Deutsche Reichspost Recklinghausen

 

Postbelege

Kaiserreich - Weimar

 

 

Original Posthausschild

ausgestellt auf der Rhein-Ruhr-Posta 79

in Recklinghausen

Foto: Mainczyk

 

              

Der deutsch-französische Krieg 1870/1871 war der Grundstein für das deutsche Kaiserreich.  Die Post des Norddeutschen Bundes ging ab dem 4. Mai 1871 in die Reichspost auf. Eine Verfügung zur Herausgabe von Marken mit der Prägung des Reichsadlers lag vor. Die Ausgabe der Marken erfolgte aber erst zum 1. Januar 1872. Bis dahin blieben die Briefmarken des Norddeutschen Bundes in Verwendung. Im Norden des Kaiserreichs wurde in Taler und Groschen, im Südteil in Gulden und Kreuzern gerechnet. Ab dem 1. Januar 1875 galt im Gebiet der Reichspost als einheitliche Währung die Mark zu 100 Pfennig. Entsprechende Marken wurden ausgegeben. Die Groschen- und Guldenmarken behielten aber ihre Gültigkeit bis zum 31. Dezember 1875.

 

Schon kurz nach der Einrichtung der Deutschen Reichspost wurde durch das Amtsblatt 3 vom 23. Mai 1871 u.a. die Klasseneinteilung geändert. Eine Unterteilung in Postämter I. und II. Klasse wurde aufgehoben. Aus den Postexpeditionen I. Klasse wurden Postverwaltungen.  Seit dem 20. August 1871 sind dann sämtliche Postanstalten „Kaiserlich“. Auf Grund § 50 des Gesetzes über das Postwesen des Deutschen Reiches vom 28. Oktober 1871 wurde ein neues Reglement erlassen. Es löste das Postreglement der Norddeutschen Bundespost ab, behielt aber viele Bestimmungen bei.

 

In den folgenden Ausarbeitungen spielen die politischen Begebenheiten, die allgemein bekannt sind, eine untergeordnete Rolle. Die Belege selbst geben diesen Sachverhalt dennoch wieder. Im Wesentlichen geht es um den Nachweis von Poststempeln, die in Recklinghausen verwendet wurden und deren Laufzeiten. Hier soll die Periode von 1871 - 1927 (Kaiserreich-Weimar) beschrieben werden. Insgesamt können bislang für diesen Zeitraum die folgend aufgeführten verschiedenen Poststempel belegt werden, gemäß dem Poststempelkatalog für Recklinghausen. Die Daten beziehen sich auf bekannte Erstverwendungen.

 

Neben den Poststempeln sind natürlich auch die Belege, die diese Stempel tragen, von besonderem Reiz. Sie geben die Vielfalt der postalischen Verwendungen und deren Tarife wieder mit bekannten und weniger bekannten Namen aus der Stadt Recklinghausen.

 

Diese Aufstellung ist nicht abschließend und endet 1927 mit der Einführung der 24Stundenzeitrechnung bei der Post in Recklinghausen. Stempel mit dieser neuen Zeitrechnung werden in nachfolgenden Kapiteln beschrieben.

 

 

 

 

Kaiserreich

1871-1872

 

Weiterverwendung des preußischen Zweikreisstempel mit Jahresangabe

V-N Typen

Marken in Taler und Groschen Währung

 

01

 

 

Feldpostbrief portofrei - Paketbegleitbrief

Paketbegleitbriefe waren die Vorläufer der Paketkarte.

 

Weiterverwendeter preußischer Zweikreisstempel 10 5 1871:

 

An das Commando der 6ten leichten Batterie

Westfälischen Artillerie Regiments 92 No. 7

 

 

 

Recklinghausen - Berge bei Buer

 

Weiterverwendeter preußischer Zweikreisstempel 1872

auf Nachgebührbrief an:

Herrn Rentmeister Wessels

Wohlgeboren auf Berge (Haus Berge) b. Buer.

Blaue Austaxierung für ungenügende Frankatur.

