Alfred Adler

 

Arzt und Psychotherapeut

Begründer der Individualpsychologie

 

1870 - 1937

 

 

 

 

 

Alfred Adler wurde am 7. Februar 1870 in Rudolsheim bei Wien geboren. Er besuchte das Gymnasium Kalvarienberggasse, wo er 1888 die Reifeprüfung ablegte. Danach studierte Adler an der Universität Wien Medizin und promovierte 1895. Im Jahr 1904 konvertierte er vom Judentum zum Protestantismus.

 

Ab 1902 nahm Adler an den Diskussionsrunden von Sigmund Freud teil, entwickelte jedoch bald eine von der Psychoanalyse abweichende, eigenständige Lehre. Er sah das menschliche Handeln nicht, wie Sidmund Freud, im Sexualtrieb, sondern von Macht- und Geltungstrieben bestimmt. Diese Gegensätze konnten nicht überbrückt werden. Es kam 1911 zum Bruch mit Freud. In seiner 1907 veröffentlichten "Studie über Minderwertigkeit der Organe" legte Adler seinen eigenen Standpunkt und seine neuen Ideen dar und begründete damit die Schule der Individualpsychologie.

 

 

Von 1926 an besuchte Adler regelmäßig die Vereinigten Staaten, wo seine Lehre vom Menschen als sozialem Wesen außerordentliche Beliebtheit erlangte. Anfang der 1930er Jahre war Adler einer der bekanntesten Psychologen der westlichen Welt.  Angesichts der sich zuspitzenden Zustände in Europa siedelte Adler 1934 in die USA über. Er hatte seit 1926 eine Gastprofessur an der "Columbia University" in New York und seit 1932 am Long Island College inne.

 

Er unternahm auch weiterhin Vortragsreisen nach Europa. Auf einer solchen Reise starb Adler am 28. Mai 1937 in Aberdeen/Schottland im Alter von 67 Jahren an Herzversagen. Adlers Leichnam wurde in Edinburgh eingeäschert.  Die Urne verblieb aber in Schottland. 2009 begann eine Suche über den Verbleib der Urne, die letztlich im Krematorium Warriston in Edinburgh aufgefunden wurde. Die wurde am 12. Juli 2011 in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. 2009 wurde ihm eine Straße mir seinem Namen gewidmet. Zum 125. Geburtstag fand ein Kongreß für Individualpsychologie in Wien statt, bei der der o.g. Sonderstempel zur Verwendung kam, der aufgrund einer fehlenden Gedenkmarke an das Lebenswerk von Alfred Adler erinnert.

 

 

 

Quellen

 

Personen des 20. Jahrhunderts Chronik Verlag

Neues Lexikon des Judentums H. Schoeps

Eigenbebilderung