Preußen - Norddeutscher Postbezirk    

 

Klassische Bahnpost - Kursstempel in der Reihenfolge ihrer Verwendung.

Die Anfänge um und im Kreis Kreis Recklinghausen

 

 

Bahnpost Geschichte

Preußen

Am 3. November 1838 erschien in Preußen das Gesetz über die Eisenbahnunternehmungen. § 36 behielt der Postverwaltung vor, die Eisenbahnen zur Beförderung von postmäßigen Versendungen zu benutzen. Die Einführung des neuen Speditionsverfahrens, des Bahnpostdienstes selbst erfolgte am 1. Mai 1849. Acht „Post-Speditions-Ämter“ wurden die in den Zügen tätigen „Post-Speditions-Bureaus“ unterstellt. Die Vorsteher dieser Ämter waren anfänglich Postsekretäre, später Postdirektoren (in den 1950er Jahren wurden die Ämter – je nach ihrem Geschäftsumfang – von Beamten des höheren oder des gehobenen Dienstes geleitet). Am 29. Januar 1856 erhielten die Speditionsämter und die Bureaus den Namen „Eisenbahn-Post-Amt“ und „Eisenbahn-Post-Bureau“. Zur Beaufsichtigung des preußischen Bahnpostdienstes wurde am 1. April 1850 ein Eisenbahn-Postinspektor eingesetzt, dessen Stelle aber bereits 1854 wieder eingezogen wurde; seine Dienstgeschäfte gingen auf die Bezirks-Postinspektoren über.

 

Die Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft wurde 1843 gegründet, um eine Verbindung über die Weser bei Minden zu den norddeutschen Seehäfen zu erlangen. Wichtigster Aspekt war die Umgehung der holländischen Rheinzölle, die die Ein- und Ausfuhr der Waren erheblich verteuerten.  Später sollte dann die Verbindung mit Berlin erfolgen. Interessenten wünschten eine Verbindung durch das Bergische Land. Letztlich wurde aber die günstigere Variante nördlich des damaligen Bergbaugebietes gewählt. Im Dezember 1843 erhielt die Gesellschaft die Konzession. So konnte sukzessive die Strecke ab Deutz bis nach Minden gebaut werden. Schon frühzeitig übernahm der Staat Preußen Anteile an der Gesellschaft.

 

Im Mai 1847 erreichte die Köln-Mindener Eisenbahn die Südgrenze des Kreises Recklinghausen. Am 15. Oktober 1847 war die Strecke bis Minden befahrbar. Diese Linie berührte den Kreis Recklinghausen nicht.  Dennoch hatte das einen enormen  Einfluß auf das Wirtschaftsleben im Kreis Recklinghausen.  Fracht und Reisende wurden aus dem Vest und dem angrenzenden Münsterland per Pferdewagen oder Postkutsche zu den Stationen in Herne, Mengede (heute Dortmund), Gelsenkirchen oder Essen-Altenessen verbracht.

 

Die Bahnstrecke Hamm-Münster ist in unserem Zusammenhang dahingehend von Belang, daß Briefe aus Recklinghausen über die Strecke Deutz-Minden über Hamm nach Münster abgeleitet wurde. Das schien schneller zu sein, als eine Überlandbeförderung. Eröffnet wurde die Strecke im Mai 1848. 1855 übernahm die Königlich-Westfälische-Eisenbahn-Gesellschaft die Strecke und baute diese im Folgejahr bis nach Rheine aus. Die Gesellschaft wurde vom Staat Preußen finanziert. Die Strecke von Hamm nach Münster hat rund 36 Kilometer.

 

 

 

Handvermerke

Handschriftliche blaue Ortsangabe für die bei der Fahrpost aufgegebenen Briefe,

Vorläufer der Bahnpost. Wendebrief aus der Zeit von der Postkutsche zur Bahnpost.

 

 

 

 

 

Handschriftlicher Aufgabevermerk Recklinghausen,

Rechteckstempel Coesfeld ohne Jahr mit Verzierung

in Form einer auf zwei Füßen liegenden Sechstrahlrosette.

Die Rechteck- oder Kastenstempel wurden in der

Übergangszeit vom Postkutschen- zum Bahnpostbetrieb

Ende der 1840er Jahre eingeführt.

 

 

 

Ausgabestempel Münster 2. preußische Form, Ø 21mm.

Diese Stempelform wurde um 1840 für das gesamte preußische

Postgebiet eingeführt und bis ca. 1855 verwendet.

 

 

 

 

 

 

Einringstempel Münster mit Stundenangabe unter dem Datum, Ø 20mm.

