G e b r.    A L S B E R G

K A U F H Ä u s e r

 

Das Franchise-Unternehmen Gebr. Alsberg wurde von Siegfried und Alfred Alsberg aus Köln gegründet. Es waren gut sortimentierte Handelsunternehmen in verschiedenen Städten des Ruhrgebietes, Westfalens und am Niederrhein. 1921 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt. Firmensitz war bis 1929 Köln, dann bis zur "Arisierung" 1933 Bochum. Alfred Alsberg, seine Frau und sein Bruder wurden 1941 in das Ghetto Łódź deportiert und dort ermordet. Die Kinder konnten ins Ausland entweichen.

 

 

Gebr. Alsberg Recklinghausen - Inhaber Julius Isacson

 

Breite Straße 8 in Recklinghausen,

Aufnahme 1908.

 

Alsberg Manufakturen - Konfektionen bestand in Recklinghausen ab 26. März 1895. Julius Isacson war Kaufmann und Inhaber der Franchise-Firma Gebr. Alsberg  seit 1906 in Recklinghausen, Breite Straße 6-8. Ab dem 1. September 1927 wurde das Haus in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Alsberg wurde am 1. November 1935 von Josef Weiser "übernommen".

 

Julius Isacson setzte sich für die jüdische Gemeinde in Recklinghausen ein. Nach vorliegenden Unterlagen ist er für das Jahr 1936 nach Antwerpen/Belgien abgemeldet. Nun tauchte der u.a.  Brief an das National Council of Jewish Women in New York aus dem Jahr 1941 auf, der den gleichen Namen Julius Isacson  mit dem Zwangszusatz Israel als Absender, Kellerstraße 1, auf einem Zensurbrief aufzeigt (s. Abb.). Hier stellt sich die Frage, ob Julius Isacson nach 1936 vorübergehend wieder nach Recklinghausen zurückkehrte und sich für seine verfolgten Gemeindemitglieder eingesetzt hat?

 

   

Zensurierter Luftpostbrief mit Freimarken Hindenburg-Medaillon 1,05 RM Auslandsporto

 

 

Chronik in Bildern

 

  

 Alsberg Anzeige in der Recklinghäuser Zeitung, Samstag  24. September 1898

mit Hinweis auf den jüdischen Feiertag (Laubhüttenfest) am 26. September 1898.

Rechts Werbung in der Recklinghäuser Zeitung Donnerstag 20. April 1911

 

 

  

Ansichtskarte von 1911 - Zeitungsausschnitt aus der Zeit der "Arisierung".

Weiser "übernahm" das Kaufhaus Alsberg in Buer,

dessen Inhaber von den Nazis zum  "Verkauf" gezwungen  wurde.

 

 

 

50 Jahre nach "Übernahme" von Alsberg in Recklinghausen.

WAZ Bericht vom 28.4.83.  

 

 

Alsberg Duisburg

Inhaber der Firma Gebr. Alsberg (Franchisekaufhaus)  in Duisburg war der Kaufmann Theodor Lauter.

Er wurde am 27. Oktober 1862 in  Neidenburg (Ostpreußen) geboren und verstarb 1932 in Duisburg.

 

 

  

Portostufe 15 Pfg. für Briefe im Fernverkehr gemäß Tarif vom1. August 1916.

Als Briefmarke wurde ein Freimarken-Ergänzungswert mit dem Germania-Bild

auf nicht schraffiertem Grund, Ausgabe 1. August 1916, verwendet. Diese Marke gab

es sowohl vom Bogen als auch von der Rolle. Entwertet wurde die Marke mit

einem Maschinenstempel/Strichmuster am 11.9.1917.

 

 

Theodor Lauter hat es seit der Gründung seines ersten Geschäftes verstanden, die strukturellen und konjunkturellen Strömungen der Zeit der Fortentwicklung seines Unternehmens nutzbar zu machen. Seine kaufmännische Tüchtigkeit und sein Weitblick, der ihm auf Jahre hinaus seine geschäftlichen Planungen diktierte, hatten ihn von Erfolg zu Erfolg geführt. Er war Teilhaber im Alsberg-Eteg-Konzern in Köln und bei der Firma Gebrüder Alsberg in Gelsenkirchen. Hohes Ansehen beim Personal und bei der Kundschaft waren ihm gewiß.

 

 

Gebrüder Alsberg Bochum

(später Kortum AG)

 

   

Absenderfreistempel Francotyp-C mit hochstehender Zählziffer.

Portostufe für Briefe im Fernverkehr gem. Tarif vom 1. August 1927,

gültig bis zum 15. Januar 1932, Zwischenteil mit Kaufhausansicht.

 

Alsberg Niederlassungen gab es in Bochum, Recklinghausen und im Duisburger Raum. Das Haus der  Fa. Gebr. Alsberg in Duisburg wurde von Helmut Horten 1936 arisiert. In Recklinghausen trat in Hortens Fußstapfen die Firma Weiser, in Bochum die Kortum AG und in Gelsenkirchen war es die WEKA. Die Kinder von Theodor Lauter hatten das Glück, eine Auswanderung zu bekommen. Ehefrau Mally  wurde in Auschwitz ermordet.

 

 

 

 

Witten

 

In Witten an der Ruhr wurden 1928 die beiden Kaufhäuser Georg Blank und Gebrüder Alsberg zusammengelegt. Das Angebot reichte von Textil- über Leder- und Schuhwaren bis hin zu Kleinartikeln. 1938 „arisierten” die neuen Gesellschafter des Warenhauses, der Siegener Unternehmer Otto Neumann und Dr. Cropp, dieses Alsberg-Haus.

 

 

Frankotyp-Absenderfreistempel der Reichspost-

Portostufe für Briefe im Fernverkehr.

 

 

Gelsenkirchen

  

Westfalen-Kaufhaus Gelsenkirchen - Firmenkarte mit Absenderfreistempel.

 

 

Ehemals Firma Gebrüder Alsberg Gelsenkirchen AG, gegründet 1923.

1933 im Zuge der "Arisierung" den jüdischen Eigentümern gestohlen

und wie vorher umbenannt. Architekten des Kaufpalastes waren 1912

Walter Klose und Gerhard Schäfer aus Düsseldorf - heute WEKA-Karèe.

 

 

 

gefa

 

Die Gebr. Alsberg AG gründete zu Einkaufszwecken das Großhandelsunternehmen Fried & Alsberg GMBH.

Weitere Gründer neben Siegfried Alsberg waren die Kaufleute Otto und Karl Jakob Fried aus Oldenburg.

Die Firma kooperierte mit der Alsberg Eteg-Konzern AG bezüglich der Einkaufsvermittlung.

Die lokalen Alsberg-Geschäftsinhaber waren am Eteg-Konzern Umsatz beteiligt.

 

 

Frankotyp-Absenderfreistempel B. 1520

mit einem Levy-Motor. 

 

 

 

 

Quellen

 

Ludwig, Johannes: "Boykott/Enteignung/Mord" 1992

Stadtarchiv Duisburg&Gelsenkirchen

Stadtarchiv Recklinghausen

Weiser Jubiläum: Bild und Text WAZ über Stadtarchiv Recklinghausen

Alsberg Witten:  WAZ Witten 12.09.2008, Jürgen Augstein

Repro Alsberg Recklinghausen H. Pölking

Bildvorlagen: Eigenmaterial/gefa R. Mitschke Wien