 

 

 

 

 

 

 

Kreisstempel

V-N-Typen

1873-

 

02

 

Recklinghausen - Linz a/Donau

 

Herrn M. Quirein`s Verlagsbuchhandlung

 

 

Karl Moritz Quirein (Quirin) wurde 1844

in Diez im Herzogtum Nassau geboren.

Er erhielt 1867 die Konzession für den Buchhandel

unter der Fa. Ebenhöchsche Buchhandlung

im Haus Altstadt 13. Die Buchhandlung übersiedelte

1874 in das Haus Landstraße 22. 1873 zog sich Quirein

aus dem Buchhandelsgeschäft zurück und widmete

sich ganz seiner Tätigkeit als Verleger.

Als Haupterzeugnis verlegte er die "Liederquelle",

ein Liederbuch von Adalbert Proschko für den

Gesangsunterricht an Bürgerschulen. Quirein

starb am 5.12.1916 in Linz.

Er hatte testamentarisch zwei Stiftungen verfügt:

Die "Moritz und Betty Quirinsche Pfründenstiftung

und die "Moritz und Betty Quirinsche Stipendienstiftung",

die noch heute existiert.

(Quelle Stadt Linz Archiv)

 

 

Die Photographien liegen hier zur Zeit

vor zu Ihrer Verfügung

Dr. Högeler

Recklinghausen

 

 

Recklinghausen - Loga bei Leer (Ostfriesland)

 

 

Charge/Einschreiben

 

mit 3x 1 Groschen Großes Brustschild.

Beigesetzt ein Zackenrahmenstempel

"Recomandirt".  Aufn der Rückseite

der Ausgabestempel "Leer Bahnhof".

 

(Hero) Schreiber war 1845 Ortsvorsteher

von Loga. Er gründete 1874

den Landwirtschaftlichen Zweigverein in Loga.

 

 

 

Eingangsstempel

Leer Bahnhof

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreisstempel

 

V-N Typen

Verzierung mit einem Stern

UB nur in Kleinschreibung

1886-

Währung in Mark zu 100 Pfennige

 

03

 

 

H. Misgeld - wahrscheinlich der erste Briefmarkensammler in Recklinghausen!

 

Recklinghausen - Nürnberg

 

Einkreisstempel Recklinghausen Stern und UB a vom 27.7.87, Aufgabezeit 4-5 N.,

auf Ganzsache  mit Vordruckänderung, 3. Adresszeile nun unterstrichen,

5 Pfennig Ausgabe April 1887 - Druckvermerk 487 unten rechts.

Beigesetzt der Ausgabestempel Nürnberg vom folgenden Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseabschrift:

Recklinghausen, 27.7.86 (Datierungsfehler)

P.P. der Anfrage hätte es wahrlich nicht bedurft, sehr geschätzter Herr,

denn dadurch, daß ich Ihnen die Marken einsandte

erklärte ich mich von vornherein mit allen Bedingungen einverstanden.

Ich werd also falls der Preis mir nicht conveniert (zusagt),

alle Kosten zurückerstatten und bitte um baldige Erledigung der Sache.

Achtungsvoll   H Misgeld  Breitestr. 44 (Ortsnumerierung), ab 1900 Breitestr. 20.

 

 

 

 

 

 

Recklinghausen - Nürnberg

 

Einkreisstempel Recklinghausen Stern und UB a vom 3.8.87,

Aufgabezeit 8 - 12 N. auf Ganzsache  mit Vordruckänderung,

3. Adresszeile nun unterstrichen, 5 Pfennig Ausgabe April 1887,

Druckvermerk 487 unten rechts. Ein Ausgabestempel Nürnberg fehlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseabschrift: Herrn Zeckmeier Briefmarkenhändler in Nürnberg

Misgeld Recklinghausen, 8.8.8/4.8.87 Herrn Zeckmeier in Nürnberg

 

Antwortlich Ihres Geehrten vom 29.7. teile ich Ihnen

ergebenst mit, daß ich, wiewohl der angegebene Preis

meinen Erwartungen durchaus nicht entspricht,

gesonnen bin, Ihnen das Album zu dem angegebenen Preise

zu überlassen, doch erbitte mir die Übersendung franco.

