M A R T I N    A U F H Ä U S E R

 

Bankhaus München

  

1 8 7 5   -   1 9 4 4

 

 

 

 

Francotyp-Absenderfreistempel  mit obenstehender Zählnummer,

25 Pfg. Tarif vom 15.1.1932 für Briefe im Fernverkehr von 20-100 g .

 

 

 

Gründer der Aufhäuser Bank am 14. Mai 1870 waren Heinrich Aufhäuser (1842-1917) und Samuel Scharlach. Das Unternehmen prosperierte und konnte bis 1876 seine Bilanzsumme enorm steigern. Nach Ausscheiden des Partners Scharlach firmierte das Haus ab 1894 unter dem Namen Bankhaus H. Aufhäuser. Die Bank erlangte in kurzer Zeit einen guten Ruf und hatte eine Reihe honoriger Kunden. Aus einem zunächst Effektenkommissionsgeschäft wurde ein umsatzstarkes Kreditinstitut. Auf über 10 Millionen Goldmark belief sich die Bilanzsumme im Jahr 1913.

 

Im Zuge des Konzentrationsprozesses im Bankgewerbe wurde die ehemalige Hausbank von Otto von Bismarck, S. Bleichröder Berlin, 1918 Kommanditistin bei Aufhäuser. Die folgenden Jahre waren recht erfolgreich. Martin Aufhäuser (1875–1944) saß zudem im Aufsichtsrat der 1924 neu gegründeten Golddiskontbank, die nach der Hyperinflation als Tochtergesellschaft der Reichsbank gegründet wurde, um dem deutschen Außenhandel wieder ein konvertierbares Zahlungsmittel zu Verfügung zu stellen.  Er wurde 1875 in München geboren und war Seniorchef der in München angesiedelten Familienbank von 1918 – 1938, Teilhaber des Bankhauses S. Bleichröder in Berlin, Vorstandsmitglied der Börse und IHK in München sowie Mitglied der Reichsbank-Bezirkshauptstelle  München.

 

Die Nazis beendeten durch ihre Machtergreifung die erfolgreichen Jahre der Aufhäuser Bank. Das jüdische Haus war massiven Repressalien ausgesetzt und verlor den Großteil seiner Kunden durch Judenboykott, Deportation und Auswanderung. Nach der Reichspogromnacht 1938 wurde die Bank "zwangsarisiert" und im November 1938 von Seiler&Co. übernommen. Es war die Firma, der Aufhäuser ihre Bank übergeben wollten. Ab Ende 1938 wurde das Geschäft vom engen Vertrauten der Aufhäuser, Josef Bayer (1897-1965), geführt. Er konnte, obwohl selbst mit einer Jüdin verheiratet, aufgrund seiner Kenntnisse über die Bank von den Nazis nicht entlassen werden.

 

Die Brüder Martin und Siegfried Aufhäuser (1877-1949), letzterer seit 1921 Partner in der Bank und englischer Staatsbürger, mußten Deutschland mittellos und gedemütigt verlassen und wanderten aus. Martin Aufhäuser starb 1944 in Los Angeles. Das Münchner Institut wurde 1954 wieder in Bankhaus A. Aufhäuser umbenannt. Den Aufhäuser Nachfahren wurde 1953 rückwirkend zum Jahr 1948 eine zweifünftel Beteiligung am Kommanditkapital angeboten, welches die Familie allerdings vollständig veräußerte. Damit war die Familie Aufhäuser nicht mehr an der Bank beteiligt.

 

 

 

Absenderfreistempel der Bundespost,

Tarif vom 1.7.1954, 40 Pfg. für Auslandsbriefe bis 20g.