A H S E N

 

Paketbegleitbrief als Vorläufer der Paketkarte

 

 

Ahsen liegt ca. 20 km nordöstlich von Recklinghausen. Die benachbarte Bauerschaft Leven gehörte zur Gemeinde Ahsen. Der Ort war früher Umladeplatz für Güter, die auf der Lippe befördert wurden. Viele Lippeschiffer stammten aus Ahsen.

 

Die ehemalige Burg Ahsen allerdings wurde schon 1287 durch den Grafen von der Mark zerstört. Feuersbrünste 1633, 1641 und 1720 vernichteten fast alle Häuser und die Kirche. 1817 lebten in der Gemeinde 602, 1938 dann 829 Einwohner.

 

Ahsen, an einer alten Verkehrsstraße von und nach Münster liegend, wurde schon recht früh von einer Posteinrichtung bzw. Postverbindung berührt. 1671 schlossen die Vestischen Landstände mit dem Postmeister Hermann Ellinghaus, der seit 1669 Direktor der Post in den Fürstbistümern Münster und Paderborn war, einen Vertrag, nach welchem  eine Wagenpost von Münster über Olfen und Ahsen sowie Recklinghausen nach Köln laufen sollte. Nach wenigen Jahren jedoch fand diese Wagenpost, die überdies wegen der schlechten Wegeverhältnisse entlang der Lippe nur in der Sommerzeit betrieben wurde,  ein Ende.

 

 

Paketbegleitbrief  Ahsen - Münster

 

Ihren Ursprung hat die heutige Paketkarte im 18./19. Jahrhundert. Damals wurden die Begleitpapiere für Pakete in Briefform, den sogenannten Paketbegleitbriefen, gefertigt. Darauf oder darinnen waren die nötigen Angaben für die Zustellung des Paketes enthalten. Von  Coesfeld wurde das Paket dann von der Reichspost Thurn und Taxis nach Münster weiterbefördert.

 

1681 bemühte man sich im Vest  Recklinghausen vergeblich, die aufgegebene Postverbindung über Ahsen wieder in Gang zu bringen. Daß auch in späteren Jahren Post von Ahsen abging, belegt die schöne Altbriefhülle von 1736 über den Versand eines Winterrockes nach Münster.

 

 

 

 

Leseabschrift des Paketbegleitbriefes

 

Adresse:

Madame

Madame la veufe Pierce

Zurmühlen Marchande

tres renomme

á

Münster

 

An die Witwe Frau Zurmühlen

bekannte Geschäftsfrau

in Münster

 

               Vermerk auf der Briefrückseite:

1736 am 4  (novem)gbris

briff von die g:(nädige) frau

von Schenck neé (geborene)

baron de gallen Ex

ahsen wo in Sie zum

winter rock vor

langet

 

                       Siegelseite:

 

 

Es wirdt die fürstl. Postmeisterei v.  cosfeld

ersuchet dieses eiligst zu addreshiren, damit

H(err) von Mengede so am thumbc

(domkapitularischen) v. Spaens Hoff logiret

solches hieringemelts am mit-

woche mitnehmen kann

 

 

Leseabschriften: Dr. Werner Burghardt sel. A.

Eigenbelege