Mit der Bitte um schnelle Erledigung der Sache

und achtungsvollen Grüßen H. Misgeld  Recklinghausen

Breitestr. 44 (Ortsnumerierung), ab 1900 Breitestr. 20

 

 

 

An den Königlichen Regierungsrath Herrn Weddige

Hochwohlgeboren zu Münster aus dem Jahr 1888

H.D.S.=Herrschaftliche Dienstsache

 

3x10 Pfg. und 1x5 Pfg. Marken der Ausgabe von 1880.

Oben links Vermerk: Durch Eilboten zu bestellen

jedoch im Regierungsgebäude abzugeben.

Unten links in blau "Bote bezahlt",

Einkreisstempel UB "a".

 

Einkreisstempel UB "b" auf Einlieferungsschein nach Bommern,

heute Witten. Erläuterung zu den Posteinlieferungs-

scheinen siehe Stempel-Nummer 05.

 

 

 

 

 

Paketkarte /Formular 1889 über eine Kiste von Recklinghausen

nach Kl. Bartloff (Kleinbartloff) b. Niederorschel Kreis Worbis

in Thüringen an den Maurer Robert Hupmann

 

Zur Frankatur wurden 7x50 Pfg. und 2x20 Pfg. Marken

der Ausgabe "Reichsadler im Oval unter Krone" von 1880 verwendet.

 

 

 

Vorderseitig ist der numerierte Paketklebezettel

mit Ortsvordruck Recklinghausen aufgeklebt.

 

Die Rückseite ziert ein besonders

klarer Ausgabestempel von Niederorschel.

 

 

 

Einkreisstempel UB "b" auf Mondscheinkarte

1898 nach Sangershausen

 

 

Mondscheinkarte Recklinghausen

 

Absender war Johanna Boy, Schriftstellerin,

geboren 1851 in Völpke bei Helmstedt. Sie publizierte einige Märchen

und Jugendbücher und verlegte ab 1889 ein Jahrbuch für Jungfrauen.

 

 Eigenhändig beschriebene Karte

 

 

Kaiserliches Postamt Martinistraße

 

Links Neubau von 1888 - rechts mit Anbau von 1910.

 

 

 

Kreisstempel

Verzierung in Form von 2 Sternen

Keine UB  -  V-N Typen

1890-

04

 

 

 

 

 

Recklinghausen - Tsingtau

Tsingtau war der Hauptort in der Kolonie Kiautschou/China.

 

Kreisstempel auf 2 Pfg. Ganzsache Deutsches Reich - Motiv Germania,

Antwortkartenteil mit 3 Pfg. Germania zur Auffrankierung als

Drucksache ins Ausland gemäß Postgebühren-Tarif vom 1. April 1900

und Eingangsstempel Tsingtau 1903.

 

 

Dfutsches Reich

 

Plattenfehler - fehlender Querstrich

im ersten "E" in  DEUTSCHES (REICH)

 

Kreisstempel auf Germania-Marke

der Ausgabe vom 1. April 1902

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreisstempel

 

Verzierung in Form 1 Stern/2 Sterne

Postamtsbezeichnung über dem Datum

UB  a & c -  V-N Typen

1912 -

 

05

 

 

 

Unfrankierter Nachnahme-Dienstbrief "Frei lt. Avers Nr. 21" (Preußen)

der Königlichen Gerichtskasse Recklinghausen

 

 

Einkreisaufgabestempel Recklinghausen 1 UB a vom 10.8.12

und Kreisstempel Süd König-Ludwig für Ausgabe vom folgendem Tag.

 

Inhalt des Briefes war eine Kostenrechnung an den

Bäckermeister Isidor Kalota Forellstraße

in Recklinghausen-Süd König Ludwig.

 

 

 

Posteinlieferungsscheine Anmerkung

 

Bereits zum 1. Januar 1850 wurden Postscheine für "recommandierte" Briefe/Einschreiben mit dem Druckvermerk C 62

als amtliches Formular eingeführt. Zu preußischer Zeit hatten die Rotdruck-Einlieferungsscheine Hochformat.

Der Buchstabe "C" steht für Comptoirdienst, also die Belieferung der Postämter mit diesen Formularen.

