächtigter für Berlin.

 

1970 begann Egon Bahr Verhandlungen über einen Gewaltverzichtsvertrag mit der UdSSR (Moskauer Vertrag) und beteiligte sich an den Vorbereitungen des Grundlagenvertrages zwischen den beiden deutschen Staaten. 1972 - 1990 gehörte Egon Bahr dem Deutschen Bundestag an. Er war Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Bundesgeschäftsführer der SPD.

 

 

 

Von 1984 bis 1994 war er Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik  der Universität Hamburg. Ihm wurden vielfache Ehrungen zuteil. Treffurt benannt eine Straße mit seinem Namen.