Postalisches aus Akko

 

 

Akko war ein stark frequentierter Hafen. Dementsprechend hoch war auch das Postaufkommen.

Das läßt sich weit zurückverfolgen. Nachfolgend Daten und Belege ab ca. 1800.

 

 

 

Akko vom Strand und Totale um 1899

 

 

 

Brief des französischen Konsuls von Akko aus dem Jahr 1827 an das Gesundheitsamt

in Marseille mit einem intensiven Situationsbericht über die grassierende

Pest in Syrien und die Auswirkungen auf Palästina und Akko.

 

 

 

 

 

Leseabschrift

Der Konsul von Frankreich von Akko

an die Herren Intendanten (Verwalter) beim

Gesundheitsamt in Marseille

 

Meine Herren,

 

in meinem letzten Brief vom 8. März hatte ich die Ehre, Ihnen das Auftreten der Pest an verschiedenen Orten in Syrien mitzuteilen. Ein Gesundheitsoffizier, Herr Auguste Aubin, heute Arzt des Prinzen aus den Bergen, hatte mir versprochen, sich über diese Krankheit zu erkundigen, diese Auskünfte sind jedoch unvollständig geblieben, weil die Krankheit sich an der Küste viel schneller als erwartet entwickelt hat. Trotz der Anweisung des Prinzen und des Paschas - trotz der Vorsichtsmaßnahmen, die die Menschen im Land treffen, entgegen ihren Gewohnheiten - um den Verlauf der Krankheit zu stoppen, hat sich die Krankheit durch den Berg bis nach Syrien bis zu den umliegenden Dörfern ausgebreitet. Das jüdische Viertel in der Nähe des französischen  Krankenhauses, das als erstes befallen wurde, wurde sofort evakuiert und von den erschrockenen Bewohnern verlassen.

 

Mehrere Familien,  türkische und christliche, haben sich eingeschlossen, wir selbst sind seit zwölf Tagen (133 Personen) in der Quarantäne. von den 10 von der Pest befallenen Personen sind seit Anfang dieses Monats sieben gestorben, nur drei sind geheilt, Man konnte feststellen, daß diejenigen, die nicht die Kraft hatten, gestorben sind und Blut gespuckt haben. Da ihr Körper von Flecken übersät war, haben viel Leute gedacht, es wäre Cholera oder bei Krankheiten. Der Arzt, Herr Aubin, befürchtete es, als er mir am 30. März schrieb: "Diese Seuche verschont die Frauen und die alten Menschen, sie trifft die gesunden, starken Menschen ohne Vorzeichen.

 

Übelkeit, Durchfall, Nasenentzündungen, Flecken am Körper, Fieber erscheinen plötzlich und verursachen den Tod. Manche Kranken haben die Krankheit nicht länger als 10 Stunden überlebt. Heute wissen wir, daß es wirklich die Pest ist, die in den Bergen wütet, auch in der Nähe und sogar zwei Meilen vor Syrien entfernt.

 

Die Seuche schlängelt sich von den Bergen bis zur Küste, bedingt durch die atmosphärischen Veränderungen und Ruhepausen ist sie noch gefährlicher. Sie gibt eine falsche Sicherheit und die Schübe sind dann um so heftiger, selbst nach 40 Tagen Unterbrechung wie in Akko. Ich habe Herrn Aubin, auf seinen Antrag, Natriumchlorid geschickt und ihm Anweisungen zum Gebrauch gegeben. Ich werde Ihnen die Anmerkungen dieses Arztes zukommen lassen, sowie alle Berichte, die ich an meinem Wohnort sammeln kann.

 

Ich bitte Sie, mein Herr, mir den Inhalt und den Gebrauch des Probelikörs von Herrn Labarraque zu sagen, von dem Sie mir eine Flasche schickten. Sollte die Pest sich außerhalb von Syrien entwickeln, zur Zeit ist Akko noch verschont, werde ich Sie von Neuem informieren.

 

Es sieht so aus, als ob das Fieber, das in Damaskus ausgebrochen war, auch die Pest war. Denn nach den Briefen aus dieser Stadt vom 3. Mai waren zahlreiche Christen im Begriff sich einzusperren.

 

Hochachtungsvoll

 

Ihr gehorsamer Ergebener

 

Le Chev. (Chevalier) Regnault

 

 

 

Postort  Akko  

 

ab 1841 :  Relais-Station der Postlinie

                  Jerusalem - Beirut - Damaskus - Aleppo

 

ab  1868 : Postexpositur  von  Beirut

 

ab  1876:  Telegraphenstation

 

ab  1885:  Postamt

 

ab  1918:  23. September Einnahme durch die  englische Armee,

                  Egypt. Exped. Force  (EEF).

 

ab 1948:    Israelische Post

 

 

 

Akko - Osmanisches Kaiserreich

Briefmarken, Poststempel und Verwendungszeiten

 

Die Duloz-Ausgaben erschienen ab 1865. Es war die zweite Markenserie der osmanischen Post. Benannt wurden die Marken nach dem französischen Stecher Duloz. Die ersten beiden Auflagen wurden in Paris gedruckt, die späteren in Istanbul.  Das zentrale Motiv ist ein Halbmond mit Stern. Die Serie zeichnet sich durch sechs verschiedene Aufdruckformen sowie zahllose Farbvarianten und Plattenfehler aus.

 

Die arabischen Poststempel wurden in Akko ab 1868 bis zum 30. April 1876 verwendet.