 

Einlieferungsscheine im geänderten Format (wie abgebildet) mit Druckvermerk 62 b  in Rotdruck wurden

zum 5. Juli 1914 angekündigt. Späterhin folgten ähnliche Einlieferungsscheine in anderen Farben und Druckvermerken z.B. C 62 g.

 

 

 

 

 

Links Einkreisstempel mit Verzierung in Form von 2 Sternen

auf Einlieferungsschein mit Druckvermerk C 62 b Rotdruck.

 

Rechts Einkreisstempel mit UB a  auf Einlieferungsschein

mit Druckvermerk C 62 g neutraler Druck.

 

Belege aus der Inflationsperiode

 

 

    

 

5 M Motiv Reichsgründungsgedenkfeier

Ausgabe vom 20.3.1902 - Einkreisstempel UB c.

 

 

 

 

 

 

 

Kreisstempel

 

Gittersegment oben und unten

Verzierung 2 Sterne groß und klein

UB Klein- und Großschreibung

Keine Postamtsbezeichnung

1903-

 

06

 

   

Recklinghausen -Rellinghausen (Essen)

 

Kreisstempel mit Gitterbogen oben und unten auf

Ganzsache 2 Pfg. Germania Deutsches Reich,

Ausgabe 1902, mit 3 Pfg. Germania Auffrankierung

als 5 Pfg. Postkarte im Fernverkehr

 gemäß Postgebühren-Tarif für die Zeit

vom 1. April 1900 bis 31. Juli 1916

 

 

 

 

 

 

Lesebabschrift:

Herrn H. Siepmann Rellinghausen

Ich möchte hierdurch anfragen, wann Sie auf Ihrer

Ziegelei zu sprechen sind.

Recklinghausen     Achtungsvoll   d. 4.11.13

 

 

 

Altona-Berghausen

 

Private Vordruck Nachnahme-Karte,

Frankatur 3 & 5 Pfg. Germania Reichpost vom 1. April 1902,

Lochung A L/M - Firmenkürzel

 

 

 

 

A.L. Mohr Altona Margarinefabrik

 

Entwertet wurden die Marken mit einem

Einkreisstempel Altona-Bahrenfeld vom 4.8.05,

beigesetzt ein Einkreisstempel mit Gitterbogen V-Type

von Recklinghausen als sogenannter Ausgabestempel.

Ausgabestempel waren bis 1906 gebräuchlich.

 

 

 

 

Altona-Berghausen

 

Private Vordruck Nachnahme-Karte,

Frankatur 3 & 5 Pfg. Germania Reichpost vom 1. April 1902,

Lochung "A L/M" - Firmenkürzel

 

Entwertet wurden die Marken mit einem

Einkreisstempel Altona-Bahrenfeld vom 4.8.05,

beigesetzt ein Einkreisstempel mit Gitterbogen V-Type

von Recklinghausen als sogenannter Ausgabestempel.

Ausgabestempel waren bis 1906 gebräuchlich.

 

 

 

 

 

Lochungen auf  Briefmarken

 

 

 

Die englische Bezeichnung lautet -perfin- private Lochung. Diese wurde von Firmen und Behörden auf deren Markenbeständen zum Schutz

gegen mißbräuchliche Benutzung angebracht. Privat gelochte Marken wurden und werden von einigen Sammlern als wertlos betrachtet.

Sie haben aber dennoch ihren eigenen Reiz und finden Platz in den Sammlungen.

 

Die Durchlochungsmaschine wurde von dem Engländer Joseph Sloper 1867 erfunden.

Postamtlich zugelassen wurden die Lochungen in Deutschland dann im Jahre 1877.

Zwischenzeitlich sind Privatlochungen nicht mehr erlaubt.

 

 

 

 

Portofreie Dienstpostkarte

Recklinghausen - Gemen

 

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen oben und unten Recklinghausen,

Einkreisstempel Gemen Ausgabe am gleichen Tag.

 

Frei lt. Avers No. 21:

Landesregierungen und einzelne Dienststellen schlossen von 1870 bis 31. März 1920

Portoablösungsverträge mit der Reichspost ab, die eine laufende Nummer erhielten,

hier Nr. 21 für Preußen. Um in den Genuss der Portofreiheit zu gelangen,

mussten die Sendungen mit Avers-Zetteln (Aversum = Abfindung, Ablösung)

oder gleichartigen Vermerken ( wie hier durch Stempel oder handschriftlich)

versehen werden Dazu kam das Dienstsiegel.

