S I E G F R I E D    A S C H E R

 

  Philatelist

 

1 8 7 7   -   1 9 6 2

 

 

 

 

 

 

Siegfried Ascher  wurde am 22. Juni 1877 in Berlin geboren. Der spätere Architekt Dr. phil. Siegfried Ascher entschied sich mit rund 29 Lebensjahren für sein philatelistisches Spezialgebiet Ganzsachen.  Er war ein bedeutender Philatelist und Hauptbearbeiter des „Großen Ganzsachen-Katalogs“ (Ascherkatalog).  Im Verlag Phillipp Kosack veröffentlichte Ascher  1908 eine Arbeit über die Geschichte der österreichischen Postkarten der Ausgaben 1869 bis 1875. Das war ein schwieriges Unterfangen, denn Österreich gab die Ganzsachen entsprechend den in diesem Staat üblichen Sprachen und Volksgruppen in 29 unterschiedlichen Fassungen heraus.  Weitere Werke aus Aschers Hand wurden späterhin dann im Verlag Robert Noske, Borna bei Leipzig, veröffentlicht. Ascher war Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und beeidigter Sachverständiger beim Kammergericht und den Langerichten von Berlin.

 

 

 

  

Portogerechte Auslandsfrankatur 5 Pfg. Postfreistempel auf  Streifband der Firma Robert Noske, Herausgeber u.a. der

"Ascher-Ganzsachenkataloge". Daneben portorichtige Inlandsfrankatur zu 3 Pfg. Kopfbild  Johann Wolfgang von Goethe

der Freimarkenausgabe "Köpfe berühmter Deutscher" Ausgabe vom 1. November 1936, Poststempel Borna 1926.

 

 

 

   

 Eigenhändig von Dr. Siegfried Ascher beschriebene Privatganzsache

an den Philatelisten Paul Simson in Schöneberg bei Berlin:

 

 

Lieber Herr Simson!

Wollen Sie nicht Ihre Sammlung

"Altberlin" ausstellen?

Rückmeldung postwendend nötig.

Besten Gruß

Ascher

 

Paul Simson war Stempelkenner und beschrieb alte preußische Stempelformen

bereits 1921 in der Fachzeitschrift "Ganzsache" -  aus Friedrich Wilhelm Thalmann:

"Zusammenstellung der Preußischen Poststempel nach Form und Zeitfolge"

Seite 6 Verlag und Druck von Robert Noske in Borna-Leipzig 1925.

 

 

Ascher-Katalog ist die Kurzbezeichnung für „Großer Ganzsachen-Katalog“, herausgegeben von Dr. Siegfried Ascher 1923 – 1929. Verlegt wurde der Katalog im Verlag Robert Noske, Borna bei Leipzig. Es handelt sich hierbei um ein internationales, eigentlich unverzichtbares Standardwerk der Philatelie. In diesem Katalog werden die Ganzsachen aller Länder und Gebiete in bis dahin nicht erreichter Ausführlichkeit bearbeitet. 1930/32 erschien ein besonderer Katalog „Die deutschen Ganzsachen 1850-1930“. Von den hervorragenden Ascher – Permanent - Katalogen gibt es Nachdrucke, und zur aktuellen Preisgestaltung werden Preislisten ausgegeben. Dr. Siegfried Ascher war 1930 Mitglied der "Internationalen Postwertzeichen-Ausstellung/IPOSTA"- Jury in Berlin.

 

 

 

 Eigenhändige Signierung des Briefes durch Dr. Siegfried Ascher und  Sir John Wilson,

Direktor des britischen Postmuseums in London. Brief mit Einzelmarke aus dem

Tabil-Block zur internationalen Briefmarken-Ausstellung in Tel-Aviv 1957.

 

 

Ascher flüchtete als rassisch Verfolgter 1939 aus Deutschland und lebte nach dem Krieg in Israel. Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte er im neu entstandenen Staat Israel für den Zusammenschluß aller Philatelistenvereine zu einem Landesverband, der in die FIP (Fédération Internationale de Philatélie) aufgenommen wurde. Schon 1933 wurde Ascher mit der „Lindenberg Medaille“ ausgezeichnet, benannt nach Carl Lindenberg, langjähriger Kurator der Postwertzeichensammlungen im ehemaligen Berliner Reichspostmuseum und Autor philatelistischer Fachliteratur. Die Auszeichnung wurde 1905 vom „Berliner Philatelisten - Club“ gestiftet. Dieser Club ernannte Dr. Siegfried Ascher 1957 zum Ehrenmitglied.

 

Dr. Siegfried Ascher verstarb am 22. Februar 1962 in Tel – Aviv. Sein Ganzsachen–Katalog bleibt das unsterbliche Fundamentalwerk für diesen Bereich der Philatelie.