Innenteil der vorher gezeigten Briefhülle. Diese preußische Stempel wurde

um 1835 eingeführt und bei manchen Postämtern bis weit in die Markenzeit verwendet.

 

 

 

 

Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Hamm

 

 

 

Recklinghausen - Schloß Bladenhorst

 

Zweikreisstempel ohne Jahr Recklinghausen auf Briefhülle.

Der Vermerk "aus dem Briefkasten" wurde wegen bestimmungswidriger

Einlieferung der Sendung angebracht. Briefe mit dem Vermerk "frei" mußten

am Schalter aufgegeben werden. Die nicht freigemachte Sendung wurde

blau austaxiert und mit Nachgebühr belegt.

 

 

Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Hamm

T = Tour/Hinfahrt

15. Mai 1846 war die Bahnstrecke Deutz - Hamm fertiggestellt.

Bei Aufgabe des Briefes in Herne mußte dieser bereits wieder in

Castrop ausgekartet werden um nach Bladenhorst zu kommen,

wo von Romberg residierte.

 

 

 

 

 

 

Schloß  Bladenhorst im gleichnamigen Stadtteil von Castrop-Rauxel.

Zur Zeit des Briefes im Besitz von Konrad von Romberg (a.a.O.)

(*06.04.1816, + 21.04.1881 auf Bladenhorst).

 

 

 

Münster - Recklinghausen

 

Rechteckstempel auf dienstlichem Eilbrief, Rückseite Ausgabestempel

Recklinghausern an Alexander Gustav Otto Robert Freiherr von Reitzenstein,

kommissarischer Landrat von 1849 bis 1850 und Landrat von 1850 bis 1893.


 

  Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Hamm

R = Retour/Rückfahrt

 

 

 

 

 

Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Minden

 

Recklinghausen - Carlsruhe/Baden

 

 

In blau austaxierter Brief an den Grafen und General Major a la Suite

 

 

Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Hamm

R II = Retour/2. Rückfahrt

                   

Beigesetzt badischer Bahnpoststempel und

Ausgabestempel Carlsruhe vom 21. Februar 1852

 

 

 

 

 

 

Recklinghausen - Wesel

 

Zweikreisstempel ohne Jahr Recklinghausen auf Briefhülle (1852).

Die nicht freigemachte Sendung wurde blau austaxiert

und mit Nachgebühr belegt. Rückseitig Ausgabestempel von Wesel.

 

 

 

 

Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Minden

R III = Retour/3. Rückfahrtfahrt

 

 Am 15. Oktober 1847 war die gesamte 263 Kilometer lange Strecke

von Deutz bis Minden eingleisig fertiggestellt.

 

 

 

  

 

 

Recklinghausen - Bottrop

 

Zweikreisstempel ohne Jahr Recklinghausen auf Briefhülle (1852)

auf Cito = Eilbrief an den Amtmann Tourneau aus Juli 1851

 

 

 

 

Textbogenstempel unten offen

der Bahnpoststrecke Deutz - Hamm

R II = Retour/2. Rückfahrtfahrt

 

Darunter Trockensiegel

 

 

 

 

 

Dreizeilige Textstempel

 

 

 

Recklinghausen - Münster

 

Rechteckstempel mit auf einem Fuß stehender Fünfstrahlrosette

als Verzierung auf portofreier Dienstsache 1853

an das Schul Kollegium in Münster.

 

 

 

 

Dreizeiliger Bahnpoststempel Deutz - Hamm I. Tour.

Des weiteren Siegel der Stadt Recklinghausen

und Ausgabestempel Münster vom gleichen Tag.

 

 

 

 

 

 

 

Recklinghausen - Welheim 1853

 

In blau (unfrei) austaxierter Brief mit korrigierter Tagesangabe.

Der Stempel war irrtümlich auf 9.2. anstatt 6.2. (Zahlendreher) eingesetzt.

 

 

 

Dreizeiliger Bahnpoststempel Deutz - Hamm III. Tour.

Des weiteren Siegel der Familie Devens

und Ausgabestempel  vom nächsten Tag.

 

 

Norddeutscher Postbezirk

 

 

Per Bahnpost beförderter Brief

von Cöln/Köln nach Recklinghausen

an die Firma D. Cosmann am Markt in Recklinghausen

aus Februar 1870.

 

 

Blauer handschriftlicher Hinweis für die Aufgabe in Coeln.

Die NDP Marke ist meinem Bahnpostdreizeiler ohne Tour/Retour entwertet.

 

Rückseitig Bahnpoststempel

und Ausgabestempel Recklinghausen

 

 

Factura/Rechnung