 

 

Leseabschrift

 

 

Die Schülerin Frieda Willumeit in

Gemen wird hierdurch bis zum Abschluß

des lfd. Schuljahres von der Teilnahme

am Nachmittagsunterricht befreit.

 

Daten der Befreiung und gelesen: Golücke

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreisstegstempel

 

Gitterbogen oben und unten

V-N Typen - UB kleine und große Buchstaben

 Verzierung 1 Stern

Postamtsbezeichnung 1 zwecks Unterscheidung zum Postamt Süd.

1910-

 

07

 

 

Recklinghausen - Rellinghausen (heute Stadt Essen)

Aversbrief des Amtsgerichts

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen oben und unten,

ein Stern, UB großes B und mittig 1 für das Hauptpostamt

zur Unterscheidung zum Postamt in Recklinghausen-Süd.

 

 

Posteinlieferungsscheine Anmerkung:

Bereits zum 1. Januar 1850 wurden Postscheine

für "recommandierte" Briefe/Einschreiben

mit dem Druckvermerk C 62 als amtliches Formular eingeführt.

Zu preußischer Zeit hatten die Rotdruck-Einlieferungsscheine Hochformat.

Der Buchstabe "C" steht für Comptoirdienst,

also die Belieferungstelle der Postämter mit diesen Formularen.

 

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen oben und unten

auf  Posteinlieferungsschein über eine Geldsendung über 250 M

nach Königssteele (Essen).

 

 

 

Weihnachtsgrüße 1911 der Familien

Stahlherm und Teckentrup

 

Einkreisstempel B

 

 

 

Eregli - Recklinghausen

 

Einschreiben von Eregli/Schwarzes Meer an den

Ingenieur Franzen Königswall 2 in Recklinghausen

 

 

 

 

 

 

Osmanisches Kaiserreich

 

2 Piaster (Pia) Freimarke aus der Serie Ansichten von Konstantinopel

vom 14. Januar 1914. Das Markenbild zeigt den kleinen Kreuzer "Hamidiye".

 

 Entwertet wurde die Marke mit einem zweisprachigen Stempel Eregli

und einem DEPART/Abgangsstempel, beigesetzt der

Ausgabestempel von Recklinghausen.

 

 

     
 

 

Patriotische Feldpostkarte 1915

 

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen oben und unten,

ein Stern, UB "e" und mittig 1 Hauptpost

 

 

Feldpost

 

Einkreisstempel mit Gitterbogen oben und unten,

ein Stern, UB "e" und mittig 1 Hauptpost

 

 

 

 

   

Feldpost Heimkehrersendung

Einkreisstempel mit Gitterbogen oben und unten,

ein Stern, UB  "e"  und mittig 1 Hauptpost

 

Portofreie Beförderung

über  "Gefangenen-Abnahme-Kommission-Recklinghausen-Ost"

(blauer Einkreisstempel und Einzeiler Heimkehrerpost)

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte zeitbedingt in schlechter Papierqualität

der Verlagsanstalt Kosmos in Halberstadt mit Abbildungen aus dem Stadtbild:

Bergwerksdirektion (später Kreiswehrersatzamt) - Kgl. Evg. Lehrerseminar

(später Aufbaugymnasium/Freiherr-vom-Stein Gymnasium),

Rathaus Rückseite - Paulusschule.

 

   

Dienstpostkarte "Große Wertziffer" mit "21" im Wertstempel

Die "21" steht für das Ablösungsgebiet Preußen.

 

Ganzsache mit Zusatzfrankatur gleicher Marken

wie Wertstempel Ausgabe 1. April 1920.

Portostufe 30 Pfg. für Postkarten im Fernverkehr

gem. Tarif vom 6. Mai 1920 nach Scherlebeck.

 

 

Beleg aus der Inflationsperiode

 

Der Text betraf die Vereidung des Lehrers H. Blume,

die gem. Vorderseite rechtlich nicht möglich war.