 

                                                                                                                   

Osmanische Freimarke "Duloz-Type" mit schwarzer Umschrift,

Ausgabe 1. Januar 1872, klarer arabischer Poststempel "ACRE".

 

Osmanische Freimarke "Duloz-Type" mit schwarzer Umschrift,

2 Stück 10 Pa lila gezähnt, klare arabische Poststempel "ACRE".

Poststempelverwendung bis ca. 1899.

 

Freimarken mit der Tugra Abdul al-Hamid II (1842-1918). Regierte von 1876 bis 1909.

Die Tugra ist ein großherrliches Zeichen und war  die kalligrafische Gestaltung

des Namenszuges des regierenden Sultans.


    

20 Para Freimarke für Auslandspost, Ausgabe  1901 mit kleinem zweisprachigen Poststempel "ACRE",.

Rechts 1 Piaster Freimarke Ausgabe 1. September 1905 auf Briefstück mit kleinem

zweisprachigen Poststempel "ACRE", Stempelverwendung von 1900-1918.

 

20 Piaster Freimarke, Bild "Hauptpost Konstantinopel", Ausgabe 14. März 1913

mit zweisprachigem Poststempel "AKKIA (ST. JEAN D`ACRE),

Stempelverwendung von 1905-1918.

 

20 Piaster Freimarke mit Ansicht Festung "Rumeli-Hisar" in Konstantinopel

und großformatigem Poststempel "ACRE", Stempelverwendung von 1909-1918.

 

20 Piaster Freimarken mit Ansicht Festung "Rumeli-Hisar" in

Konstantinopel und arabischem Poststempel "ACRE".

Stempelverwendung von 1916-1918.

 

 

 

Palästina 

 

Bis 1918 war Palästina ein Teil des Osmanischen Reiches , dann wurde es von britischen Truppen besetzt. Vom 1. Juli 1920  bis  15. Mai 1948 war Palästina britisches Mandatsgebiet. Auf einem Teil des Gebietes wurde der Staat Israel gegründet, andere Teile wurden von Ägypten und Jordanien besetzt. Ab 1918 wurden Briefmarken mit der Inschrift E.E.F. (Egypt. Exped. Force) verwendet, danach Marken der Zivilverwaltung der britischen Hochkommission.

 

"Tschechische Truppen in Frankreich" bei einer Parade in Paris

vor dem französischen Präsidenten 1922.  Vorderseitig frankierte Karte mit 3 M. und 5 M.

mit Marken der Zivilverwaltung der britischen Hochkommission

in Palästina gelborange, Einkreis-Poststempel "ACRE 26/MY/22 nach Belgien.

 

 

 

Paketeinlieferungsscheine Post der Zivilverwaltung der britischen Hochkommission,

links Einkreis-Poststempel von Akko, 8 SE/42, mittig Rückseite, rechts Doppelkreisstempel aus 1939.

 

 

 

I S R A E L

Israelische Post - Interimsmarken

 

Das neue Land Israel war auf die doch überraschende Unabhängigkeit nicht eingestellt.  Israelische Briefmarken gab es nicht. Verwendet wurden jüdische Spendenmarken, die postmäßig auch vorübergehend akzeptiert wurden und als Interimsmarken bezeichnet werden.

 

          

Interims(spenden)marken eines Ortsbriefes von Nahlat Jehuda mit k.k.l. Marken mit "DOAR" Aufdruck

und die spezielle Marke aus Rischon lezijon  " BELAGERUNG". Brief rechts: "Doar Ivri" Spendenmarke

aus der Haifa-Interimsperiode, abgestempelt mit britischem Mandatsstempel am 16. Mai 1948,

zwei Tage nach der Ausrufung der Unabhängigkeit durch David Ben Gurion.

 

 

 

Eigene Briefmarken Israels

 

   

Marken der ersten israelischen Briefmarkenausgabe "Hebräische Münzen",

Inschriften in hebräisch und arabisch, entwertet mit einem dreisprachigen Poststempel Akko

mit Datum vom 7.12.1948. Daneben Sondermarke zum Tod von Yitzhak Rabin.

 

 

 

Einschreiben von Akko nach Kiryat Hayyim/Haim 1959

 

Der Ort wurde nach Haim Arlozoroff (1899-1933) benannt.

Er war während des britischen Mandats für Palästina Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency.

Dieses Amt war vor der Gründung des Staates Israel  zuständig für die Einwanderung.

Arlozoroff wurde 1933 am Strand von Tel-Aviv 1933 von bis heute unbekannten Tätern erschossen.

 

 

Vorderseite Dreisprachiger roter Postfreistempel, Einschreibklebezettel Akko.

Rückseite Einkreisstempel Akko, oben rechts Eingangsstempel Haifa, unten rechts

Ausgabestempel des Haifa Vorortpostamts Kiryat Hayyim/Haim hebräisch: קריית חיים.

Alle Poststempel sind dreisprachig gestaltet.

 

 

 

Akko wurde mehrere Male von der israelischen Post mit Markenausgaben bedacht.

Nachfolgend einige Abbildungen.

 

 

Briefmarkenausgabe Israel, mittig der Aquädukt nahe Akko, links  und rechts der "Alte Hafen" Akko.

 

 

 

 

Sondermarke Akko Altstadtmotiv mit Ersttagsstempel 2007

 

 

 

In der Mitte Markenausgabe mit dem Stadtwappen von Akko,

rechts und links die Al-Jazzar Moschee in Akko.

 

 

Sondermarke Altstadt von 2007

 

 

 

 

Siehe auch:

 

Akko Partnerschaften