Blume war um 1945 wohnhaft bei Fam. R. Gild,

Recklinghausen, Hindenburg Allee 36 (a.a.O.).

     

 

 

 

 

 

Kreisstegstempel

 

Bogen oben und unten

V-N Typen

UB kleine und große Buchstaben

Postamtsbezeichnung 1

Verzierung 1 Stern

 1910 - 1927

 

08

 

   

 

Zensurkarten

 

Ab April 1915 wurde zensiert.

"Geprüft und zu befördern" wurde nur auf tatsächlich

geprüfter/gelesener Post abgeschlagen.

Nicht zensurierte Briefe/Karten bekamen

einen Stempel "zu befördern".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreisstegstempel mit UB großes "B"

auf 10 Pfg Germania Ausgabe 1. April 1902

 

Portogerecht frankierter Brief vom 14.1.15

 gemäß Tarif vom 1. Januar 1875 für Briefe bis 15 g.

 

 

Inflations-Dienst-Brief vom 13. Juni 1921

Geschwärztes Datum

 

4x15 Pfg. Dienstmarken mit Ablösungsziffer "21", Ausgabe vom 1. April 1920,

Portostufe 60 Pfg. für Briefe im Fernverkehr gem. Tarif  vom 1.4.1921,

entwertet mit Einkreisstempel UB kleines "b".

 

 

 

Dienstpostkarte "Große Wertziffer" mit "21" im Wertstempel.

Die "21" steht für das Ablösungsgebiet Preußen, Ausgabe 1920.

 

Zusatzfrankatur 20 Pfg. ohne Ablösungsziffer,

gültig für das gesamte Reich, Ausgabe 1. April 1920

zur Auffrankierung gem. Tarif vom 6. Mai 1920 -

Portostufe 30 Pfg. für Postkarten im Fernverkehr.

 

 

Leseabschrift

 

Hiermit wird angefragt bis wann die Zustandsbeschreibungen

des dortigen Bezirks hier eingehen werden, es handelt sich um Festsetzung

des Termins für den Zusammentritt der Versammlungs-Kommission.

Unterschrift Katasterkontrolleur

 

 

Inflations-Frankaturen

 

 

 

 

Hochinflations-Brief

 

Nur 8 Tage gültiger Posttarif

für Briefe im Fernverkehr vom 5.11.-12.11.1923

 

5x 200 Millionen Mark = 1 Milliarde Mark der

Freimarken-Ausgabe vom 1.11.1923, Wertangabe im Kreis

mit Rosettenmuster, sogenanntes Korbdeckel-Muster.

 

 

Brief  vom letzten Tag der Hochinflation

 

Nur einen Tag gültiger Posttarif am 1.12.23 für Briefporto im Fernverkehr.

 Am gleichen Tag erschienen die Rentenpfennigbriefmarken.

 

10 x 1 Milliarde Mark = 10 Milliarden Mark der

Freimarken-Ausgabe vom 12.11.1923, Wertangabe im Kreis

mit Rosettenmuster, sogenanntes Korbdeckel-Muster.

 

 

 

 

Französische Besetzung des Ruhrgebiets

 

Neben der grassierenden Inflation spielte vor Ort auch die französische Besatzung eine gravierende Rolle.

Am 10. Januar 1923 überreichten der französische Botschafter und der belgische Geschäftsträger in Berlin

dem deutschen Reichsminister des Auswärtigen eine Note, nach der auf Grund der von der Reparationskommission am 9. Januar

festgestellten Unvollständigkeit der deutschen Holz- und Kohlenlieferungen die französische Regierung beschlossen habe,

eine aus Ingenieuren bestehende Kontrollmission in das Ruhrgebiet zu entsenden, um die Durchführung des Programms sicherzustellen,

und die für die Bezahlung der Reparationen notwendigen Maßnahmen zu treffen.

 

Das war der Anfang einer Reihe unsäglicher Repressionen im Ruhrgebiet, unter denen die Bevölkerung und Betriebe zu leiden hatten.

Zum Teil ohne Maß wurden diktatorische Maßnahmen ergriffen. Die sogenannten Sieger des 1. WK nutzten ihr Potential schamlos aus.

Die erreichten alle Schichten, stießen aber dort auch auf Widerstand. Die Bevölkerung mußte das Ergebnis kaiserlicher Blindheit ausbaden.

Während der Kaiser ins gut versorgte Exil nach Holland ging, mußten seine ehemaligen Untertanen darben.

 

In der Frühe des 15. Januar 1923, zwischen 7 und 8 Uhr vormittags, erschienen französische Radfahrertrupps und Kavallerieabteilungen.

Diese sollten den Vormarsch der französischen Infanterie unter  General Vidalon sichern. Dieser teilte dem Oberbürgermeister Hamm

die Besatzung der Stadt Recklinghausen mit. Gleichzeitig wurden die Dienstzimmer des Bürgermeisters Niemeyer beschlagnahmt

und der Belagerungszustand über die ganze Stadt ausgerufen.

 

Die Einwohner schenkten dem Einzug der Truppen und ihrer Anwesenheit keine Beachtung. Die Geschäfte waren geschlossen, die Fenster verhängt.

Fürwahr der richtige Empfang für eine Armee, die auf den Schlachtfeldern vergeblich um den Sieg kämpften und die Scharte wettzumachen versuchten,

indem sie mit modernen Kriegsmitteln über das entwaffnete Deutschland herfielen.

 

Eingriffe in das Post- und Eisenbahnwesen

 

Infolge Stillegung der Eisenbahnen traten im geregelten Postverkehr erhebliche Störungen ein. So mußte der gesamte Brief- und Geldpost

der hiesigen Postämter täglich per Kraftwagen zur Bahnstation Sinsen geschafft oder dort abgeholt werden.

Das war mit erheblichen Verzögerungen verbunden.

 

Insbesondere Schalterbeamte waren fortgesetzt Repressalien ausgesetzt. Wiederholt erschien Militär an den Postschaltern

und forderten unter Drohungen Freimarken. Am 7. März 1923 drang französisches Militär in die Schalterräume der Post

in der Martinistraße ein und forderten Geld und Freimarken.

 

Der Hauptbahnhof wurde mit einer militärischen Wache besetzt. Diese Wache bemächtigte sich unberechtigterweise der Milch

für die Zivilbevölkerung und behinderte die Ausgabe von Lebensmitteln und Stückgut. Das deutsche Personal wurde terrorisiert,

sodaß am 23. Januar 1923 um 18 Uhr der gesamte Betrieb am Hauptbahnhof Recklinghausen stillgelegt wurde.

Am 26. Januar wurde das Personal dann vom Militär aus ihren Dienststellen vertrieben.

Am gleichen Tag wurde auch der Bahnhof Recklinghausen-Ost gewaltsam stillgelegt.

Einen Tag später folgte die Besetzung  des Bahnhofs Recklinghausen-Süd.

 

 

 

 

Hauptbahnhof  Recklinghausen 1927

 

Bahnpoststation

 

 

 

Kreisstegstempel

 

Bogen oben und unten

UB  kleines  "g"

Postamtbezeichnung 1

Verzierung mit einem Stern

1922 - 1927

 

09

 

 

Nachfolgend Inflations-Frankaturen,

die den raschen Geldverfall anhand von Portosteigungen widerspiegeln.

 

Alle nachfolgenden Stempel mit UB kleines "g".

 

 

 

3,25M Tarif

gem. Postgebühren vom 1.1.1922

2M Einschreiben - 1,25M Briefe im Ortsverkehr

 

Mischfrankatur 1 1/4M Germania vom 10.12.20

und 2M Freimarke Ziffern aus Dezember 1921

 

Einkreisstempel "g" vom 7.3.22

 

 

 

 

Rückseite Einkreisstempel

mit Gitterbogen vom gleichen Tag.

 

3,25 M

Brief an den gleichen Adressaten vom 7.3.22

 

Germania Mischfrankatur 50 Pfg. und 1,25 M vom Dezember 1920

und 50 Pfg.  Freimarke Ziffern aus Mai 1921.

 

Entwertung durch Winkreisstempel "g".

 

 

 

   

1000 M Portostufe gem. Tarif vom 1.7.1923

 

Postgebühren am 7.7.1923:

Briefe im Fernverkehr  300 M

Einschreibegebühr     300 M

Eilbestellgebühr 400 M

 

Ausgabestempel Gelsenkirchen

vom folgenden Tag (Rückseite)

 

 

 

2000 M Portostufe gem. Tarif vom 1.8.1923

 

Postgebühren am 14.8.1923:

Brief im Fernverkehr 1000 M

Einschreibegebühr 1000 M

 

 

 

Ausgabestempel Endorf  (Rückseite)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inflation Barfrankatur

Einkreisstempel Recklinghausen "g" & Leipzig 13 f

 

Aus Platzmangel wurde auf der Karte ein Einnahmestempel abgeschlagen:

"28 Tausend M Freigebühr/lt. Einn. Nachweis in Recklinghausen"

zusammengesetzt aus 8000 M Karte im Fernverkehr

und 20000 M Einschreiben.

 

Einen Tag später, am 1.9.23, kostete die gleiche Karte

schon 90 Tausend M/15000 M Karte&75000 M Einschreiben.

 

Leseabschrift

 

 

Deutsche Goldschmiedezeitung

Den Versand der Deutschen Goldschmiedezeitung wollen Sie

ab 1. Oktober an meine Adresse einstellen.

Vortmann Recklinghausen, 13.8.23

 

 

 

 

 

 

Ab 1. Dezember 1923 neue Währung "Rentenmark"-

ab September/Oktober 1924 dann "Reichsmark".

 

 

 

 

Bergschädenregulierung

 

Eingeschriebene Karte an die Hibernia in Herne.

Einkreisstempel auf  Marken Reichsadler. Portostufe 35 Pfg.

5 Pfg. Karte - 30 Pfg. Einschreiben gem. Tarif vom 11.1.1925

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseabschrift:

Von dem, von der Petruspfarre von mir gepachteten Grundstück

sind 12 bis 15 Ruten Weizen durch das durch Bodensenkung entstandene Wasser

total verdorben. Da die Zeit der Ernte naht, von der Zeche bis jetzt

aber keiner vorstellig geworden ist, frage ich an, ob ich den Schaden

durch einen Gutachter auf  Kosten der Zeche feststellen lassen soll,

oder  ob die Zeche sich so mit mir abfinden will.

Franz Burrichter

Recklinghausen-Hinsberg Ostcharweg 21

 

   

Briefmarkensprache

Marke nach links gekippt: Treffpunkt wie immer!

 

Einkreisstempel UB "g" vom 23.12.25

auf 10 Pfg. Freimarke Reichadler,

Portostufe für Fernbriefe gem. Tarif vom  1.1.1925

 

 

Einkreisstempel UB "g" vom 1.5.25 als Ausgabestempel.

Gitterbogenstempel Recklinghausen-Süd vom gleichen Tag

auf  5 & 20 Pfg. Freimarken Reichadler.

 

Diese sogenannten krummen Portostufen

sind bei den Nachnahmen häufig zu beobachten.

 

 

 

 

Ab 1927 verwendete die Post in Recklinghausen Stempel mit 24Stundenzeitrechnung.

Dessen ungeachtet tauchen da und dort auch noch die alten Stempel auf,

gelegentlich aptiert, insbesondere im Innendienst.

 

 

V-Type für die Aufgabe am Vormittag

N-Type für die Aufgabe am Nachmittag/Abend

UB-Unterscheidungsbuchstabe für die Stempelzuteilung

01 - 09  Stempelnumerierung für diesen Zeitraum

 

Die Einsatzzeiten der Stempel sind nur ungefähr.

Aufgeführt sind die bekannten frühesten Verwendungen.

Es tauchen immer wieder neue Belege auf,

die datumsmäßig nach vorne oder hinten abweichen.

 

 

 

Quellen

Ausarbeitung zu Einlieferungsscheinen Infla Berlin Internetportal

Anderson, Hans-Joachim: Die Bezeichnung der Poststempelformen

WAZ Harenberg "Das Ruhrgebiet"

Michel Katalog Deutschland Spezial

Belege Eigenmaterial - Belege Altona Ex. Slg. Manfred Bittner